
Bereits die alten Ägypter haben den Speckstein gerne im Alltag verwendet – schließlich gab es vor Ort genügend Vorkommen im Garten. Der Speckstein fühlt sich speckig und seifig an. Das klingt auf den ersten Blick widersprüchlich, weil ich speckig im Alltag mit seifig wegputze. Aber es muss ja nicht alles logisch sein auf der Welt. Die Ägypter haben daraus Schüsseln geschnitzt – und wahrscheinlich das Fettige nach dem Zubereiten gleich mit dem Seifigen weggeputzt.
Ob unsere Atelier-Leiterin Soe ihre Specksteine direkt unter den Pyramiden ausgegraben oder einfach bei Amazon bestellt hat, ist mir nicht überliefert worden. Fakt ist jedenfalls, dass sich das Material, weil es sehr weich ist, hervorragend für Bastelarbeiten verwenden lässt.
Aufgabe der Kinder war, das Material mit verschiedenen Werkzeugen zu bearbeiten – bohren, schleifen, sägen und feilen. Handwerklicher Umgang mit Bohrer, Säge, Schleifpapier und Feile setzt Akzente in der Feinmotorik und hilft den Kindern bei der Selbstwirksamkeit – heißt, es schult die Überzeugung, schwierige Herausforderungen aus eigener Kraft erfolgreich meistern zu können.
Soweit der handwerkliche und psychomotorische Ansatz – der eigentliche Anreiz, den die Kinder erleben sollen, ist ein mehr oder weniger kleines oder bissle größeres Kunstwerk zu schaffen. Und wenn das Unikat eines Anhängers dann am Schlüsselbund, am Tannenbaum oder in der Oster-Deko prankt (gerne auch bei Oma und Opa), darf das gerne als Erfolg gefeiert werden.
In unserem Atelier haben jedenfalls bereits eine ganze Reihe von Kindern sehr erfolgreich ihren inneren Joseph Beuys ausleben dürfen, ohne dass sich die Frage gestellt hätte: „Ist das Kunst oder kann das weg?“
Wir wünschen Soe und den Kindern weiterhin viel Spaß mit dem praktischen und künstlerischen Werke(l)n.
Ihr Kinderlein werkelt BW


