
Wenn in einem Schulgebäude mehr Erwachsene unterwegs sind als Kinder und es nach Kaffee und frisch gebackenem riecht, dann ist Tag der offenen Tür. Alljährlich im Februar machen die weiterführenden Schulen mit Informationsveranstaltungen auf sich aufmerksam. Sie stellen sich den Eltern und Kindern vor, die sich in den darauffolgenden Wochen für ihre weitere Schullaufbahn entscheiden müssen. Das Enztalgymnasium hatte seinen Info-Tag bereits vor den Faschingsferien (wir haben berichtet), und nun war am vergangenen Samstag die Fünf-Täler-Schule mit Werkrealschule und Realschule an der Reihe.
Neben den bekannten Schulfächern wie Deutsch, Mathematik und Englisch stellten sich auch die Unterrichtsfächer vor, die für die zukünftigen Fünftklässler neu sind. So waren die Experimente im naturwissenschaftlichen Bereich sehr gefragt, und auch in der Fachrichtung Technik waren die Tische, an denen die Schüler selbst Werkstücke fertigen konnten, stets umlagert. Löten, Bohren, Schleifen, Sägen – alles durfte ausprobiert werden. Holz und Kunststoff boten sich als Materialien an. Die jungen Handwerker fertigten Bilderrahmen und Uhren, die sie anschließend stolz mit nach Hause nahmen.
Die Schüler des sprachlichen Zuges zeigten, dass man im Fach Französisch nicht nur die Sprache, sondern auch das Backen von Crêpes erlernen kann. Die dünnen französischen Pfannkuchen dufteten durch das ganze Haus und machten einem dieses Unterrichtsfach doch gleich sehr sympathisch. Das Schulfach AES – kurz für Alltagskultur, Ernährung und Soziales – stellte sich gleich in zwei Räumen vor. Zum einen wurden in der Schulküche leckere Flammkuchen gebacken und direkt zum Verzehr angeboten, zum anderen konnten geschickte Hand-Arbeiter an den aufgestellten Nähmaschinen ihren eigenen Schlüsselanhänger fertigen.
Neben der Präsentation von Unterrichtsfächern stellten sich auch die unterrichtsbegleitenden Gruppierungen vor. So waren neben der Schulsozialarbeit, auch die Medienbildung sowie die Berufs- und Studienorientierung vertreten, um über ihre Arbeit an der Fünf-Täler-Schule zu informieren. Die verwendete Schul-App wurde vorgestellt und man erfuhr so nebenbei, dass die Fünf-Täler-Schule aufgrund eines Beschlusses der Schulkonferenz „handyfrei“ ist. Zu Schulbeginn werden die Handys der Schüler im jeweiligen Klassenzimmer in einem Handylocker eingeschlossen und nach der 6. Stunde wieder an die Besitzer ausgeteilt. So ist gewährleistet, dass die Kinder und Jugendlichen zum einen im Unterricht nicht von ihren Mobiltelefonen abgelenkt werden und zum anderen in den Pausen wieder Kommunikation und Interaktion im wirklichen Leben stattfindet – je nach Alter entweder in Gesprächen oder beim Spielen miteinander.
Auf das Angebot im Bereich Berufsorientierung ist man an der Fünf-Täler-Schule besonders stolz. Für beide Schulformen Werkrealschule wie auch Realschule gibt es passgenaue Angebote wie zum Beispiel Praktika, Bewerbungstraining und der Besuch einer Berufsmesse. Als Partner konnten Firmen aus der Region gewonnen werden und letzten Endes profitieren beide – Schüler bzw. zukünftige Azubis wie auch Firmen – von dieser Kooperation.
Die Bewirtung mit Kaffee und Kuchen hatte der Förderverein übernommen, der Kuchen wurde dabei von den Eltern der 5. Klassen gespendet. Nebenan war ein kleiner Stand mit Fan-Artikeln der Fünf-Täler-Schule aufgebaut. Hier konnten die zukünftigen Schüler schon mal Sweatshirts, T-Shirts, Badeschuhe, Socken und Taschen bestaunen, mit denen die Zugehörigkeit zur Schulgemeinschaft Fünf-Täler-Schule dann stolz gezeigt werden kann.(gg)