Der Engadin Skimarathon ist das sportliche Highlight in der mitteleuropäischen Langlaufszene im Hochtal am Ursprung des Inns. Es war eine Woche Langlauf pur. Der Frauenlauf, der Nachtlauf sowie der Engadin Marathon lockten auch in diesem Jahr über 15.000 Langläufer und Langläuferinnen ins Oberengadin. Unter ihnen mit Christoph, Klara und Anna Ohngemach von der Skizunft Calmbach sowie Moritz Waidelich vom Skiclub Enzklösterle auch vier hervorragende Skilangläufer aus dem Enztal. Am Marathontag herrschten ideale Schnee- und Wetterverhältnisse mit viel Sonnenschein.
Start war in Maloja, die 43,5 Kilometer lange Strecke führte über den Silsersee und den Silvaplanersee nach Surlej. Von dort über den Champfersee und den legendären Anstieg, auch Wand genannt, hoch zur ehemaligen Olympiaschanze ins weltbekannte St. Mortiz. Dann nach einem langen Stieg über den Stazer See und über die berüchtigte Stazerwaldabfahrt nach Pontresina, wo für die Halbmarathonläufer Endstation war. Dann weiter über das Kirchlein San Gian und Celerina am Flughafen Samedan vorbei. In Bever konnte schon das Ziel erahnt werden, aber es folgten noch Zuoz und die langen welligen Passagen der „Golanhöhen“ bis der Zielort Schanf an der Grenze zum Unterengadin erreicht wurde.
Am Vortag des Marathons präsentierten sich die Favoriten auf dem Plazza Belavita im Herzen von Pontresina, welches Hauptsponsor und Zentrum der Veranstaltung ist. Einar Hedegart, Doppelolympiasieger und aktueller Gewinner am Holmenkollen über 50 Kilometer ließ es sich nicht nehmen, Rede und Antwort zu stehen und am Folgetag an den Start zu gehen. Trotz Stockbruch nach Sturz in der teils eisigen und schnellen Stazerwald Abfahrt und der damit verbundenen Aufholjagd setzte er sich gegen den Schweizer Nationalläufer Jason Rüsch im Zielsprint in der Zeit von 1.30,25 Stunden durch. Moritz Waidelich lief ebenso ein starkes Rennen und wurde fünftbester Deutscher. Mit seiner Zeit von 1.33,24 Stunden belegte er im Gesamtklassement Platz 51 und war damit nur gut 2,44 Minuten langsamer als Hedegart. Christoph Ohngemach schlug sich in seinem ersten Marathon ebenfalls prächtig. Mit hoher Startnummer aus dem achten Block startend war das Rennen für ihn ein Lauf auf der Überholspur. Trotz dieses Nachteils belegte er in 1.43,58 einen ausgezeichneten 274. Platz im Gesamtklassement und wurde auf Platz 14 seiner Altersklasse U 18 m gewertet.
Klara Ohngemach durfte nach ihrer letztjährigen sensationellen Leistung im absoluten Elitefeld der Damen starten. Nach dem Rennen sagte sie: „Das war schon mega neben der Weltcupläuferin Giuliano Werro (Schweiz) oder der späteren Siegerin Anna Endreß (1.36, 27 Min.) aus Deutschland in der ersten Reihe am Start zu stehen. Die Nervosität legte sich schnell und die zweifache Baden-Württembergische Meisterin lief in 1.45,48 ein bärenstarkes Rennen, war damit viertbeste Deutsche und belegte den 31. Platz im Gesamtklassement.
Mangels internationaler Wettkampfergebnisse musste Schwester Anna zwei Blöcke weiter hinten starten. Mit nach wie vor filigraner Technik lief auch sie ein Top-Rennen und wurde in 1.52,11 auf einen guten 72. Gesamtplatz der Damen gewertet.
Damit dürfen sich alle vier berechtigte Hoffnungen machen, im kommenden Jahr entweder wieder ganz oder viel weiter vorne starten zu dürfen. Einmal mehr war es eine bestens organisierte Veranstaltung mit unglaublich viel Begeisterung und Zuschauerinteresse und sogar Musikkapellen am Streckenrand. (mk)