Nussbaum-Logo
Schulhunde

Wie Cash und Georgie beim Lernen helfen

An der Dr.-Engel-Realschule sind die beiden Schulhunde Cash und Georgie kaum noch wegzudenken.
Wenn es Leckerlies zu verteilen gibt, ist die Aufregung bei Schülern und Hunden groß.
Wenn es Leckerlies zu verteilen gibt, ist die Aufregung bei Schülern und Hunden groß.Foto: bra

Dienstag, 13 Uhr. Während an viele Schulen zu dieser Zeit die Mäppchen zugeschlagen werden, findet an der Dr.-Engel-Realschule in Eislingen eine ganz besondere Stunde statt. Dann kommen der Jagdhundmischling Cash und der Dackelmix Georgie an die Schule, um mit den Fünft- und Sechstklässlern zu spielen und zu lernen.
Einmal in der Woche treffen die fünf Kinder bei der Schulhunde-AG auf die zwei pelzigen Vierbeiner. „Ich finde das cool“, sagt der zehnjährige Mattia. Wenn die Hunde Spaß haben, bellen oder etwas übermütig auf einen Stuhl hüpfen, haben die Kinder ihre Freude. Mattias Mitschüler Henry ist ebenfalls jede Woche bei der Schulhunde-AG dabei. Dem Elfjährigen gefällt es so gut, dass er sich schon für das nächste Halbjahr angemeldet hat. Die beiden Jungen sind sich einig: Die Schulhunde-AG ist die beste AG an der Dr.-Engel-Realschule, neben der MINT-AG.
Nadine Nille-Heller ist die Lehrerin hinter dem Schulhundprojekt. Ihr ist es zu verdenken, dass die beiden Hunde echte Profis im Klassenzimmer sind. Neben ihrem Beruf als Englisch- und Musiklehrerin ist sie ausgebildete Hundetrainerin sowie Therapiebegleithundetrainerin mit dem Schwerpunkt Schulhunde. Als Vorbereitung auf den Einsatz der Tiere habe sie außerdem noch einen sogenannten Hundeführerschein gemacht, verrät die Pädagogin.
Die pelzigen Klassenkameraden mit der kalten Schnauze
Dass die Hunde so beliebt bei den Kindern sind, dafür gibt es viele Gründe. Sie hören aufmerksam zu, widersprechen nie und nehmen jedes Geheimnis für sich. Kurz gesagt: die Hunde sind die perfekten Klassenkameraden. Doch die AG ist weit mehr als eine ausgedehnte Streichelstunde.
Die Kinder lernen, was Hunde brauchen, wie man ihnen respektvoll begegnet und wie die Körpersprache der Tiere zu deuten ist. Immer seltener hätten Kinder im Gegensatz zu früher Kontakt zu Tieren, berichtet Nille-Heller. Anfangs seien sie dann unsicher, wie sie sich verhalten sollen. Bemerkenswert sei aber, dass viele Kinder ohne Ermahnung des Lehrers Rücksicht auf die Hunde nähmen und sich an die Regeln hielten. „Ich vermute, dass die Empathie gegenüber den Tieren leichter fällt“, meint die Lehrerin. Eine Regel besagt, dass die Hunde dann für Interaktion bereit sind, wenn sie ihr Halstuch mit der Aufschrift „Schulhund“ umhaben. Wenn sie das Tuch nicht umhaben, sollten die Kinder die Interaktion mit den Tieren minimieren. Das ist beispielsweise während der sogenannten Lernzeit vorgesehen. Dann sind die Hunde zwar mit im Raum. Sie werden aber nicht so eingebunden, wie während der Schulhunde-AG.
Dienstags gibt es weniger Krankmeldungen
Besonders für schüchterne Schülerinnen und Schüler oder solche, die im Schulalltag schnell unter Stress geraten, ist die Schulhunde-AG ein echter Glücksgriff. Die Hunde wirken wie mobile Entschleuniger. Der Puls sinkt, das Lächeln kommt zurück, und plötzlich fällt es leichter, sich zu konzentrieren oder vor anderen zu sprechen. Wenn ein Hund ruhig neben einem sitzt, fühlt sich sogar das Vorlesen weniger nach Prüfung an.
Die positiven Auswirkungen der Schulhunde zeigen sich auf vielen Ebenen. Und scheinbar haben die Hunde sogar eine positive Auswirkung auf die Gesundheit der Kinder. Dienstags, wenn die Hunde-AG stattfindet, gibt es weniger Krankmeldungen als an anderen Schultagen, hat die Lehrerin Nille-Heller beobachtet. bra

Erscheinung
exklusiv online
von Redaktion NUSSBAUM
29.01.2026
Dieser Inhalt wurde von Nussbaum Medien weder erfasst noch geprüft. Bei Beschwerden oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an den zuvor genannten Erfasser.
Orte
Eislingen/Fils
Kategorien
Bildung
Panorama
Schulen