Steigende Kosten, Online-Konkurrenz und Apothekensterben. Heutzutage stehen Apotheken vor vielen neuen Herausforderungen. Die drei lokalen Apotheken in Hemsbach versuchen trotz allem, ihren Kundinnen und Kunden mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
Wer in Hemsbach krank ist, ein Rezept einlösen muss oder einfach mal schnell einen Rat braucht, geht meist ganz selbstverständlich in die Apotheken vor Ort. Doch während für Kundinnen und Kunden vieles gleich geblieben scheint, hat sich der Alltag hinter den Kulissen deutlich verändert. In Hemsbach gibt es insgesamt drei Apotheken. Mit der Laurentius-Apotheke, deren Filiale Odenwald-Apotheke sowie der Hebel-Apotheke ist die Versorgung vor Ort aktuell gut aufgestellt. Sie alle stehen für eines: persönliche Beratung, kurze Wege und ein direkter Draht zu den Menschen vor Ort.
Apotheken erfüllen eine zentrale Rolle im Gesundheitssystem: Sie geben nicht nur Arzneimittel ab, sondern übernehmen eine wichtige Beratungs- und Kontrollfunktion zwischen ärztlicher Verordnung und Anwendung durch die Patientinnen und Patienten. Für Susanne Keilmann, Inhaberin der Laurentius-Apotheke und der Odenwald-Apotheke, und Alexa Mistler, Inhaberin der Hebel-Apotheke, stehen dabei die Menschen im Mittelpunkt: „Zuhören und die gesundheitliche Situation des Patienten verbessern, das ist mein Ziel“, erzählt Mistler. Gerade bei Fragen zur richtigen Einnahme, zu Wechselwirkungen oder bei Unsicherheiten sind Apotheken die erste Anlaufstelle.
Die Einführung von Künstlicher Intelligenz (KI) in die Notdienstplanung der Apothekerkammern sollte die Dienste vor Ort in den Apotheken optimieren, führt jedoch aktuell zu gemischten Ergebnissen. „Auch durch das Apothekensterben hat sich die Distanz, die die Kundinnen und Kunden zur Notdienst-Apotheke fahren müssen, erhöht“, so Keilmann. „Zwei, drei Monate haben wir gar keinen Notdienst, dann geballt in einem Monat drei, vier. Das ist belastend“, klärt sie weiter auf. Gerade nachts und an Feiertagen zeigt sich, wie wichtig der Notdienst ist: Schmerzen, Fieber oder akute Beschwerden warten nicht bis morgen. In solchen Momenten ist es entscheidend, schnell Hilfe zu bekommen und nicht allein zu sein. Apotheken sorgen dafür, dass notwendige Medikamente auch dann verfügbar sind und geben vielen Menschen in unsicheren Situationen ein Stück Sicherheit.
Sowohl Keilmann als auch Mistler beobachten seit Jahren Veränderungen im Apothekenmarkt. „Früher hat der Senior-Apotheker seine, wenn auch kleine Apotheke, bis ins höhere Alter betreiben können. Der Ertrag war mehr oder weniger gesichert, das Geschäftsjahr planbar, das Risiko überschaubar. Heute sind nur noch die Apotheken überlebensfähig, die wie ein Wirtschaftsunternehmen geführt werden. Der Druck von allen Seiten fordert den Inhaber oder die Inhaberin als Vollkaufmann oder -frau. Das pharmazeutische Fachwissen und ein bisschen BWL reichen schon lange nicht mehr“, erzählt Mistler. So wünscht sich auch Keilmann nach 13 Jahren keinerlei Gehaltserhöhung für den Arbeitgeber endlich „eine Fixum-Erhöhung pro Packung, die schon so lange von Seiten der Regierung versprochen wurde“, um den steigenden Kosten im Außen gerecht zu werden. Der Wettbewerb durch Online-Apotheken und Drogeriemärkte hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. „Es wird sehr viel online gekauft, obwohl sich zuvor in der Apotheke vor Ort beraten lassen wurde“, so eine angestellte Apothekerin in der Laurentius-Apotheke.
Um den veränderten Anforderungen gerecht zu werden, entwickeln Apotheken ihr Angebot kontinuierlich weiter. Dazu gehören unter anderem:
Hinter den Apotheken in Hemsbach stehen Menschen, die ihren Beruf mit Überzeugung, Kompetenz, viel Engagement und großem Herz ausüben. Ein Beispiel ist Mistler, die 2001 aus der Pfalz nach Hemsbach kam und die Hebel-Apotheke im Jahr 2006 übernahm. Mit Weitblick investierte sie in die Zukunft ihres Standorts, unter anderem mit einem modernen Warenlagerautomaten, der im Team liebevoll „Olaf, unser erster männlicher Kollege im Team“ genannt wird. Auch bei Keilmann und ihren Teams in den Laurentius- und Odenwald-Apotheken zeigt sich diese Haltung: ein starkes Team, das auf Zusammenarbeit, fachliche Kompetenz und eine enge Bindung zu den Menschen vor Ort setzt. Durch die Verbindung von Haupt- und Filialapotheke gelingt es, flexibel auf Anforderungen zu reagieren und die Versorgung zuverlässig sicherzustellen. Was beide Apothekenteams verbindet, ist mehr als Fachwissen: Es ist die Kombination aus Erfahrung, Empathie und dem täglichen Anspruch, für Menschen da zu sein, persönlich, verlässlich und mit einem offenen Ohr.
Vor-Ort-Apotheken stehen für Nähe, im wahrsten Sinne des Wortes. Kurze Wege bedeuten schnelle Hilfe, gerade für ältere oder eingeschränkte Menschen. Gleichzeitig sind Apotheken fest in das Leben einer Stadt eingebunden: Man kennt sich, vertraut einander und begegnet sich oft über viele Jahre hinweg. Diese gewachsene Verbindung schafft Sicherheit und ein echtes Gefühl von Verlässlichkeit. Etwas, das weit über die reine Versorgung hinausgeht.
Vor-Ort-Apotheken bieten persönliche Beratung mit echter Empathie und kennen oft die individuelle Situation ihrer Kundinnen und Kunden. Sie sorgen für sofortige Hilfe ohne Wartezeit und übernehmen eine wichtige Kontrollfunktion für die sichere Anwendung von Medikamenten. Zudem sichern sie durch Notdienste und kurze Wege eine verlässliche Gesundheitsversorgung direkt im Alltag. Vor diesem Hintergrund wird deutlich: Vor-Ort-Apotheken wie hier in Hemsbach sind auch in Zukunft ein unverzichtbarer Bestandteil einer verlässlichen und wohnortnahen pharmazeutischen Betreuung. (rd)
