
Neben der Stadt Neckargemünd bedient das Taxiunternehmen auch die Ruftaxilinien in den Gemeinden Gaiberg und Wiesenbach. Doch das ist nicht mehr rentabel – das Unternehmen hat der Stadt gekündigt.
In der Gemeinderatssitzung am 24. Februar wurde bekannt gegeben, dass Taxi Beckenbach bereits im November vergangenen Jahres darüber informiert hatte, aus wirtschaftlichen Gründen eine Kündigung des Vertrags in Erwägung zu ziehen. Hintergrund seien deutlich rückläufige Fahrgastzahlen seit dem Ende der Corona-Pandemie bei gleichzeitig gestiegenen Lohnkosten. Unter diesen Bedingungen sei ein wirtschaftlicher Betrieb nicht mehr auskömmlich.
In einem Schreiben vom 7. Januar kündigte Taxi Beckenbach schließlich den bestehenden Vertrag zum 8. Mai 2026. Gleichzeitig signalisierte das Unternehmen jedoch Interesse an einer Weiterführung des Angebots, sofern sich die Rahmenbedingungen verbessern. Als Übergangslösung wurde der Gemeinde vorgeschlagen, die Ruftaxifahrten zumindest an den besonders stark frequentierten Tagen freitags und samstags weiterhin anzubieten. Zeitgleich erhielten auch die Gemeinden Gaiberg und Wiesenbach entsprechende Kündigungsschreiben.
Die Ruftaxilinien gelten als freiwillige Leistung der Stadt Neckargemünd. Sie dienen als Ergänzung zum bestehenden ÖPNV-Angebot, indem sie tagsüber Angebotslücken schließen und in den Abend- und Nachtstunden Mobilität außerhalb des regulären Busverkehrs ermöglichen. Für Inhaber eines Abonnements, etwa des Deutschland-Tickets, sind die Fahrten kostenfrei, alle übrigen Nutzer zahlen einen Eigenanteil von zwei Euro. Die Abrechnung der Kosten erfolgt monatlich zwischen Taxi Beckenbach und der Stadt. Für das Jahr 2025 beliefen sich die Gesamtkosten auf 73.229 Euro, wobei Einnahmen von Selbstzahlern in Höhe von 988 Euro bereits berücksichtigt sind. Der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) übernimmt einen Zuschuss von bis zu 45 Prozent der nicht durch Fahrgeldeinnahmen gedeckten Betriebskosten. Damit verblieb für die Stadt Neckargemünd ein Eigenanteil von 42.551 Euro.
Angesichts der angespannten Haushaltslage stellt sich nun die Frage, ob und in welcher Form sich die Stadt eine Fortführung des Ruftaxiangebots leisten kann. In der Gemeinderatssitzung wurde deutlich, dass grundsätzlich ein Interesse an einer Weiterführung besteht – wenn auch in veränderter und möglicherweise eingeschränkter Form. Nun sollen Beratungen folgen, wie das Angebot künftig angepasst und finanziell tragfähig gestaltet werden kann. Mit einem Abschluss dieses Verfahrens ist nach Einschätzung der Verwaltung frühestens Ende des Jahres 2026 zu rechnen.