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Wie Mundstücke entstehen

In Markneukirchen fertigt die Meistermanufaktur Werner Chr. Schmidt seit über 180 Jahren Mundstücke für Blechblasinstrumente – als ältester Mundstückhersteller...
Musiker mit Blechblasinstrumenten, vorwiegend Trompeten
Blechbläser im Orchester – erst im Zusammenspiel von Instrument, Mundstück und Musiker entfalten Klang, Ansprache und Ausdruck ihre volle Wirkung.Foto: JK

In Markneukirchen fertigt die Meistermanufaktur Werner Chr. Schmidt seit über 180 Jahren Mundstücke für Blechblasinstrumente – als ältester Mundstückhersteller der Welt in mittlerweile siebter Generation. In enger Zusammenarbeit mit Profi-Musiker:innen und auf Basis handwerklicher Erfahrung entstehen hier individuell gefertigte Mundstücke, die Ansprache, Klangqualität und Spielkomfort auf hohem Niveau vereinen. Tradition trifft dabei auf kontinuierliche Innovation – mit dem Ziel, Musikerinnen und Musikern Werkzeuge zu bieten, die ihr Spiel nachhaltig unterstützen.

Die Grundlage: Material aus eigener Herstellung

Für uns beginnt alles mit unserem eigenen Guss. Wir verwenden ausschließlich eine speziell entwickelte Messinglegierung, die wir seit Generationen selbst herstellen.
Dieses Rohmaterial bildet die Grundlage für Klang, Resonanz und Spielgefühl. Anschließend wird jedes Mundstück konventionell auf der Drehbank von Hand gefertigt.
Die eigentliche „Magie“ geschieht für mich in dem Moment, in dem aus dem rohen, unscheinbaren Metallblock langsam die vertraute Form eines Mundstücks entsteht – wenn man spürt, wie Material, Erfahrung und Handarbeit zu einem Instrumentenbaustück mit Seele zusammenfinden.

Zeit und Entwicklung

Von der ersten Idee bis zum spielbereiten Mundstück vergehen in der Regel mehrere Wochen. Für neue Modelle kommen Entwicklungszeit, Prototypenbau und Tests hinzu, die oft viele Feinarbeiten erfordern.
Die reine Fertigung eines Mundstücks in Handarbeit dauert – je nach Modell – mehrere Stunden, verteilt auf verschiedene Arbeitsgänge.

Handwerk bleibt Handwerk

Wir sind der letzte Betrieb weltweit, der Mundstücke vollständig von Hand dreht. Jeder Schritt auf der Drehbank erfolgt manuell. Auch das Drehen der Innen- und Außenkonturen, das Stempeln und das Polieren sind reine Handarbeit.
Moderne Technik nutzen wir vor allem dort, wo sie die Qualitätssicherung unterstützt – etwa beim exakten Vermessen der Endmaße oder bei der Dokumentation der Modellreihen. Der Herstellungsprozess selbst bleibt jedoch traditionelle Handarbeit.

Eingewöhnungsphase?

Ja, die gibt es tatsächlich – allerdings vor allem beim Musiker. Ein neues Mundstück benötigt meist einige Tage bis Wochen, bis es sich vollständig in das persönliche Spielgefühl einfügt. In dieser Zeit passen sich sowohl der Ansatz als auch das Empfinden für Klang und Widerstand an die neue Geometrie an. Das Mundstück selbst ist nach der Fertigung sofort spielfertig.

Ein Beruf zwischen Genauigkeit und Klang

Es ist die Verbindung aus allem: die Präzision, die nötig ist, um wiederholbar perfekte Ergebnisse zu erzielen, die Faszination für den Klang und seine Nuancen – und natürlich das traditionelle Handwerk, das in unserer Familie seit sieben Generationen weitergegeben wird. Die größte Freude ist zu wissen, dass ein Mundstück, das unter meinen Händen entstanden ist, Teil der musikalischen Ausdruckskraft eines Menschen wird.

Erscheinung
Fleiner Nachrichten
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Ausgabe 06/2026
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