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Wiesloch tritt wieder in die Pedale

Auftakt mit Radtour und Infomarkt Mit einer gemeinsamen Radtour, zahlreichen Informationsständen und prominenten Gästen ist am vergangenen Sonntag das...
Oberbürgermeister Dirk Elkemann, Walldorfs Bürgermeister Matthias Renschler und Landrat Manuel Just waren gemeinsam mit vielen anderen bei der Auftaktveranstaltung des Stadtradelns und der Mobilitätswoche 2026.Foto: LIP

Auftakt mit Radtour und Infomarkt

Mit einer gemeinsamen Radtour, zahlreichen Informationsständen und prominenten Gästen ist am vergangenen Sonntag das Stadtradeln 2026 in Wiesloch offiziell eröffnet worden.

Die Auftaktveranstaltung auf dem Adenauerplatz bildete zugleich einen Höhepunkt der Mobilitätswoche des Mobilitätspakts Walldorf-Wiesloch.

Tour durch den Mobilitätspakt

Vor den Eröffnungsreden startete, trafen sich Interessierte mit den Oberbürgermeistern von Wiesloch und Walldorf und den Vertretern der Landesregierung zu einer gemeinsamen Rundfahrt entlang wichtiger Stationen des Mobilitätspakts. Walldorfs Bürgermeister Matthias Renschler konnte die Gruppe allerdings nur zu Beginn begleiten, da ihn anschließend Verpflichtungen auf dem Walldorfer Spargelmarkt erwarteten. Während der rund zweistündigen Tour wurden verschiedene Maßnahmen für eine nachhaltigere Mobilität in der Region besichtigt. Ziel des Mobilitätspakts ist es, den Verkehr im Wirtschaftsraum Walldorf-Wiesloch umweltfreundlicher zu gestalten und attraktive Alternativen zum Auto zu schaffen.

Fahrradstraße im Fokus

Ein besonderer Halt war die neu eingerichtete temporäre Fahrradstraße im Kleinfeldweg in Walldorf. Sie ist Teil eines Verkehrsversuchs und soll Erkenntnisse darüber liefern, wie sich die wichtige Verbindung zwischen Bahnhof, Gewerbegebiet und den großen Arbeitgebern der Region sicherer und attraktiver für den Radverkehr gestalten lässt. Die Strecke ist ein wichtiger Baustein des Radverkehrskonzepts und der gemeinsamen Infrastrukturkampagne „RadKULTUR“.

Offizieller Start am Platz

Gegen Mittag erreichte die Radgruppe den Adenauerplatz, auf dem bereits zahlreiche Besucher auf die offizielle Eröffnung warteten.

In seiner Rede erinnerte Elkemann daran, dass die Grundlagen für den heutigen Mobilitätspakt bereits vor vielen Jahren gelegt worden seien. Er lobte insbesondere das Verkehrsministerium, das beim Ausbau der L723 nicht allein auf mehr Kapazitäten für den Autoverkehr gesetzt habe. Stattdessen sei frühzeitig die Frage gestellt worden, wie mehr Menschen für Bus, Bahn, Fahrrad und den Fußverkehr gewonnen werden könnten.

Gemeinsam für die Verkehrswende

Dabei gehe es vor allem darum, Menschen attraktive Alternativen zum Auto anzubieten. Gerade die sogenannte „letzte Meile“ spiele eine wichtige Rolle – etwa wenn Pendler statt mit dem Auto künftig mit dem Fahrrad zum Bahnhof fahren. Ebenso hob Elkemann die enge Zusammenarbeit von Kommunen, Kreis, Land und Unternehmen hervor. Als Beispiel nannte er die SAP, deren Beschäftigte täglich in großer Zahl nach Walldorf pendeln. „Wir sind im wahrsten Sinne des Wortes auf einem sehr guten Weg“, sagte Elkemann. Wiesloch beteiligt sich bereits zum 19. Mal an der bundesweiten Aktion. Christoph Erdmenger würdigte die zahlreichen Projekte und Initiativen in der Region. Als Beispiel nannte er den entstehenden Radweg über das Gelände der Heidelberger Druckmaschinen. Besonders beeindruckt zeigte er sich von den vielen pragmatischen Einzelmaßnahmen, die Schritt für Schritt umgesetzt würden. „Finanzieren ist das eine, aber das Machen vor Ort ist das andere. Ich bin sehr beeindruckt, was hier geschafft wird“, betonte Erdmenger. Landrat Manuel Just unterstrich die Bedeutung des Stadtradelns mit einem Blick auf die Erfolge der vergangenen Jahre. Besonders freute ihn, dass im vergangenen Jahr die Stadt Weinheim, deren OB er war, bei den großen Kommunen die meisten Kilometer „erradeln“ konnte. Bei den mittleren Gemeinden lag sein Wohnort Hirschberg vorne.

Mit Spaß zum Umsteigen

Alle Redner waren sich einig, dass der Wettbewerb vor allem dazu motivieren soll, das Fahrrad häufiger im Alltag zu nutzen. Die Hoffnung: Wer während der drei Aktionswochen positive Erfahrungen sammelt, behält neue Gewohnheiten auch danach bei. „Radfahren ist nicht nur gut für die Gesundheit und macht Spaß, sondern auch für die Umwelt. Sagen Sie es Freunden und Bekannten weiter“, appellierte Elkemann an die Besucher.

Information und Beratung

Rund um den Adenauerplatz informierten zahlreiche Organisationen über Themen der nachhaltigen Mobilität und Verkehrssicherheit. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) bot eine umfassende Beratung zum passenden Fahrradhelm an und hatte eine beeindruckende Auswahl verschiedener Modelle mitgebracht. Der ADFC setzt sich bundesweit für die Interessen von Radfahrenden ein und engagiert sich für sichere und attraktive Bedingungen im Radverkehr. Die Wieslocher Fachstelle für Suchtberatung war vor Ort mit Quizangeboten, einem Glücksrad und speziellen Rauschbrillen, mit denen Besucher testen konnten, wie sich unterschiedliche Alkoholwerte auf Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit auswirken. Mit den Brillen galt es, einen Hindernisparcours zu Fuß, mit dem Bobbycar oder auf einem Tretfahrzeug zu bewältigen. Zur Freude der Zuschauer wagte sich auch Oberbürgermeister Elkemann durch den Parcours und geriet dabei sichtbar ins Schlingern, aber ohne Kollision mit Hindernissen ins Ziel. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) informierte praxisnah über Mobilitätsangebote von Leihfahrrädern und Car-Sharing. Besucher konnten die entsprechenden Apps direkt ausprobieren und Fragen loswerden. Die Infrastrukturkampagne „RadKULTUR“ des Landes Baden-Württemberg unterstützt Kommunen dabei, das Fahrrad als alltägliches Verkehrsmittel stärker in den Fokus zu rücken und mehr Menschen für das Radfahren zu begeistern. Sie hielten kostenlose Radkarten, Warnwesten sowie Getränke und Brezeln bereit.

Jetzt noch anmelden

Wer sich noch am Stadtradeln beteiligen möchte, kann sich jederzeit online unter www.stadtradeln.de/wiesloch/ registrieren, einem bestehenden Team beitreten oder ein eigenes Team gründen. Während des Aktionszeitraums werden alle mit dem Fahrrad zurückgelegten Kilometer erfasst und für die jeweilige Kommune gewertet. Ziel der bundesweiten Kampagne des Klima-Bündnisses ist es, möglichst viele Menschen dauerhaft für das Radfahren im Alltag zu begeistern. (ch)

Erscheinung
exklusiv online
von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM
15.06.2026
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