Sirenen mehrerer Feuerwehrfahrzeuge heulten am Samstagvormittag rund um die Mehrzweckhalle in Schatthausen auf.
Mindestens fünf Fahrzeuge kamen mit Blaulicht und Sirenen angefahren. Glücklicherweise handelte es sich nicht um einen Ernstfall, sondern um eine großangelegte Übung aller Wieslocher Jugendfeuerwehren. Das Szenario fand im Rahmen des 100-jährigen Bestehens der Schatthäuser Floriansjünger statt.
Angenommen war zunächst ein Küchenbrand in der Halle selbst, allerdings breitete sich das Feuer weiter aus. „Wir haben etwa 75 Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 17 Jahren im Einsatz“, informierte der Stadtjugendwart Mirko Greiner am Rande des Geschehens. Der Feuerwehrnachwuchs kam aus der Kernstadt, natürlich aus Schatthausen, Baiertal und Frauenweiler. Nach dem Eintreffen der Löschfahrzeuge verschaffte man sich zunächst einen Überblick über die Lage am Einsatzort, um dann einzugreifen. Schläuche wurden mit viel Begeisterung ausgerollt, ehe die Jugendfeuerwehren so richtig loslegten.
Aber nicht nur die eigentliche Brandbekämpfung stand im Mittelpunkt, auch „Verletzte“ mussten versorgt werden. Das Wasser wurde aus dem nahegelegenen Bach abgepumpt, derweil sich andere in Sachen Menschenrettung engagierten. Henrik Waldi, der Abteilungskommandant der Feuerwehr Schatthausen, der das Amt seit nunmehr eineinhalb Jahren innehat, begrüßte die zahlreichen Gäste und Schaulustigen, die sich trotz der Kühle und des leichten Nieselregens zu Beginn der Übung eingefunden hatten. Mit dabei waren Wieslochs Bürgermeister Ludwig Sauer in einer schmucken Feuerwehruniform, der stellvertretende Kreisbrandinspektor Ingo Schmiedeberg und die Ortsvorsteher Patrick Schulz (Schatthausen) und Michael Glaser (Baiertal). Zudem hatten sich viele Eltern sowie Omas und Opas eingefunden, um die erfolgreiche Brandbekämpfung des Nachwuchses und der Enkel zu beobachten. Und die Kinder legten sich mächtig ins Zeug. „Wir haben das bei den Großen abgeschaut“, verkündete der zehnjährige Tobi voller Stolz. Um den Feuerwehrnachwuchs muss man sich in Wiesloch sicherlich keine Gedanken machen.
Bevor der Startschuss zum angenommenen Ernstfall jedoch gegeben wurde, meinte Waldi, alle sollten sich wohlfühlen, denn für Essen und Trinken war ausreichend gesorgt, man hatte sogar Überdachungen über die Sitzgelegenheiten gespannt. Wie Henrik Waldi im Gespräch mit der WieWo hervorhob, werde man das große Jubiläumsfest zum 100-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Schatthausen am 11. Juli ebenfalls rund um und bei schlechtem Wetter in der Mehrzweckhalle durchführen. „Wir haben hier zum einen mehr Parkplätze und die Infrastruktur ist idealer als bei uns an der Feuerwache“, sagte er. Und natürlich hofft man auf tolles Wetter, nicht so kühl wie bei der Übung der Jugendwehren. (sd)
