Gucken, Stöbern, Kaufen, Schlemmen, Genießen, Musik hören, Freunde und Bekannte treffen – das alles bot der Wildbader Frühling am vergangenen Sonntag. Das Wetter war im Vergleich zu den letztjährigen Veranstaltungen bedeutend besser und so machte es Freude, durch die König-Karl-Straße und die Wilhelmstraße zu schlendern, das Angebot der örtlichen Einzelhändler und Gastronomen anzunehmen und auf dem Edeka-Parkplatz nach Flohmarkt-Schnäppchen Ausschau zu halten.
Die Wildbader Einzelhändler öffneten zum „verkaufsoffenen Sonntag“ und boten ihre Waren vor und in ihren Läden an, mancher verknüpfte dies auch mit Sonderrabatten oder kleinen Aktionen. In der König-Karl-Straße unterhielt Sängerin Chiara die Flanierenden mit ihrer schönen Gesangsstimme, in der Wilhelmstraße hatte sich Horst Oberle mit seinem Saxophon platziert. Hier fanden sich immer wieder Besucher, die stehenblieben, den Musikern lauschten oder sich direkt in Hörweite in eine Außengastronomie setzten.
Schnäppchenjäger konnten vor allem auf dem Edeka-Parkplatz und in der unteren König-Karl-Straße fündig werden. Hier waren in diesem Jahr erstmals die Stände der Flohmarktanbieter zentral zusammengefasst. Die Marktatmosphäre wurde dadurch verstärkt und so konnte man sich nahezu wie auf einem „Marché aux puces“ in Paris oder Amsterdam fühlen. Es wurde geguckt, gefeilscht und gekauft. Die Anbieter waren aus der Region und auch darüber hinaus, viele sind nahezu jedes Wochenende mit ihrem Angebot auf Flohmärkten unterwegs. Da der Startpreis in Bad Wildbad nicht allzu hoch ist, lohnt sich eine Teilnahme auch, wenn der Umsatz nicht so toll ausfällt. „Wir haben Spaß am Handeln und am Verkaufen und bevor wir die schönen Dinge aus Platzmangel wegwerfen müssen, gibt es sicher Menschen, denen man damit eine Freude machen kann“, erklärte eine Anbieterin, bevor sie sich freundlich den nächsten Interessenten zuwandte.
Neben der Wildbader Geschäftswelt nutzten auch Vereine und Institutionen die Möglichkeit, sich beim Wildbader Frühling zu präsentieren oder die Vereinskasse durch ein gastronomisches Angebot aufzubessern. Das königliche Kurtheater stellte sein Sommerprogramm vor und auch die evangelische Heimstiftung war mit einem Aktionsstand und Informationsmaterial vertreten.
Beeindruckend war das „Begehbare Gehirn“ der AMSEL-Kontaktgruppe Calw. Hier konnte man aufrechten Ganges durch ein menschliches Gehirn laufen und sich die verschiedenen Hirnregionen ansehen. Wie sieht das Gehirn aus, wenn Krankheiten vorliegen? Dies wurde am Beispiel eines Hirntumors und einer Multiplen Sklerose-Veränderung dargestellt. Ziel der aufwendigen Präsentation war laut Kontaktgruppenleiter Michael Meßmer auf die diversen Krankheiten aufmerksam zu machen, die von Veränderungen am Gehirn ausgehen. Die Hilfsorganisation AMSEL (Aktion Multiple Sklerose Erkrankter) arbeitet eng mit der Reha-Klinik Quellenhof in Wildbad zusammen.
Die Kontaktgruppe Calw spart aktuell auf ein behindertengerechtes Fahrzeug, um ihren Mitgliedern einen größeren Bewegungsspielraum zu bieten. Deshalb war die Gruppe am Sonntag auch mit einer Tombola, einem gastronomischen Angebot und Mitmachaktionen auf dem Wildbader Frühling vertreten. „Jeder Euro hilft uns“, sagt Michael Meßmer, der selbst aufgrund seiner Erkrankung im Rollstuhl sitzt. Weitere Informationen gibt es unter www.amsel.de/calw. Spenden für das dringend benötigte Fahrzeug werden gerne über das Konto IBAN: DE06 6665 0085 0008 2602 22 (Sparkasse Pforzheim Calw) angenommen. (gg)


