Der Klimawandel ist längst keine abstrakte Bedrohung mehr, sondern eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Mit dem Beschluss zur Klimaneutralität bis 2040 setzt Baden-Württemberg ein klares Zeichen: Der CO₂-Ausstoß muss sinken, die Energieversorgung nachhaltig werden. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Windenergie – auch hier bei uns in Weingarten.
Wind ist eine unerschöpfliche, saubere und klimafreundliche Energiequelle. Gemeinsam mit der Solarenergie kann Windkraft einen immer größeren Anteil fossiler Brennstoffe ersetzen. Das schützt nicht nur das Klima, sondern auch unsere Umwelt und unsere Gesundheit.
Gerade Weingarten verfügt über ein gutes Potenzial zur Nutzung dieser Technologie. Die Energiewende ist keine abstrakte Vision mehr – sie kann direkt vor unserer Haustür stattfinden.
Der Strom wird dann hier produziert, wo er auch gebraucht wird. Das bedeutet: Wertschöpfung bleibt in der Region. Pachteinnahmen und Betreiberzahlungen stärken langfristig den Gemeindehaushalt und schaffen finanzielle Spielräume für wichtige Zukunftsprojekte.
Allein zwei Windräder im Gemeindeforst könnten über ihre gesamte Betriebsdauer einige Millionen einbringen. Geld, das in Bildung, Infrastruktur oder soziale Projekte fließen kann. Können wir es uns leisten, auf diese Einnahmen zu verzichten?
Gleichzeitig entstehen krisenfeste Arbeitsplätze, und die regionale Versorgungssicherheit wird gestärkt. Wer Strom selbst erzeugt, macht sich generell unabhängiger von internationalen Energiekrisen und Preisschwankungen.
Was passiert, wenn der Wind nicht weht? Die Antwort ist eindeutig: Die Stromversorgung bleibt stabil. Weingarten ist weiterhin Teil des europäischen Stromnetzverbundes. Innerhalb der EU werden große Strommengen flexibel ausgetauscht – je nachdem, wo gerade wie viel Energie produziert wird. Windräder vor Ort verändern diese Sicherheit nicht. Sie sorgen lediglich dafür, dass wir einen Großteil unseres Strombedarfs selbst decken können.
Messungen der EnBW am Hinteren Heuberg zeigen: Drei Windräder könnten so viel Strom erzeugen, wie alle privaten Haushalte und Betriebe in Weingarten zusammen pro Jahr verbrauchen – und das, obwohl der Wind nicht permanent weht. Angesichts eines künftig steigenden Strombedarfs wäre Weingarten damit gut für die Zukunft aufgestellt.
Moderne Windkraftanlagen arbeiten heute sehr leise. Durch Abstände von mindestens 700 Metern zu Wohngebieten sind sie in der Regel nicht störend.
Auch Natur- und Artenschutz werden ernst genommen. Jeder Standort wird sorgfältig geprüft, um Auswirkungen auf Vögel und Fledermäuse zu minimieren. Organisationen wie „Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland“ (BUND) und „Naturschutzbund Deutschland“ (NABU) zeigen in ihren Veröffentlichungen, dass Windenergie und Naturschutz vereinbar sind – bei sorgfältiger Planung und moderner Technik.
Die Energiewende wird von einer großen Mehrheit getragen. Laut einer Umfrage des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung vom Oktober 2024 unterstützen 89 Prozent der Befragten den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien. 2021 stimmten beim Bürgerentscheid in Rheinstetten 66 Prozent für den Bau von Windrädern vor Ort, 2025 im Kraichtal 62% und zuletzt im Dezember 2025 in Bruchsal 58%.
Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass die Menschen in Weingarten anders denken. Viele wissen: Die Energiewende ist nicht nur eine ökologische Notwendigkeit, sondern auch eine wirtschaftliche Chance.
Windkraft in Weingarten bedeutet Klimaschutz, regionale Wertschöpfung, höhere Versorgungssicherheit und Generationengerechtigkeit. Sie ist eine Investition in unsere Heimat und in die Zukunft unserer Kinder.
Die Frage ist nicht, ob wir uns Windenergie leisten können.
Die entscheidende Frage lautet: Können wir es uns leisten, darauf zu verzichten?
Stimmen sie deshalb bitte beim Bürgerentscheid am 8.März 2026 mit JA.
Dann kann die Gemeinde Weingarten gemeindeeigene Flächen am Hinteren Heuberg zum Zwecke der Errichtung und des Betriebs von Windenergieanlagen verpachten.
(wb/red)