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Winterausfahrt 2026 in den Bayerischen Wald

Eingebettet in die Waldlandschaft wurden auch Großgehege und Volieren errichtet und zum Tierfreigelände im Nationalparkzentrum Lusen zusammengefasst....
Besuch der Radar-Einsatzstellung Großer Arber (1456 ü. NN)Foto: hdt

Eingebettet in die Waldlandschaft wurden auch Großgehege und Volieren errichtet und zum Tierfreigelände im Nationalparkzentrum Lusen zusammengefasst. Auf einer Fläche von 200 ha leben 45 heimische Tierarten in ihrer natürlichen Umgebung.

Am frühen Morgen des 15. April trafen sich sieben Kameraden der RK-Obrigheim, um zur traditionellen Winterausfahrt zu starten. Pünktlich, wie beim Militär üblich, stand Erhard vor der Tür. Gegen acht Uhr hatten wir alle Kameraden abgeholt und bei strahlender Sonne ging es gen Osten. Nach einem kurzen Verpflegungsstop erreichten wir am späten Vormittag unser erstes Ziel, den Wildgarten in Futh im Wald. Auf einem Gelände von etwa 100.000 m² zeigt der Wildgarten, gegründet im Jahre 1990, die heimische Tier- und Pflanzenwelt auf unterhaltsame Weise. Ein besonderer Höhepunkt war die Unterwasser-Beobachtungsstation. Durch sechs dicke Glasscheiben sieht man einen natürlichen Teich aus der Sicht eines Tauchers. Hechte, Zander, Flussbarsche sind auf der Jagd nach Rotaugen, Rotfedern und Lauben.

Anschließend ging es in die Erlebniswelt Flederwisch. Diese Erlebniswerkstatt ist ein um 1900 errichtetes Industriegebäude, das im Originalzustand belassen, die Anfänge der Industrialisierung zeigt.

Am späten Nachmittag erreichten wir dann unseren Gasthof in Engelsdorf, wo uns der Hausherr freundlich begrüßte. Nach dem Bezug der Zimmer sorgten kühle Getränke für die entsprechende Entspannung, bevor das tägliche dreigängige Abendmenü serviert wurde. Müde von der Fahrt und dem am Tag Erlebten, war nur noch eine kurze Planung für den nächsten Tag angesagt.

Nach der Stärkung am reichhaltigen Frühstücksbüfett starteten wir zum Großen Arber, wo wir um 10.00 Uhr zur Besichtigung der Radarstellung angemeldet waren. Endlose Sicherheitsüberprüfungen hatten wir überstanden und so stand einem Besuch nichts mehr im Wege. Mit einer Befahrgenehmigung der bayerischen Staatsforsten durften wir die gesperrte Forststraße befahren, da die Bergbahn wegen Revision außer Betrieb war. Ein Hauptfeldwebel begrüßte uns und machte uns mit den Sicherheitsvorkehrungen der Anlage vertraut: kein Handy, keine Fotos und den Atemschutz immer am Mann! Bei früheren Besuchen am Arber hatten wir immer die Kuppeln gesehen, aber was die eigentliche Aufgabe und Fähigkeit der Anlage ist, hat uns doch sehr erstaunt. Der „Abgesetzte Zug 358“, eine Einheit des Einsatzführungsbereiches 3 der Luftwaffe, betreibt zur Luftraumüberwachung bis Venedig ein Großraumradargerät auf dem mit 1456 m ü. NN höchsten Berg im Bayerischen Wald. Die Radarantenne steht unter einem sogenannten „Radom“, einer kuppelförmigen Kunststoffschale mit einem Außendurchmesser von 18 m, die das Radargerät vor der Bewitterung schützt. Fachkundig gewährte uns der Hauptfeldwebel bei seinem Vortrag und der Führung interessante Einblicke: angefangen von einem kurzen Überblick zur Entstehungsgeschichte der Radarstation über die technische Funktionsweise der Sende- und Empfangsantennen bis hin zu den genauen sicherheitspolitischen Tätigkeitsbereichen, die die Station im Auftrag der Bundeswehr hier wahrnimmt.

Ein Besuch bei Joska ist natürlich ein Muss, auch wenn es einem schwerfällt, aus all den Glaswaren eine Auswahl zu treffen. Zurück im Gasthof, genossen wir die Annehmlichkeiten der „Wellness-Oase“! Der Abend verlief analog dem Anreisetag.

Traditionell besuchten wir am nächsten Tag die über die Grenzen hinaus bekannte Waffelfabrik. In über 90-jähriger Tradition fertigt Deutschlands führender Hersteller feinster Waffeln und Riegeln Köstlichkeiten, die man vor Ort direkt erwerben kann.

Was wäre der Bayerische Wald ohne die Kräuterliköre der Spezialitätenbrennereien! Bei der Herstellung dieser edlen Fruchtbrand- und Fruchtgeistliköre verwendet man ausschließlich feinste Destillate und Fruchtsäfte der jeweiligen Frucht nach hauseigener Rezeptur, ohne Zugabe von Neutralalkohol oder Aromen. Nach Verkostung erfolgte automatisch der Einkauf im hauseigenen Laden.

Nachdem alles verstaut war, ging es weiter in den Landkreis Cham. Hier steht eine durch und durch außergewöhnliche Aussichtsplattform auf dem 75 m hohen und denkmalgeschützten Hauptturm der ehemaligen Militäranlage, die bis 2003 militärisch als Abhöranlage genutzt wurde. Der Ausbau und die Freigabe des Turms sind Teil des Projekts „Sektor f“, im Rahmen dessen das Gelände der früheren NATO-Anlagen für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Über 290 Stufen führt eine stählerne Außentreppe auf die 400 m² große Aussichtsplattform in 50 m Höhe. Von dort hat man eine herrliche Aussicht in alle Himmelsrichtungen.

Am nächsten Morgen ging es zum Baumwipfelpfad nach Neuschönau. In 8 bis 25 m über dem Waldboden führt der Pfad zum Aussichtsturm in Form eines Eies. Der 44 m hohe Aussichtsturm verdankt seinen Spitznamen seiner einzigartigen Architektur. Ein 520 m langer Steg führt im Inneren Runde für Runde auf das obere Plateau, von dem man ein unglaubliches Panorama genießen kann. Eingebettet in die Waldlandschaft wurden auch Großgehege und Volieren errichtet und zum Tierfreigelände im Nationalparkzentrum Lusen zusammengefasst. Auf einer Fläche von 200 ha leben 45 heimische Tierarten in ihrer natürlichen Umgebung.

Auf der Rückfahrt zum Gasthof Dilger machten wir noch einen Abstecher zur Hansl-Hütte, einer echten Bayernwald-Hütte auf 700 m Höhe in toller Lage und mit herrlicher Aussicht.

Am nächsten Morgen mussten wir schon wieder die Heimfahrt antreten – die Zeit war mal wieder um! Zeit ist doch relativ! Auf dem staufreien Rückweg machten wir noch Rast in Regensburg und besichtigten die Altstadt, die Steinerne Brücke mit der 500 Jahre alten historischen Wurstküche und den gotischen Dom St. Peter. Hier durften wir die sonntägliche Heilige Messe erleben, mitgestaltet von den Regensburger Domspatzen. Nach diesem feierlichen Ausklang erreichten wir am späten Nachmittag die Heimat. Unser Dank galt wie immer unserem tüchtigen Fahrer, der uns sicher und verantwortungsbewusst kutschierte.

Erscheinung
Obrigheimer Nachrichten
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Ausgabe 18/2026
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