
Es war nass … trotzdem fand am vergangenen Samstag der von Staudengärtnermeister Leonard Langer geleitete Kurs statt, in dem die Teilnehmenden lernen konnten, wie man Stauden zum Ende des Winters fachgerecht zurückschneidet. Die Auswahl an Stauden im Sandbeet auf dem OGV-Gelände ist groß. Das Beet wurde vor einigen Jahren als Magerstandort angelegt, damit viele ökologisch besonders wertvolle Stauden sich richtig wohlfühlen können. Auf nährstoffreichen Fettwiesen könnten sie vor der Konkurrenz „stärkerer“ Arten nicht bestehen. Diese wiederum überleben im kargen, sandigen Boden nicht. Ein Sandbeet erfordert somit keine Düngung und muss nach dem ersten Standjahr nicht mehr gewässert werden, denn Pflanzen, die es mager mögen, sind in der Regel auch Trockenheitskünstler. Durch die dicke Sandauflage bildet sich im Winter zudem keine Staunässe und „Beikräuter“ lassen sich sehr leicht jäten. Das Attribut „pflegeleicht“ hat sich so ein Beet nach dem Anlegeaufwand daher redlich verdient.
Um sicherzustellen, dass den Pflanzen nicht die erforderliche Menge an Licht zum Neuaustrieb fehlt, empfiehlt sich zum Ende der vegetationslosen Saison ein gezielter Rückschnitt mit einer scharfen Gartenschere. Große Gräser lassen sich auch gut mit einer elektrischen Schere kürzen, am besten zu zweit, wobei eine Person die Stängel am oberen Ende zusammenhält, und eine zweite vorsichtig die Schere führt. Die Zusammenarbeit zwischen Referent und Kursteilnehmern funktionierte hier perfekt.
Worauf Sie trotzdem achten sollten: Wenn Ihre Stauden markhaltige Stängel enthalten (Königskerzen, Karden, Fenchel, Herzgespann usw.), nutzen Wildbienen diese gerne zum Nisten. Auch Brombeeren, Wildrosen und sogar Hortensien besitzen übrigens markhaltige Stängel. Manche Arten nagen ein Loch in die verholzte Stängelwand und Gänge in das weiche Mark, um ihre Eier abzulegen. Geschlüpft wird dann erst Monate später, wenn das Frühjahr und wärmere Temperaturen Einzug gehalten haben. Wenn die Stängel allerdings zu früh zurückgeschnitten werden, stirbt die Brut, oft selbst dann, wenn das Schnittgut „zur Seite gelegt“ wird. So kann der Frost angreifen und die Brut töten. Außerdem wachsen die Pflanzenstängel natürlicherweise senkrecht und einzeln in die Höhe, weshalb eine vertikale, gebündelte Lagerung des Schnittguts kontraproduktiv wäre. Entscheidend ist also ein Blick auf die Wettervorhersage, bevor Sie zum Winterende Ihre Stauden zurückschneiden und lassen Sie die Pflanzenreste, wenn möglich, geschützt und ungebündelt noch eine Weile in einer Gartenecke stehen, um auf Nummer sicher zu gehen!
Am Nachmittag desselben Tages fand ein zweiter Kurs auf dem Gelände der Kita „Kunterbunt“ am Kronenburger Hof statt. Dort war es zumindest etwas trockener. Wir danken Leonard für seine Bereitschaft, sein langjähriges Wissen mit uns zu teilen und auch viele hilfreiche Tipps zu Staudenpflanzungen im Allgemeinen beizusteuern.
Am Samstag, dem 28. Februar, folgt der letzte Kurs unseres Februar-Kursmarathons: Auf der Wiese im Eingangsbereich zum Steinbruch Leferenz stehen elf Apfelbäume unterschiedlichen Alters, die sich wunderbar eignen, um die Grundlagen des Obstbaumschnitts zu vermitteln. Der Kurs ist kostenfrei.
Weitere Informationen zum Obst- und Gartenbauverein finden Sie stets auf unserer Homepage unter www.ogv-dossenheim.de.
Text: Alexa Feuchtenberger
Einladung zur Jahreshauptversammlung
Die Jahreshauptversammlung findet am Freitag, dem 13. März 2026, um 19.00 Uhr in der Gaststätte Tominac, Dossenheimer Landstr. 151, statt.
Tagesordnung
1. Begrüßung
2. Feststellung der ordnungsgemäßen Einberufung und der Beschlussfähigkeit der Mitgliederversammlung
3. Totengedenken
4. Bericht des Schriftführers
5. Bericht des Vorsitzenden
6. Bericht der Kassiererin
7. Bericht der Kassenprüferinnen mit Antrag auf Entlastung der Kassiererin
8. Aussprache zu den Berichten
9. Bestellung einer Wahlleiterin bzw. eines Wahlleiters und Antrag auf Entlastung der Vorstandsmitglieder
10. Neuwahl der Vorstandsmitglieder und einer Kassenprüferin bzw. eines Kassenprüfers
11. Verschiedenes
Eingeladen sind alle Mitglieder und auch Freunde des Obst- und Gartenbauvereins mit Angehörigen. Wer eine Fahrgelegenheit braucht, soll bitte ein Vorstandsmitglied ansprechen.
W. Schröder


