Mit 13 Jahren habe Luna ihr erstes Smartphone bekommen – ein Altgerät ihres Onkels. Ihr Vater, der nicht wollte, dass seine Tochter den Anschluss verpasste, habe ihr danach ein neues geschenkt. Doch heute sage Luna: „Ich wünschte, es hätte für mich ein Social-Media-Verbot gegeben.“ Denn es falle ihr heute viel schwerer, sich auf ein Buch zu konzentrieren, und sobald etwas anstrengender werde, greife sie gerne zum Handy. Deshalb lebe sie nicht mit ihrem Smartphone, sondern gegen es, schreibt Tillmann Prüfer, Vater der heute 26-jährigen Luna. Prüfer ist Autor der wöchentlich erscheinenden Serie „Prüfers Töchter“ im ZEITmagazin, einer Beilage der Wochenzeitung DIE ZEIT.
Am 22.1.2026 berichtete er dort über die Gefahren der Abhängigkeit vom Smartphone und wie sich seine Tochter daraus befreite. Deshalb beginnt die kurze Geschichte mit der Schilderung eines Schneeurlaubs seiner Tochter Luna: Mit ihren Freunden sei sie den ganzen Tag draußen gewesen und nicht erreichbar. Die Fotos, die er bekommen habe, hätte jemand anderes gemacht. Sonst gebe es keinerlei digitale Spuren dieses Urlaubs. Tagelang habe sie sich auf der Skipiste getummelt, sei völlig offline gewesen.
Zwei Perspektiven zeigt Prüfer in seinem Artikel:
Die eine: Junge Menschen werden sich bewusst, was ihnen das Smartphone alles nimmt. Sie ziehen Konsequenzen, um sich von dem Zwang des Smartphones zu befreien, um nicht mehr permanent in einer digitalen Welt zu leben, in der das echte Leben, die echte Kommunikation zwischen und unter Menschen verschwindet.
Die andere: was liebevolle Eltern anrichten, wenn sie ihren Kindern schon dann ein Smartphone schenken, wenn ihnen die dafür notwendigen emotionalen und kognitiven Voraussetzungen noch fehlen.
Luna habe sich nun ein sogenanntes Dumbphone besorgt, schreibt Prüfer. Sie wolle nicht mehr alle Apps haben, mit Zeitsperren experimentiere sie, die machten eine App nach kurzer Benutzungsdauer unzugänglich. Der letzte Satz des Artikels lautet: „Viele Leute meiner Generation glauben, dass junge Menschen als ‚Digital Natives‘ total darauf stehen, ihr ganzes Leben mit dem Smartphone zu organisieren. Stattdessen klebt es an ihrem Leben und lässt sie kaum los. Frühere Generationen mussten sich von ihren Eltern ablösen, die heutige muss sich von den Geräten ablösen, die ihre Eltern ihnen einst zu früh zu Weihnachten geschenkt haben!“ (Quelle: Tillmann Prüfer in: Prüfers Töchter, ZEITmagazin 22.1.2026, S. 43)
Ein Dumbphone ist ein mobiles Telefon zum Telefonieren und Nachrichten schreiben, den Handys der 1990er Jahre vergleichbar. Die Qualität der Fotos ist nicht mit der von Kameras zu vergleichen. Unter der Generation Z (zwischen 1995 und 2009 Geborene) nimmt der Trend zum Dumbphone zu. Ein Thema, das wir in unserem nächsten „Wir informieren“ vertiefen in: „Dumbphones: Der digitale Gegenentwurf wird zum Trend.“
Wir freuen uns über neue Mitglieder im InfoMobilFunk Neckartenzlingen und Umgebung, Ortsgruppe im Mobilfunk Bürgerforum e. V.
Die Vorsitzenden: Prof. a. D. Helmuth Kern, Bert Hauser (Telefon: 07127/35655 bzw. 07127/35949)