Aus dem Spiegel-Artikel vom 16. April 2026 „Macht die KI uns dumm?“ stehen heute die letzten Fragen des Artikels im Fokus:
„Kann KI Jugendliche klüger machen?“ „Warum fällt man so leicht auf Chatbots rein?“ „Stimmt es, dass KI das Hirn schrumpfen lässt?“ „Sollen schon Grundschüler mit Chatbots lernen?“
Benjamin Köhler, Direktor des Königin-Charlotte-Gymnasiums in Stuttgart (Fächer: Englisch, Gemeinschaftskunde, Informatik), hat mit „Tiefer lernen“ ein pädagogisches Konzept entwickelt. Dieses vermittle Fähigkeiten, die im Zeitalter der KI gefordert seien.
Dabei spiele „Selbstregulation“ eine zentrale Rolle. Besitzen Schüler diese Fähigkeit, können sie Emotionen, Aufmerksamkeit und ihr Verhalten steuern – eine Voraussetzung, um mit der vermeintlichen Allwissenheit der Chatbots kritisch umzugehen. Doch im deutschen Schulalltag spiele diese Schlüsselkompetenz nach Köhler kaum eine Rolle. Würde sie gefördert, wäre die Wirkung der KI auf den Lernprozess „überwältigend positiv“.
Als Beispiel nennt Köhler eine Game-Design-AG: Acht Zehntklässler haben dabei „das Handwerk des Spieledesigns“ erlernt – dank KI jetzt möglich. „Erst konzipierten sie ihre Spielideen und erschufen dreidimensionale Objekte, seit Ende Januar programmieren sie richtig. Schon planen sie, nach dem Abitur ihr eigenes Unternehmen zu gründen.“
Wichtig sei jedoch auch eine förderliche Lernumgebung. Schüler mit geringerer Selbstregulierungskompetenz sollten ohne digitale Ablenkung arbeiten können. Der Schülerrat habe eine Nutzungsordnung erarbeitet:
In den Klassen 5 bis 7 sind Handys grundsätzlich verboten. In der Mittelstufe dürfen sie zwar mitgeführt, aber nicht benutzt werden.
Zudem gäbe es im Unterricht viel digitalfreie Zeit – dann verschwänden alle Tablets im Rucksack.
Wie sich die Nutzung von KI langfristig auf den Lernerfolg auswirke, könne bisher niemand sagen – der Durchbruch generativer KI-Chatbots liege erst dreieinhalb Jahre zurück.
Klar ist die Antwort auf die Frage, warum man so leicht auf Chatbots reinfalle: Nutzerfreundlichkeit und sofort abrufbare Lösungen. Laut einer Studie wird KI bei der Informationssuche der klassischen Googlesuche vorgezogen. Der verbindliche Plauderton der Chatbots wirke emotional – und die Ergebnisse werden nicht mehr kritisch hinterfragt. Deswegen müsse Schülern immer wieder klargemacht werden: KI ist fehleranfällig und die Chatbots sind darauf programmiert, plausibel klingende Antworten zu generieren.
Ob KI das Hirn schrumpfen lasse, sei nicht bewiesen. Wichtig sei jedoch: Ein Problem sollte man zuerst selbst lösen, bevor man KI hinzuziehe.
Sollen schon Grundschüler mit Chatbots lernen? Diese Frage bejaht Kristin van der Meer, Lehrerin an der Neuen Grundschule Potsdam. Ihr Ziel: Schüler ab der 1. Klasse mit KI vertraut machen. Ihre Begründung:
„Die Kinder werden in eine Welt hineinwachsen, in der künstliche Intelligenz allgegenwärtig ist.“
Deswegen müssten sie diese richtig benutzen lernen. Dafür gibt sie Aufgaben, in denen die Schüler begreifen, dass KI nichts weiß, sondern nur generiert. Sie kann Fehler machen, doch am Ende muss der Mensch die Entscheidung treffen.
(Quelle: www.spiegel.de/wissenschaft/man-fuehlt-sich-dann-son-bisschen-bloed-a-688913b0-3ef0-4868-83b6-e88937dc983b)
Was bleibt?
KI und Chatbots sind Werkzeuge, die nicht für die Schule konzipiert wurden. Da sie zunehmend unsere Gesellschaft beherrschen, muss ihr Gebrauch altersstufengerecht, motivierend, kritisch und zukunftsorientiert thematisiert werden. Ob sie wirklich Lernen verbessern, hängt von der Lernmethode ab. Zudem muss die gesundheitliche Belastung durch Bildschirmarbeit minimiert werden. Statt WLAN: das schnurgebundene LAN oder – wo möglich – die Infrarot-Alternative Li-Fi.
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Prof. Dr. Dr. Gertraud Teuchert-Noodt: „Die KI-Sackgasse für das menschliche Gehirn – Können wir der noch entkommen? Erkenntnisse aus der Entwicklungsgeschichte der Menschheit und des Kindes.“ Donnerstag, 11. Juni 2026, Neckartenzlingen, Aula der Auwiesenschule. Beginn: 19.30 Uhr. Herzliche Einladung.
Wir freuen uns über neue Mitglieder im InfoMobilFunk Neckartenzlingen und Umgebung, Ortsgruppe im Mobilfunk Bürgerforum e. V.
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