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Wir informieren: Nun auch Spanien: Social-Media-Verbot in der Diskussion – „Kein TikTok und kein Instagram für Kinder“ – Regierung will Gesetzentwurf einbringen

„Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez will Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren den Zugang zu sozialen Netzwerken wie Tiktok und Instagram verbieten“,...

„Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez will Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren den Zugang zu sozialen Netzwerken wie Tiktok und Instagram verbieten“, war am 6. Februar 2026 in der Süddeutschen Zeitung zu lesen. Bei einem internationalen Treffen von Regierungs- und Konzernchefs am 3. Februar in Dubai hatte Sanchez einen Fünf-Punkte-Maßnahmenkatalog für soziale Netzwerke angekündigt. Diese sollen künftig auch hinsichtlich Hass und Falschinformationen bewertet werden.

Sanchez begründete sein Vorhaben mit den Worten: „Soziale Medien sind zu einem gescheiterten Staat geworden, in dem Gesetze ignoriert und Verbrechen toleriert werden.“ Kinder und Jugendliche müssten vor einem „digitalen Wilden Westen“ geschützt werden. Zwar seien die Social-Media-Unternehmen reich und mächtig, doch man solle sich von deren Einfluss nicht einschüchtern lassen, betonte der Ministerpräsident.

Eine Studie in Spanien mit rund 100 000 Jugendlichen (November 2025) zeige, dass mehr als drei Viertel der Heranwachsenden in drei oder mehr sozialen Netzwerken aktiv seien. Jeder 10. Jugendliche habe angegeben, von digitalem Mobbing betroffen gewesen zu sein.

Durch Zugangssperren zu den sozialen Medien sollen Minderjährige vor ungeeigneten Inhalten geschützt werden. Ein digitaler Identitätsnachweis wie das „European Digital Identity Wallet“, solle das Alter eines Nutzers überprüfen und es gegenüber den Inhalte-Anbietern bestätigen. Diese Daten müssten dauerhaft hinterlegt werden. Es müssten Mechanismen entwickelt werden, um eine Umgehung der Identifizierungssysteme zu verhindern.

Patrick Illinger, Autor des Artikels „Kein TikTok und kein Instagram für Kinder“ weist darauf hin, dass das angestrebte Social-Media-Verbot die Debatte über die Schädlichkeit sozialer Medien für Jugendliche wieder belebt habe.

Der Psychologe Prof. José César Perales, von der Universität Granada halte aufgrund der aktuellen Forschung über mögliche Schäden durch soziale Netzwerke eine Altersschwelle wie 16 Jahre jedoch nicht für gerechtfertigt. Die Beweislage zum Einfluss sozialer Netzwerke auf die seelische Gesundheit sei „sehr gering“.

Anders beurteilte dies Josep Maria Suelves, der Experte der Gesellschaft für öffentliche Gesundheit in Katalonien. Es sei bekannt, dass „soziale Netzwerke zur Verbreitung von ungesunden Verhaltensweisen beitragen“. Diese reichten in Extremfällen vom Anstiften zum Suizid, bis zu Essstörungen, und schließlich sozialer Vereinsamung.

Hinsichtlich des Verbots des Zugangs zu digitalen Inhalten sieht Suelves jedoch praktische Probleme. Schließlich seien auch Alkohol und Tabak für unter 18-Jährige verboten, würden aber dennoch ausprobiert. Der Reiz des Verbotenen könne mitunter einen gegenteiligen Effekt haben und das Interesse sogar steigern.

Auch politisch stößt der Plan auf Kritik. Gegner befürchten, dass die geplante Bewertung von Inhalten nach „Hass“ und „Falschinformation“ dazu führen könnte, dass Netzwerke nach ideologischen Kriterien beschnitten werden.

Warnungen kommen zudem von Borja Adsuara, dem ehemaligen Generaldirektor der staatlichen Agentur für Digitalisierung. Gegenüber der Zeitung ABC erklärte er, keine Regierung könne letztlich verbindlich festlegen, was als Hassrede oder Desinformation einzustufen sei. ABC ist die älteste in Madrid herausgegebene Tageszeitung und gilt heute als das traditionelle Blatt der spanischen Konservativen. (Quelle: Süddeutsche Zeitung, Freitag, 6. Februar 2026, Nr. 30, S. 14, Rubrik WISSEN)

In der 7. Kalenderwoche soll laut eines Artikels in DIE ZEIT die spanische Regierung einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorlegen. „Dieser solle Führungskräfte von sozialen Medien für illegale Inhalte und Hassreden zur Verantwortung ziehen“, heißt es dort. Die linke Koalitionsregierung habe seit längerem beklagt, dass Hassreden, pornografische Inhalte und Falschinformationen in sozialen Netzwerken verbreitet würden. Sanchez: „Unsere ‌Kinder sind einem Raum ausgesetzt, den ​sie nie allein hätten erkunden sollen. Das werden wir nicht länger hinnehmen“. (Quelle: www.zeit.de/digital/2026-02/social-media-verbot-spanien-minderjaehrige-alterskontrolle-pedro-sanchez)

Herzliche Einladung zum Informationsabend mit Ingo Leipner am Donnerstag, 5. März 2026. Er spricht zum Thema: KI und Bildung – Auswirkungen auf das Denken. Beginn 19.30 Uhr, Neckartenzlingen, Aula der Auwiesenschule. Der Eintritt ist frei. Über Spenden freuen wir uns.

Wir freuen uns über neue Mitglieder im InfoMobilFunk Neckartenzlingen und Umgebung, Ortsgruppe im Mobilfunk Bürgerforum e. V.

Die Vorsitzenden: Prof. a. D. Helmuth Kern, Bert Hauser (Telefon: 07127/35655 bzw. 07127/35949

Erscheinung
Amtsblatt des Gemeindeverwaltungsverbandes Neckartenzlingen
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Ausgabe 07/2026
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