Wie können wir den Risiken von Smartphones und Social Media begegnen? Diese Frage erreicht nun die breite Öffentlichkeit. So soll es ab heute (14.4.2026) in der Nürtinger Zeitung, die inhaltlich mit den Stuttgarter Nachrichten zusammenarbeitet, in den kommenden Wochen in loser Folge eine Artikelserie zu „Generation Smartphone“ geben. Die neue Serie beginnt mit dem Artikel: „Ihr gebt ihnen doch auch keine Drogen“. Es ist ein Zitat aus dem langen Interview, das den Auftakt der Serie bildet. Darin äußert sich Martin Korte, Professor für Neurobiologie an der TU Braunschweig, darüber, was die häufige Nutzung von Handy und Tablet mit den Gehirnen von Kindern macht. Am Ende des Interviews antwortet er auf die Frage, ob der Zugriff auf Social Media für Kinder und Jugendliche gesetzlich eingeschränkt werden solle, sehr klar: „Das kann man machen. Ich würde es besser finden, wenn man die Firmen dazu zwingt, ihre Produkte so einzustellen, dass sie Kinder und Jugendliche nicht gefährden.“ (Nürtinger Zeitung, 14. April 2026, Rubrik Wissenswert, S. 20)
Der Beginn der Serie „Generation Smartphone“ ist auch in der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten nachzulesen unter
www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.auswirkungen-von-smartphones-hirnforscher-warnt-handys-sind-wie-drogen-fuer-kleinkinder.6bdc172f-a802-46cf-9802-09c644c92548.html
Einen Tag vor diesem Interview mit Korte erschien in der taz am 13.4.2026 ein Gastkommentar von Nina Kolleck: „Social-Media-Verbot – Kapitulation vor TikTok und Meta“. Mit dem warnenden Aufmachertext: „Einstiegsalter für Social Media erst mit 16 Jahren? Das ist hochgefährlich. Stattdessen sollten Staat und EU endlich ihre Regeln durchsetzen“. Mit diesen Regeln meint die Verfasserin zwei seit längerem verabschiedete Gesetze der EU: den „Digital Services Act / Gesetz über digitale Dienste“ (2022) und die „Datenschutz-Grundverordnung“ (2016). Nina Kolleck ist Bildungsforscherin und Politikwissenschaftlerin, seit 2023 Professorin für Erziehungs- und Sozialisationstheorien an der Universität Potsdam. Die Politik mache Tempo, schreibt Kolleck in ihrem Gastkommentar. Bundesrat und Bundestag wollten strenge Regeln. Altersgrenzen für soziale Medien rückten näher. Nachvollziehbar sei dieser Schritt, denn Pornographie, Radikalisierung, Selbstverletzung seien reale Risiken. Mit einem Verbot könne politische Handlungsfähigkeit gezeigt werden.
Für Kolleck gibt es dabei jedoch ein großes Problem. Sie schreibt: „Soziale Medien sind längst mehr als Kommunikationsräume. Sie sind Teil des sozialen Lebens, auch für Erwachsene. Vor allem aber sind sie Orte, an denen Menschen herausfinden, wer sie sind, wer sie sein wollen und wer sie sein dürfen.“ So verfehle die aktuelle Debatte um den Zugang den Kern des Problems. Die entscheidende Wirkung sozialer Medien entfalte sich im Alltag, in dem Bereich, der früher von der Familie, den Erwachsenen, dem Kreis der Freunde, der Schule bestimmt worden sei: im realen Raum. Der Feed (Liste von Beiträgen auf Instagram, TikTok etc.) sei der neue Erfahrungs- und Kommunikationsraum. In diesem virtuellen Raum würden Werte und Normen geteilt und mitgeteilt, werde festgelegt, was Aufmerksamkeit erhält und wer zu den bestimmenden Gruppen gehört. Kolleck formuliert die Bedeutung der sozialen Medien für die Nutzer so: „Soziale Medien eröffnen Räume, in denen Menschen (digitale) Nähe, Sichtbarkeit und Teilhabe erfahren sowie Anschluss finden.“ (Quelle: taz.de/Social-Media-Verbot/!6169913/) Ende Teil 1. In Teil 2 geht es um die verzerrte Wirklichkeit der sozialen Medien und darum, dass die bestehenden Regeln schnell angewandt werden müssen, da die Tech-Giganten tief in die Persönlichkeitsentwicklung eingriffen.
Doch die Folgen von Smartphone und sozialen Medien für Gehirn und Psyche der Kinder sind das eine, das andere – was darüber nicht vergessen werden darf – sind die gesundheitlichen Risiken der elektromagnetischen Felder von Mobilfunk und WLAN. Menschen mit Elektrohypersensibilität leiden besonders darunter. Zu diesem Thema findet unsere nächste Informationsveranstaltung statt.
Wir laden ein zu unserem nächsten Vortrag am Donnerstag, 23. April 2026.
Thema: Elektrohypersensibilität und Möglichkeiten der Abschirmung elektromagnetischer Felder
Referent ist Helmut Giesa, ehemals Gesundhaus Pfullingen. Ort: Auwiesenschule Neckartenzlingen, Beginn: 19.30 Uhr. Eintritt frei, über Spenden zur Finanzierung unserer Vorträge sind wir dankbar.
Wir freuen uns über neue Mitglieder im InfoMobilFunk Neckartenzlingen und Umgebung, Ortsgruppe im Mobilfunk Bürgerforum e. V.
Die Vorsitzenden: Prof. a. D. Helmuth Kern, Bert Hauser (Telefon: 07127/35655 bzw. 07127/35949)

