Dass Oftersheim mit seiner Nähe zu guten Hofläden privilegiert ist, was den regionalen und nachhaltigen Einkauf angeht, ist inzwischen vielen bekannt. Aber dass es sogar selbst vermahlenes Getreide, angebaut auf Feldern in der Nachbarschaft, zu kaufen gibt, das wissen nur die Radelbegeisterten, die auf ihrer Tour durch die Felder am Bachmayerhof vorbeikommen.
Zwölf neugierige Frauen des Arbeitskreises Volkskunde und Brauchtum machten sich dorthin auf und erlebten eine ausgezeichnete Führung durch Fabian Frey, Agraringenieur und Nebenerwerbslandwirt. Mit Begeisterung baut er biologisch auf den Feldern um den Hof alte Getreidesorten wie Einkorn, Emmer, Dinkel, Khorasan (Kamut), Weizen und Roggen an. Mit einem besonderen Mahlverfahren verarbeitet er sie zu feinstem Vollkornmehl.
Genaueres findet man auf der Seite www.kurpfalzbauer.de. Es lohnt sich, die Seite zu durchstöbern, nicht nur wegen der leckeren Rezepte. Verkauft werden die selbst verpackten Produkte mit dem Label „Kurpfalzbauer“ direkt am Automaten am Hof sowie auch bei EDEKA Embach in Oftersheim.
Warum die Produkte etwas teurer sind und man nicht vom Anbau dieser Getreidesorten leben kann, wurde besonders eindrucksvoll am Einkorn deutlich. 1 Hektar liefert ungefähr eine Tonne Einkorn (zum Vergleich: Weizen etwa acht Tonnen). Nach dem nötigen Entspelzen und den mehrmaligen Reinigungsschritten ist letztlich nur etwa die Hälfte als verwertbares Getreide übrig. Aber wer einmal probiert, versteht schnell, warum der besondere Geschmack überzeugt. Genau das konnten die Frauen im Anschluss an die Führung bei einem gemütlichen Kaffeetrinken an der Grillhütte herausfinden. Sie verkosteten gleich fünf Brote, die sie aus den Mehlen des „Kurpfalzbauern“ gebacken hatten und genossen bei herrlichem Wetter den gemeinsamen Moment, bei dem Tradition nicht nur erzählt, sondern geschmeckt werden kann.
Dorothea Müller


