Bereits 2025 haben wir in den Ausgaben KW6 und KW14 über den Problemmüll von ausgedienten Windkraftanlagen (WKA) berichtet. Die Rotorblätter bestehen aus komplexen CFK- und GFK-Verbundstoffen. Diese Materialien gelten als besonders schwer recycelbar. Ein Unternehmen aus der Oberpfalz, das als Pionier der Branche galt, hat sich angeblich auf die fachgerechte Entsorgung des Windrad-Schrotts spezialisiert. Doch der Unternehmer begann 2022, Windrad-Schrott mutmaßlich illegal ins Ausland zu bringen. Ziel waren Tschechien und Polen. Einer der Plätze befand sich vor der Ortschaft Jirikow in Tschechien. Die dortige Bürgermeisterin entdeckte den Müll und stellte sich den LKWs aus Deutschland in den Weg. Seit vergangenen August sitzt der Unternehmer in Untersuchungshaft, und die Staatsanwaltschaft hat Klage gegen ihn erhoben. Dieser Fall wirft ein Schlaglicht auf ein gewaltiges, ungelöstes Problem. Denn in nächster Zeit werden von den in Deutschland vorhandenen 30.000 WKA ein Drittel sukzessive abgebaut, da die EEG-Förderung ausläuft. Ohne diese Förderung mit öffentlichen Geldern lohnt sich ein Weiterbetrieb nicht. Somit rollt eine bislang ungelöste Entsorgungswelle auf unser Land zu. Der Bundestag rechnet in diesem Jahrzehnt mit bis zu 20.000 t Rotorabfall pro Jahr, in den 2030er Jahren sogar mit bis zu 50.000 t. Bei der thermischen Behandlung können gesundheitsschädliche Emissionen aus Harzen und Beschichtungen und bei Zerkleinerungsvorgängen können toxische Fasern und Partikel entstehen. Für diese Carbonfasern liegen noch nicht einmal Grenzwerte für Emissionen an Arbeitsplätzen oder in der Umwelt vor. Daher ist die thermische Verwertung oft nur eine technisch geduldete Notlösung, bei der viele toxische Rückstände in der Asche bzw. Schlacke verbleiben. Wo legale Verwertung teuer oder technisch schwierig bleibt, steigt das Risiko illegaler Wege.
(Quellen: Christoph Lemmer, Welt vom 26.03.26, Blackout-News vom 21.03.26)
Wie die Smart Up News am 29.04.26 berichteten, entwickeln Forscher des Fraunhofer-Instituts eine neue Recycling-Lösung für die Rotoren. Wann diese Marktreife erlangt, wird nicht erwähnt. Somit zeichnet sich die Energiewende mit einem lange verdrängten Müllproblem aus.
Wanderung: Samstag, 16.05.26 am Weißen Stein. Treffpunkt 10:45 Uhr am OEG-Bahnhof Schriesheim bzw. 11:20 Uhr an der Bushaltestelle „'Schriesheimer Hof“ in Wilhelmsfeld. Interessierte sind herzlich willkommen.
Mitgliederversammlung: Mittwoch, 20.05.26 um 19:30 Uhr im „Neuen Ludwigstal“
Kontakt: karin.reinhard12@gmail.com
Spendenkonto DE96 6709 2300 0033 3033 27.
Weitere Infos: gegenwind-bergstrasse.de
Dr. R. Kraft


