
Wortgottesdienst im Pater-Delp-Gemeindehaus
Die Emmaus-Gruppe gestaltet eine würdevolle Weihnachtsfeier.
Hemsbach (HoJa)
In den letzten Jahren war sie unter Kennern Geheimtipp, inzwischen ist sie schon zu einer gern besuchten Liturgie geworden, die Weihnachtsfeier – gestaltet durch die Emmausgruppe – am Nachmittag des Heiligen Abends. Fast alle Plätze waren in dem festlich und liebevoll dekorierten Saal des Pater-Delp-Gemeindehauses besetzt, als das Vorspiel der Orgel von Markus Wind die Gottesdienstbesucher auf das Fest einstimmte. Das bekannte Weihnachtslied „O Heiland reiss die Himmel auf, herab, herab vom Himmel lauf“ wurde durch hoffnungsvolle Texte ergänzt. „Und immer noch leuchtet der Stern und weist uns den Weg in die Hoffnung, verkündet der Engel die Botschaft von Frieden“.
Nicht jedem Christen bekannt sein dürfte, dass nicht die Weihnachtsgeschichten von Lukas oder Markus erste Zeugnisse der Menschwerdung Christi sind, sondern dass lange zuvor der Apostel Paulus die erste Weihnachtsbotschaft der wachsenden Schar von Christen erzählte. Paulus interessiert an Weihnachten nur die Tatsache: Gott wird Mensch. Geboren von einer Frau, so wie jede und jeder von uns. Es ist das einzige Mal überhaupt, dass Paulus in seinen Briefen die Geburt Jesu erwähnt. Die Weihnachtsgeschichten von Lukas und Matthäus kannte er nicht, denn sie waren noch gar nicht geschrieben. Der gemeinsam gesprochenen Kyrieruf entwickelte sich zu einem Zwiegespräch zwischen der Gemeinde und Gott. „Gott, glaubst du noch an uns? Können wir dich noch einmal treffen? Vielleicht musst du einfach mal vor meiner Tür stehen ohne Rücksicht auf meine Terminplanung. Meine Zeit ist immer verplant. Komm trotzdem!“ Nach der Lesung aus der Apostelgeschichte, Apg 13, 16-17.22-25, erklang das alte Lied „Vom Himmel hoch da komm ich her“. Welche großen Hoffnungen mit Weihnachten verbunden sind erklärte der besinnliche Text: Weihnachten ist Umkehr, Aufbruch, Hoffnung und Verwandlung. Das Ewige begrenzt sich in Zeit und Raum; Gott wird Mensch mit dem Antlitz des Kindes in Bethlehem, für Heute und immer. Abwechselnd würde der Psalm 85, Verse 8-14 gebetet. „Gerechtigkeit geht vor ihm her, und Heil folgt der Spur seiner Schritte“.
Mit der Verkündigung des Weihnachtsevangeliums nach Matthäus wurde ein Höhepunkt des Gottesdienstes erreicht. Darin die bewegenden Worte des Engels:“ Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben“.
Nach dem gemeinsam gesungenen Lied „Stille Nacht“ wurden Gedanken zur Menschwerdung Gottes als Kind vorgetragen:
„Es ist die unglaubliche Entscheidung Gottes, das Besondere des christlichen Glaubens, dass Gott nicht einfach nur ein Mensch wird – eigentlich unfassbar genug – sondern dass er ein neugeborenes, ein unselbständiges und hilfloses Menschenkind wird“. Die Freude der Christen bezeugt das Lied „Nun freut euch, ihr Christen, singet Jubellieder“.
Der Dreigesang mit dem Opernsänger a.D. Oskar Pürgstaller und seinen Enkeln wurde eingebettet von einer Meditation und den Fürbitten der Gemeinde. Nach dem Dreigesang – ein Andachsjodler – der in die Heimat von Oskar Pürgstaller, nach Tirol führte, bittet die Gemeinde um den Segen des Neugeborenen. „Seid alle gesegnet mit dem Licht der Weihnacht. Dazu segne uns als nie versiegende Kraftquelle Gott der Vater, sein Sohn und der Heilige Geist.
Dieser Gottesdienst hat einmal mehr bewiesen, dass die katholische Pfarrgemeinde, St. Laurentius Hemsbach von den Pfarrern der letzten Jahre sehr gut auf die neue Organisation der Pfarrgemeinden im Erzbistum Freiburg vorbereitet ist. Nicht nur die Aktiven dieser Wortgottesdienstfeier, Markus Wind, Maria Fries, Max Bloch, Waltraud Schwab, Resi Kovac, Gisela Wind, Florian Krusch und Oskar Pürgstaller beweisen, dass die Gemeinde ohne hauptamtliche Pfarrer ein christliches Gemeindeleben organisieren kann. So wird die notwendige Neuorganisation der Gemeinden zu einer Chance für die Zukunft, um neue Formen des hoffnungsvollen, christlichen Glaubens zu kreieren und dem irdischen Leben wieder einen höheren, göttlichen Sinn zu Geben. Das Lied „ O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit“ beendete diesen bemerkenswerten und würdigen Wortgottesdienst.


