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Wut verschwindet nicht, nur weil wir sie verbieten

Wut gehört dazu. Auch bei unseren Kindern. Und sie verschwindet nicht einfach, nur weil wir sie verbieten. Ein Beispiel aus dem Alltag: Ein Kind wird...
Auf weichen Matten kann man Gefühle wie Wut sehr gut rauslassenFoto: Christina Stockhausen

Wut gehört dazu.

Auch bei unseren Kindern.

Und sie verschwindet nicht einfach, nur weil wir sie verbieten.

Ein Beispiel aus dem Alltag:

Ein Kind wird wütend, wir greifen ein – „Nicht hauen!“, „Nicht werfen!“ – und trotzdem eskaliert die Situation weiter.

Nicht, weil das Kind „nicht hören will“, sondern weil ihm etwas Entscheidendes fehlt.

Ein Weg.

Kinder haben oft noch nicht die Möglichkeiten, ihre Gefühle in Worte zu fassen.

Wut, Frust oder Überforderung zeigen sich deshalb über den Körper: durch Schreien, Werfen, Hauen oder Beißen.

Und genau hier entsteht häufig ein Missverständnis:

Wir nehmen Verhalten weg – ohne eine echte Alternative anzubieten.

Dabei brauchen Kinder genau das.

Nicht nur ein „So nicht“,

sondern ein „So kannst du es machen“.

In den Kitas begleiten wir Kinder deshalb dabei, ihre Wut auf sichere Weise auszudrücken.

Das kann ganz unterschiedlich aussehen:

  • auf ein Kissen hauen
  • einen Ball drücken oder kneten
  • etwas Schweres schieben oder tragen
  • sich in einen ruhigen Rückzugsort setzen
  • Materialien wie Knete oder Sand bearbeiten
  • Schüttelflaschen für beruhigende visuelle Reize

So bekommt die Wut einen Platz – ohne dass jemand verletzt wird.

Wichtig ist dabei:

Diese Möglichkeiten müssen eingeübt werden.

Immer wieder.

In ruhigen Momenten und im Alltag.

Denn Selbstregulation entwickelt sich nicht von heute auf morgen.

Kinder lernen sie Schritt für Schritt – mit unserer Begleitung, unserer Geduld und unserer Klarheit.

Das bedeutet auch:

Ein Verhalten hört nicht sofort auf, nur weil wir eine Alternative zeigen.

Aber wir legen damit die Grundlage dafür, dass Kinder langfristig neue Wege finden.

Vielleicht hilft Ihnen im Alltag ein kleiner Perspektivwechsel:

Statt nur zu sagen: „Wirf den Stuhl nicht.“

Könnte es heißen: „Der Stuhl bleibt auf dem Boden.

Du kannst hier auf das Kissen hauen.“

So geben wir nicht nur eine Grenze vor, sondern gleichzeitig eine Möglichkeit.

Und genau darin liegt der Unterschied.

Denn Kinder brauchen keine perfekten Reaktionen von uns.
Aber sie brauchen Orientierung, Beziehung – und echte Wege, mit ihren Gefühlen umzugehen.

Und mal eine interessante Info nebenbei:

Das Gehirn filtert ein „nicht“ oder „nein“ weg.

Denkt doch mal NICHT an den rosa Elefanten

Frohe Ostern und erholsame Feiertage!

Tina Stockhausen

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Mitteilungsblatt der Stadt Schriesheim
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Ausgabe 14/2026
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