Der traditionelle Seniorennachmittag brachte am vergangenen Freitag „Menschen, die die Stadt über Jahrzehnte geprägt haben“ zusammen, so Bürgermeister Marco Gauger in seiner Begrüßungsrede. Er freute sich über die zahlreichen Gäste aus allen Stadtteilen, begrüßte zwei Bürger der Partnerstadt Cogolin, die derzeit in Bad Wildbad weilen, auf französisch und hieß alle herzlich willkommen. Der Seniorennachmittag sei für ihn „eine der schönsten Veranstaltungen im Jahr“. Nicht nur weil es hier leckeren Kuchen und andere angenehme Überraschungen gäbe, sondern weil er hier Menschen treffe, die „Bad Wildbad nicht nur kennen, sondern erlebt haben“.
Bürgermeister Marco Gauger erinnerte an den Wandel Bad Wildbads vom klassischen Kurort zur modernen Tourismus- und Gesundheitsstadt, der von den Bürgern mitgetragen und begleitet wurde. Gauger sprach über den idyllischen Kurpark, das malerische Kleinenztal sowie den Sommerberg und bemühte den alten Spruch „Leben, wo andere Urlaub machen“, der hier im Oberen Enztal durchaus seine Berechtigung hätte. Von der „uns umgebenden wunderschönen Natur“ leitete er über zu kommunalen Themen wie die Bewirtschaftung des Stadtwaldes in Eigenregie, den Betrieb der Sommerbergbahn und die dadurch erreichbaren Attraktionen auf dem Berg. Die Sanierung des Waldfreibades Calmbach sowie auch die Investitionen in die Ertüchtigung der Schulen schaffe moderne Bedingungen für die kommenden Generationen. Hier setze auch die Digitalisierung an. Der Glasfaserausbau schreite voran und die Verwaltung bemühe sich, viele Dienstleistungen für die Bürger zukünftig einfacher und digital anzubieten. Allerdings betonte Bürgermeister Gauger, dass niemand sich Sorgen machen müsse: Der persönliche Kontakt zum und im Rathaus bleibe selbstverständlich erhalten. Keiner werde gezwungen, seinen Personalausweis ausschließlich online zu beantragen.
Bürgermeister Gauger bescheinigte den versammelten Senioren eine gehörige Portion Geduld und Wissen. „Wer den Wiederaufbau, das Wirtschaftswunder, die Ölkrise, die D-Mark, den Euro und die Digitalisierung erlebt hat, den bringt eine Baustelle oder eine Straßensperrung in Wildbad nicht so schnell aus der Ruhe“, meinte er schmunzelnd. Und lobte „Sie haben Wissen gesammelt, das in keinem Lehrbuch steht. Das uns keine Künstliche Intelligenz vermitteln kann. Sie wissen, warum manche Dinge so sind, wie sie sind. Eine Stadt lebt nicht nur von Gebäuden und Straßen. Eine Stadt lebt von ihren Erinnerungen, von ihren Geschichten, von Menschen, die sie weitergeben.“
Abschließend rief Gauger die Senioren dazu auf, sich weiterhin ins Stadtleben einzubringen und nicht an Ideen, Meinungen und – wenn nötig – Kritik zu sparen. „Denn manchmal entsteht aus einem kritischen Hinweis die beste Lösung“.
Nach der Ansprache des Bürgermeisters gestaltete Lektor Franz Schiegl eine gemeinsame Andacht, in deren Mittelpunkt er einen Text von Papst Leo XIV. stellte, der zum Frieden aufrief.
Eine musikalische Aufführung der Kinder der Evangelischen Kindertagesstätte Calmbach unter Moderation von Hannelore Wengert brachte die anwesenden Senioren dann in Bewegung. Das Publikum wurde zum Klatschen, Winken und Mitmachen aufgefordert.
Überhaupt machte Musik einen großen Teil des Programms aus. Beim Kaffeetrinken unterhielt Wilfried Kloos die Gäste auf seinem Akkordeon, mit dem er auch später am Nachmittag das gemeinsame Singen von Volksliedern, angeleitet von Hannelore Wengert, begleitete.
Die Enztal Ladies ließen es sich nicht nehmen, zu zeigen, dass man auch in höherem Alter noch beweglich und tänzerisch unterwegs sein kann. 20 Ladies standen einheitlich gekleidet auf der Bühne und bewegten sich synchron und mit viel Freude zu den unterschiedlichsten Musikstilen, was vom Publikum mit begeistertem Beifall bedacht wurde.
Mit weiteren Liedern und musikalischer Unterhaltung ging der Nachmittag dann bei leckerer Verpflegung, kühlen Getränken und vielen guten Gesprächen wie im Flug vorbei. Bewirtet und umsorgt wurden die Gäste von Mitarbeitern der Stadtverwaltung. Am Ende durfte jeder Besucher als Erinnerung ein Glas Honig – gesponsert von den Stadtwerken – mit nach Hause nehmen. Und so war der diesjährige Seniorennachmittag sicher nicht nur für Bürgermeister Marco Gauger „eine der schönsten Veranstaltungen im Jahr“. (gg)