Der Zensus 2022 (Volkszählung) hat für den Landkreis Ludwigsburg ungewöhnliche Ergebnisse gezeigt. Laut den festgestellten Zahlen hat der Landkreis rund 3,6 % seiner Einwohner verloren – das entspricht etwa 20.000 Menschen.
Dieser Rückgang ist deutlich höher als in vergleichbaren Landkreisen.
Ursache der fehlerhaften Zahlen
Nach Angaben des Landratsamtes wurden rund 800 Prüffälle von der Erhebungsstelle des Landratsamtes nicht abschließend bearbeitet. Diese Erhebungsstelle stand unter der fachlichen Aufsicht des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg.
Da es sich beim Zensus nicht um eine Vollerhebung handelt, sondern die Einwohnerzahl nur anhand ausgewählter Anschriften hochgerechnet wurde, konnten sich die ungeklärten Fälle stark auf die endgültige Einwohnerzahl auswirken.
Finanzielle Folgen für Landkreis und Kommunen
Die Einwohnerzahl ist Grundlage für den kommunalen Finanzausgleich. Niedrigere Zahlen führen zu geringeren Zuweisungen.
Der Landkreis rechnet ab 2026 mit rund 12 Millionen Euro weniger Einnahmen pro Jahr.
Für die betroffenen Kommunen im Kreis können sich die Verluste auf insgesamt einen dreistelligen Millionenbetrag summieren.
Situation in Oberstenfeld
Auch die Gemeinde Oberstenfeld gehört zum Landkreis Ludwigsburg und ist vom Zensusergebnis betroffen.
Die festgestellten Zahlen wurden bislang nicht korrigiert. Das Finanzministerium Baden-Württemberg hat vorgeschlagen, einen Runden Tisch einzurichten, um eine Lösung zu finden und eine mögliche Korrektur zu prüfen.
Landkreis und Kommunen setzen sich weiterhin für eine Überprüfung und Korrektur der Einwohnerzahlen ein.