
Den Ohrwurm bekomme ich wohl so schnell nicht mehr los. Seit letzter Woche läuft der in Dauerschleife in meinem Kopf. Es war aber auch einfach eine tolle Woche, zwei grandiosen Vorstellungen. Ich bin so mega beeindruckt, wie viel ihr in der Zirkuswoche gelernt und wie kreativ ihr eure Vorführungen geplant habt.
Nachdem ihr am Mittwoch und am Donnerstag eure Inszenierungen bis zum Umfallen geübt habt, habt ihr euch dann am Freitagmorgen das erste Mal so richtig gegenseitig in Kostümen gesehen. Der Ablauf wurde wie am Abend geprobt und alle Kinder konnten zuschauen.
Zuerst wurde geübt, wie ihr alle selbstständig euch in der Manege aufstellen könnt, dann wurde das Begrüßungslied gesungen. Das war gar nicht so einfach und musste ein paar Mal geübt werden. Danach ging es gleich los mit den Clowns, die die Menge begrüßen wollten, dabei jedoch andauernd von einer Hupe unterbrochen wurden. Als Nächstes kam die Jonglage Gruppe, die besonders gerne mit ihren Diabolos auftraten, die sie in die Luft schleuderten oder in schwierigen Verknotungen hochwarfen und wieder auffingen. Hinterher kamen dann die Zauberei-Einzelkünstler, die mit einer großen Auswahl an Zaubertricks verblüfften. Daraufhin zeigte die Tanzgruppe mit ihren bunten Schirmen und glitzernden Kappen ihr Können. Die Akrobatikgruppe zeigte einige Kunststücke und endete mit einem Turm, bei dem alle Kinder im Vierfüßlerstand aufeinander knieten. Die Balancegruppe zeigte eine spannende Nummer, bei der zuerst auf dem Schwebebalken balanciert und später auf zwei Tonnen, einzeln und zu zweit, vorwärts und rückwärts gegangen und sogar Seil auf der Tonne gesprungen wurde! Die Hula-Hoop-Gruppe führte eine tolle Choreografie auf, bei der sogar bis zu drei Reifen pro Kinder gehulert wurden. „Gehulert“, gibt’s dafür überhaupt einen richtigen Begriff? Die Pantomimengruppe erstellte ein tolles Bild, indem unterschiedliche Darstellungen abwechselnd in der Manege dargestellt wurden: Hundeausführen, Frisbee- und Tennisspielen, auf der Parkbank Zeitung lesen und sogar ein kleiner Taschendieb, der einem Kunden, der Eis kaufen wollte, das Geld klaute. Da war so viel los, da wusste ich gar nicht, wohin ich schauen sollte. Den krönenden Abschluss der ersten Hälfte bildete die Gruppe des Vertikaltuchs, die über dem Boden richtig schwere Figuren zeigten.
In der zweiten Hälfte eröffnete die Gruppe „Nagelbrett und Scherben“ das Programm. Auf den Nägeln und Scherben wurde gestanden, gesessen, sich aufeinandergestapelt und am Ende wurde sogar ein Stein auf dem Bauch eines Kindes zerschlagen. Das war vielleicht spannend, ich konnte gar nicht richtig hinsehen. Daraufhin folgte die Seilspringgruppe mit schwierigen Kunststücken, bei denen sogar mehrere Kinder an einem Seil springen mussten. Bei der Zauberei Großillusion suchten die Zauberer ein Zauberbuch. Auf der Suche stiegen zwei Kinder in eine Kiste, deren Deckel zufiel, und mussten durch magische Schlüssel, also lange Stäbe, die in die Kiste gesteckt wurden, befreit werden. Am Ende kamen nicht nur die beiden vermissten Zauberer, sondern sogar insgesamt vier wieder aus der kleinen Kiste hervor! Ich frage mich bis heute, wie das eigentlich ging. Vielleicht haben sie doch ein bisschen echte Zauberei gelernt? Es folgte die Leiterakrobatikgruppe mit tollen Kunststücken und noch einmal die Clownsgruppe mit einem Sketch. Als letzte Gruppe traten die Trapezartist:innen auf. Dabei hingen bis zu drei Kinder kopfüber am unteren Trapez, am oberen Trapez und auch noch dazwischen. Da hatte ich richtig Respekt davor, weil das so hoch war und die Kinder so sicher herauf und hinunter geturnt sind. Das Ende bildete ein gemeinsames Abschlusslied aller kleinen oder eben eher großen Artistinnen und Artisten.
Nicht nur ich war nach der Hauptprobe begeistert, auch das Publikum war bei beiden Aufführungen hin und weg von euch und eurer Leistung! Ihr könnt so so stolz auf euch sein, denn jeder und jede hat sich unglaublich viel Mühe gegeben und die Aufführung war ein voller Erfolg!
Und so bleibt mir nichts anderes mehr als zu singen:
„Zirkus Abeba, Zirkus Abeba, die Zeit mit euch hier, die war schön, wir sagen Dankeschön beim Auseinandergehen, Au revoir, goodbye, auf Wiedersehen!“


