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Zonta Club Pforzheim mit Expertin zu Spurensicherungen nach Gewalttaten

Jede Stunde zählt: Blutergüsse, Würgemale, Körperflüssigkeiten – nach einer Gewalttat bleiben nur einige Stunden, um Spuren zu sichern, die in...
Menschengruppe beim Vortrag
Großes Interesse für den Vortrag von Frau Professor Dr. med. Kathrin Yen, Ärztliche Direktorin des Instituts für Rechts- und Verkehrsmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg und Leiterin der dortigen GewaltambulanzFoto: Verena Friedrich

Jede Stunde zählt:

Blutergüsse, Würgemale, Körperflüssigkeiten – nach einer Gewalttat bleiben nur einige Stunden, um Spuren zu sichern, die in einem möglichen Gerichtsverfahren entscheidend sein könnten. Eine Hilfestellung in solchen traumatischen Lagen bieten sogenannte Gewaltambulanzen. Deren Konzept stellte die Professorin und Rechtsmedizinerin Kathrin Yen bei einer Veranstaltung des Zonta Club Pforzheim vor.

Die Ärztliche Direktorin des Instituts für Rechts- und Verkehrsmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg ist Leiterin der Gewaltambulanz dort, die für Betroffene rund um die Uhr ansprechbar ist und deren Mitarbeitende auch von Kliniken für eine Untersuchung bei akuten Fällen angefordert werden können. Denn die Uhr tickt: In Fällen von Gewaltanwendungen gegen Menschen ist eine zeitnahe Sicherung und Dokumentation von Spuren für eine mögliche Verfolgung der Täter unabdingbar.

Der ohnehin traumatischen Situation der Betroffenen wird dabei Rechnung getragen. Insbesondere bei Fällen von Häuslicher Gewalt kann es etwa betroffenen Frauen den Gang zur Ambulanz erleichtern, wenn sie wissen, dass die sensiblen und grundsätzlich kostenfreien Untersuchungen auch verfahrensunabhängig erfolgen können und keine obligatorische Meldung an die Krankenkassen erfolgt.

Die Medizinerin Yen berichtete von zahlreichen Fallbeispielen von Gewaltanwendungen und wie diese gerichtsfest dokumentiert werden können, um die Verfolgung der Täter zu ermöglichen. Im Fall Häuslicher Gewalt erstrecke sich das Martyrium für die Betroffenen oft über Jahre und eskaliere immer weiter, während die Opfer oft gleichzeitig weiter in die Isolation gerieten. Die Ärztin wie auch Zonta-Präsidentin Simone Schroth riefen die Anwesenden zu Wachsamkeit gegenüber möglichen Fällen im persönlichen Umwelt auf. „Ansprechen und nachfragen, auch mehrfach und hartnäckig“, rät Katrin Yen.

Während der Zonta Club Pforzheim sich vor allem um die Förderung und den Schutz von Frauen und Mädchen kümmert, stand der Abend im Parkhotel ausdrücklich im Zeichen des Schutzes aller bedürftigen Menschen und Gesellschaftsgruppen, wie Frauen und Kindern, alten Menschen und auch Männern. Die Präsidentin Simone Schroth freute sich über das ausgesprochen große Interesse an der Veranstaltung, zu der auch die Gleichstellungsbeauftragten von Stadt und Hochschule, Vertreterinnen des Frauenhauses und Mitglieder anderer Service-Clubs wie Soroptimist, Inner Wheel, Lions und Rotary eingeladen worden waren.

Der Zonta Club Pforzheim engagiert sich regelmäßig beim Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, zuletzt mit einer Ausstellungsarbeit zum Thema Femizide; ein Bereich, der ebenso zum Aufgabengebiet der Forensiker der Gewaltambulanz gehört. Deren Niederlassungen breiten sich inzwischen über das gesamte Bundesland Baden-Württemberg aus. Das Ziel, der Wunsch von Kathrin Yen: Innerhalb einer Stunde soll es idealerweise für Betroffene möglich sein, eine solche Einrichtung nach einer Gewalterfahrung zu erreichen.

Erscheinung
Würm Aktuell
NUSSBAUM+
Ausgabe 10/2026
von Ortsverwaltung Würm
03.03.2026
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