
Was im März als vermeintlich "kleiner" Notfall im Gewerbegebiet Ketsch begann, hat mittlerweile sehr kosten- und zeitintensive Ausmaße angenommen: Ursprünglich wurden acht Großkaninchen gesichert, bei denen es sich vermutlich um Deutsche-Riesen-Mixe handelt. Unter den Tieren befanden sich vier Rammler und vier Weibchen, bei denen sich unsere Befürchtung leider schnell bestätigte: Alle vier Weibchen waren bereits trächtig. Während Maja ihren Wurf, welchen sie bereits kurz nach der Aufnahme bei uns bekam, vermutlich aufgrund des Stresses verlor, brachten die Weibchen Mona, Martha und Mira in der ersten Aprilwoche ihren Nachwuchs, insgesamt 26 Babys, zur Welt. Damit ist die Schützlingszahl aus diesem Fall nun auf insgesamt 34 Tiere angewachsen.
Da die Kaninchen bisher von niemandem vermisst gemeldet wurden, müssen wir davon ausgehen, dass sie ausgesetzt wurden. Die Tiere befanden sich in einem reduzierten Allgemein- und Ernährungszustand und insbesondere die unkastrierten Rammler benötigten medizinische Versorgung, da sie durch die Haltung auf vermutlich engstem Raum massive Bissverletzungen aus Revierkämpfen erlitten hatten.
Da das Aussetzen von Tieren eine Straftat darstellt, suchen wir händeringend nach Zeugen, die im März in Ketsch im Gewerbegebiet/ Bereich Thüringer Straße Verdächtiges beobachtet haben oder wissen, wo die Tiere zuvor gehalten wurden. Es ist zudem nicht auszuschließen, dass weitere Tiere ausgesetzt wurden, die bisher noch unentdeckt geblieben sind.
Die Versorgung von 34 Großkaninchen stellt eine enorme logistische Aufgabe dar. Während die 26 Jungtiere aktuell noch gut von ihren Müttern versorgt werden, fressen die acht erwachsenen Tiere bereits große Mengen an Futter. Der Verein ist daher dringend auf Futterspenden, insbesondere kaninchengeeignetes Frischfutter, angewiesen. Die tägliche Organisation dieser Mengen an frischem Grün ist eine Herausforderung, bei der wir für jede Unterstützung dankbar sind!
Neben der Futterlogistik bereiten uns zudem vor allem die anfallenden Tierarztkosten große Sorgen. Um die Ausbreitung gefährlicher Infektionskrankheiten wie RHD 1 & 2 und Myxomatose zu verhindern, müssen alle Tiere zwingend geimpft werden. Zudem ist die Kastration der männlichen Tiere unumgänglich, um eine weitere Vermehrung auszuschließen und eine spätere friedliche Paar- oder Gruppenhaltung zu ermöglichen.
Da die Nachfrage nach Großkaninchen erfahrungsgemäß recht gering ist, suchen wir bereits jetzt nach passenden Endstellen. Wir vermitteln unsere sanften Riesen paarweise oder zu bereits vorhandenen Partnern, vorzugsweise in artgerechte Außenhaltung mit viel Platz. Die neuen Besitzer sollten über die Bedürfnisse dieser anspruchsvollen Tiere gut informiert sein und insbesondere den hohen Platzbedarf sowie die Ernährung mit viel frischem Grün sicherstellen können.
Weitere Informationen zu unseren Kaninchen finden Sie auf der Homepage unter www.tierschutzverein-schwetzingen.de. Kontaktpersonen zur Kaninchenvermittlung sind Luzie Eder (Tel. 06202 71088) oder Stefanie Mantwill (Tel. 0176 70953753)


