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Zukunftsaufgaben für den Heimatverein

Als der Heimatverein vor 40 Jahren gegründet wurde, glaubten viele, dass man nach zehn Jahren alle Themen abgearbeitet haben würde. Die alten historischen...
Landkarte mit den beiden Altstraßen zur Lußheimer Fähre und dem Zollturm.
Das heutige Kirrlach entwickelte sich an einer naturräumlich durch das Geländeprofil der feuchten Lußhardt prädeterminierten Wegekehre, deren überregionale Relevanz als Handelsroute zwischen Speyer und dem Osten durch historische Infrastrukturbauten wie den Zollturm belegt istFoto: Roland Liebl

Als der Heimatverein vor 40 Jahren gegründet wurde, glaubten viele, dass man nach zehn Jahren alle Themen abgearbeitet haben würde. Die alten historischen Dokumente seien überschaubar, so die damalige Einschätzung. Wenn man diese einmal durchgearbeitet habe, dann sei es das mit der Heimatgeschichte gewesen – Neues werde kaum noch hinzukommen.

Heute, 40 Jahre später, zeigt sich ein ganz anderes Bild: Noch immer gibt es viel zu tun. Zahlreiche frühere historische Einschätzungen gelten inzwischen als überholt, weil neue Forschungen und moderne Methoden fortlaufend zu neuen Erkenntnissen führen. Beispiele dafür lassen sich leicht finden. „Die Website des Landesarchivs Baden-Württemberg enthält unter ‚Kirrlach - Altgemeinde~Teilort‘ veraltete Informationen zur Ortsgeschichte, die mittlerweile wissenschaftlich widerlegt sind. Bei den folgenden zwei Aussagen besteht daher dringender Korrekturbedarf“, so der Vorsitzende und MINT-Heimatforscher Roland Liebl:

  • „Ausgedehnte Siedlung mit weitgehend planmäßigem Grundriss auf der Rheinniederterrasse beiderseits des Duttlacher Grabens. Die ursprüngliche Straßendorfanlage in Kreuzform liegt östlich des Wasserlaufs.“ Die Aussage zur Kreuzform der ursprünglichen Straßen ist heute nicht mehr haltbar. Im frühen Kirrlach gab es lediglich zwei bedeutende Straßen: eine nach St. Leon und eine nach Lußheim. Beide waren Teil der wichtigen Rheinquerung von Speyer nach Osten über die Lußheimer Fähre.
  • „1234 Kirloh, Kirchwald. Planmäßige Rodungssiedlung im der Speyerer Kirche gehörigen Lußhardtwald, sicher erst hochmittelalterlich.“ Heute darf man durchaus bezweifeln, dass Kirrlach „erst“ hochmittelalterlichen Ursprungs ist. Auch die Deutung des Namens als Kirchwald ist nicht belegt. Im Gegenteil: Wahrscheinlicher erscheint inzwischen die Ableitung aus der Wegekehre (= Ker) am Sumpfstreifen (= Loch; heute als Duttlacher Graben kanalisiert) durch die durchreisenden Händler und Nutzer der Fähre nach Speyer.
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Ausgabe 11/2026
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