
Bürgermeister Bernhard Knörzer mit Gemeinderäten, Forstbetriebsleiterin Elena Höhn (Mitte) und Revierförster Dominik Ernst bei einem Ortstermin im Neunkirchener Wald. Foto: Gemeinde
Waldwirtschaftsplan
Der Neunkirchener Gemeindewald ist ein wichtiger Faktor für den Wirtschaftsplan der Gemeinde. Deshalb erwartete der Gemeinderat in seiner Dezembersitzung mit Spannung das Betriebsergebnis 2025 und die Prognose für 2026. Elena Höhn, forsttechnische Leitung in der Forstbetriebsleitung Adelsheim, und Revierförster Dominik Ernst erläuterten den Gemeinderäten das Zahlenwerk. Während das Ergebnis 2025 noch zusammengestellt wird und ähnlich ausfallen dürfte wie in der Zwischenrevision, gibt es laut Dominik Ernst für 2026 klare Planungszahlen: Bei insgesamt 442 Hektar Fläche sollen 3.400 Festmeter Holz eingeschlagen werden, vor allem Buche, Eiche, Fichte und Douglasie. Bei geplanten etwa 230.000 Euro aus Holzverkäufen bleiben abzüglich aller Kosten unter dem Strich etwa 82.000 Euro Ertrag übrig, die dem Neunkirchener Haushalt zugutekommen sollen. Zu den Kosten zählen neben dem Maschineneinsatz und den Lohnkosten auch die Kultivierungsmaßnahmen, der Wegebau und der Naturschutz in Form von Habitatbaumgruppen, die aus der wirtschaftlichen Nutzung herausgenommen werden.
Zustand des Waldes
Elena Höhn gab den Räten einen Überblick über den Zustand des Waldes. Während die mittleren Temperaturen seit Jahren stetig anstiegen, sei 2025 ein eher feuchtes Jahr gewesen. Somit habe es wenig Käfer- und Schadholz gegeben. Dies zeige sich deutlich im Anteil von 99 Prozent planmäßigen Holzeinschlägen, während im trockenen Jahr 2023 mehr als 1000 Festmeter Käferholz und 845 Festmeter Sturmholz und damit fast die Hälfte des Holzertrags ungeplant geerntet worden seien. Im gesamten Landkreis sehe die Statistik allerdings schlechter aus. Insgesamt habe der Neunkirchener Wald in den Jahren 2013 bis 2024 immer ein positives Ergebnis erwirtschaftet.
Rettungspunkte im Wald
Die Forstbetriebsleiterin wies auch auf die Einrichtung der Rettungspunkte im oder nahe beim Wald hin, die im Notfall Leben retten helfen. Diese Lotsenpunkte für Ersthelfer und Rettungskräfte sind an einem grünen Schild mit weißem Punkt in der Mitte und vier weißen Pfeilen zur Mitte hin zu erkennen. In der Neunkirchener Gemarkung gibt es sieben Rettungspunkte, wobei die meisten am Waldrand in der Nähe von Verkehrswegen liegen. Aber auch am Neckarsteig gibt es einen Rettungspunkt, der beim Herbeirufen von Rettungskräften durch seine Buchstaben-Zahlen-Kombination eine klare Ortsidentifikation gibt. Rettungspunkte sind digital über die App „Hilfe im Wald“ zu finden.
Der Gemeinderat stimmte einstimmig ohne Enthaltungen dem Betriebsplan für das Forstwirtschaftsjahr 2026 zu.
Landtagswahl 2026
Hauptamtsleiter Ralf Lenz stellte die Organisation der Landtagswahl am 8. März 2026 für Neunkirchen und Neckarkatzenbach vor. Neu ist bei der Landtagswahl, dass das Mindestwahlalter auf 16 Jahre abgesenkt wurde. Außerdem haben die Wählerinnen und Wähler zwei Stimmen, die eine für einen Wahlkreisbewerber und die andere für eine Landesliste. Das Wahllokal für den Wahlbezirk 1 – Neunkirchen – ist der Bürgersaal im Bürgerhaus Neunkirchen, im Wahlbezirk 2 können die Wählerinnen und Wähler ihre Stimme im Dorfgemeinschaftshaus Neckarkatzenbach abgeben. Darüber hinaus gibt es einen Briefwahlbezirk für die Gesamtgemeinde. Auch die Namen der Wahlvorstände und die Wahleinteilung gab Ralf Lenz bekannt. Der Gemeinderat beschloss einstimmig 35 Euro als Höhe des so genannten Erfrischungsgeldes für die Wahlvorstandsmitglieder.
Im dritten Punkt der Tagesordnung stimmten die Gemeinderäte über zwei Bausachen ab. Eine Bauvoranfrage betraf den Neubau einer Doppelgarage. Da der vorgesehene Bereich im Flächennutzungsplan als Gartenfläche im Außenbereich der Gemeinde ausgewiesen ist, wollte der Bauherr die Zulässigkeit dieses Vorhabens vorab klären lassen. Bürgermeister Bernhard Knörzer erklärte, dass das Bauvorhaben nicht privilegiert und die Erschließung nicht gesichert sei. Erst bei einer Änderung des Bereichs in eine Wohnbaufläche nach Abstimmung im Gemeinderat könne man dieses Vorhaben genehmigen. Daher lautete der Beschlussvorschlag, das Einvernehmen nicht zu erteilen. Der Gemeinderat sprach sich einstimmig für den Vorschlag und damit gegen eine Genehmigung aus.
Anders sah es bei einem Baugesuch „Abbruch Nebengebäude und Neubau Hallenerweiterung“ aus: Im Neunkirchener Dorfgebiet möchte ein Handwerker eine zweigeschossige Halle mit Pultdach errichten. Da gewerbliche Nutzungen in Dorfgebieten zulässig seien, das Bauvorhaben sich ins Dorfbild einfüge und das vorliegende Lärmgutachten akzeptable Werte ausweise, schlug die Verwaltung vor, das Einvernehmen zu erteilen. Dies wurde einstimmig beschlossen.
Im letzten Punkt der Tagesordnung stimmten die Gemeinderäte bei einer Enthaltung einstimmig dafür, einen gebrauchten Kommunalschlepper zu monatlichen Raten in Höhe von 1.402 Euro zu leasen. Zusätzlich soll ein Vario-Schneepflug für knapp 10.000 Euro brutto und ein Streugerät für gut 6.000 Euro gekauft werden. Der Verkauf des gemeindeeigenen Unimog (8.500 Euro) und des alten Räumschildes (550 Euro) sowie des Silostreuautomaten (geplant 3.500 Euro) sollen zur Finanzierung der neuen Bauhof-Ausstattung beitragen.
Gemeinderätin Lara Schwindt trug die Bitte einer Bürgerin vor, den baubedingten Verbindungsweg zwischen Karlstraße und Pattbergstraße wieder zu schließen, der für hohes Verkehrsaufkommen sorge. Dem stimmte Bürgermeister Knörzer zu. Dr. Andreas Spohrer wies auf ausgebrochene Pflastersteine in der Hauptstraße hin, die als Stolperfallen zur Gefährdung von Fußgängern beitrügen.
Matthias Knörzer fragte nach dem Stand des Straßenneubaus Neckarkatzenbach Richtung Neckargerach im Rahmen der Hochwasser-Schutzkonzeptes. Bürgermeister Knörzer informierte, dass es bei einer Veranstaltung im Januar zur Flurneuordnung um den Kauf von Ackerflächen gehe. Dies sei Voraussetzung für die Maßnahme.
Zum Schluss der Sitzung bedankte sich der Bürgermeister beim Gemeinderat für das vertrauensvolle Miteinander im Jahr 2025. Man habe gemeinsam eine Vielzahl großer Maßnahmen angeschoben, wie das Nahwärmeprojekt, die Sanierung der Straßen Zeilweg/Am Hackwald/Am Waldrand, die wasserrechtlichen Genehmigungen für den Hochwasserschutz und die Flurneuordnung. Dank der Beschlüsse des Rates und der engagierten Arbeit aller Verwaltungsmitarbeiter seien all diese Vorhaben umgesetzt worden.
Auch der Gemeinderat und erste Bürgermeister-Stellvertreter Ralf Leibfried bedankte sich im Namen des Gemeinderats beim Bürgermeister und seinen Mitarbeitern für die gute, kooperative Zusammenarbeit im Interesse der Bürger.
Informationen des Bürgermeisters