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Neue Kochsendung am Start

Zum Start von "Hausnummer Lecker": Sören Anders im Gespräch

Der Insider-Tipp für pure Freude am Kochen: Sternekoch Sören Anders im Gespräch mit uns über seine neue SWR-Sendung „Hausnummer Lecker“.
Koch Sören Anders im Porträt in der Küche
Sören Anders taut die Forelle auf, die er im Gefrierschrank gefunden hat. Daraus möchte er in zwei Stunden ein schmackhaftes Gericht für die ihm noch unbekannten Bewohner des Hauses kochen.Foto: SWR/Daniel Godde

Sternekoch Sören Anders ist bekannt für seine Kreativität und seine Leidenschaft für regionale Zutaten. Ab dem 13. April können Zuschauer:innen ihn im SWR Fernsehen um 21 Uhr in dem neuen TV-Format „Hausnummer lecker“ begleiten, bei dem er durch den Südwesten Deutschlands reist und in fremden Küchen kocht - nur mit den Zutaten, die er vor Ort findet.

Im Interview mit NUSSBAUM.de gibt Sören Anders Einblicke in seinen Werdegang, seine Liebe zur regionalen Küche und die Herausforderungen hinter den Kulissen der Sendung.

NUSSBAUM.de: Herr Anders, Sie waren mit 24 Jahren einer der jüngsten Sterneköche Deutschlands. Wie hat Ihre Reise in die Welt der Kulinarik begonnen, und was war der entscheidende Moment, der Ihre Karriere geprägt hat?

Sören Anders: Meine Reise in die Kulinarik begann mit einer Ausbildung in renommierten Küchen Deutschlands, wo ich das Handwerk bei Top-Chefs lernte – schon als Dreijähriger wusste ich, das ist mein Ding. Eigentlich der größte prägende Schritt waren die ersten Jahre der Selbstständigkeit in jungen Jahren hier im Restaurant Anders auf dem Turmberg – mit fantastischem Blick über Karlsruhe und Rhein, wo ich regionale Produkte mit kreativen Twists kombinierte und meine Leidenschaft für badische Küche entfalten konnte. Der Michelin-Stern für Oberländer Weinstube mit 24 Jahren war der Hammer – als jüngster Sternekoch Deutschlands. Das hat mich geprägt, weil es zeigt: Mit Leidenschaft und jungem Elan kommst du weit.

NUSSBAUM.de: Die Küche ist oft ein Ort, an dem Tradition und Innovation aufeinandertreffen. Wie würden Sie Ihren persönlichen Kochstil beschreiben – eher experimentell oder traditionsbewusst?

Anders: Mein Kochstil ist unkonventionell, mit starkem Fokus auf Produktqualität und ungewöhnlichen Aromen, die ich regional verarbeite. Dadurch, dass ich relativ gerne reise und die Welt entdecke, bringe ich immer wieder neue Dinge mit in meine Küche – Trends setze ich so, statt ihnen hinterherzulaufen. Süß, sauer, scharf, knusprig und umami in jedem Bissen. So entsteht ein Erlebnis, das frisch, persönlich und einzigartig wirkt – genau wie ich selbst in Karlsruhe.

NUSSBAUM.de: Sie sind bekannt für Ihren Fokus auf regionale Zutaten. Was fasziniert Sie besonders an den Produkten aus dem Südwesten Deutschlands, und welches Gericht verbindet Sie persönlich mit dieser Region?

Anders: Der Südwesten verbindet mich tief mit Heimat-Küche: regionale Produkte wie Filderkraut, Fleisch, Spargel und sonnengereiftes Gemüse faszinieren durch pure Frische. Badische Seele steckt in Klassikern wie klassischem Rostbraten und Maultaschen – schwäbisch-badisch verwurzelt, herzhaft und unvergesslich, immer mit einem Schuss Innovation.

Koch Sören Anders vor einem offenem Kühlschrank
Was ist denn da? Sören Anders inspiziert den Inhalt des Kühlschranks ganz genau. Aus den Vorräten soll er in der neuen SWR-Sendung „Hausnummer lecker“ in den nächsten zwei Stunden ein Menü auf den Tisch zaubern.Foto: SWR/Daniel Godde

Über Sören Anders

Sören Anders (*1985, Haiger) gehört zu den spannendsten Köchen seiner Generation: Mit gerade einmal 24 Jahren erkochte er sich als jüngster Küchenchef Deutschlands einen Michelin-Stern. Seine Stationen führten ihn durch renommierte Küchen – bevor er sich in Karlsruhe am Turmberg mit einem eigenen Konzept etablierte. Heute steht Anders für eine moderne, zugängliche Küche mit Erlebnisfaktor: Statt klassischem Fine Dining setzt er auf lockere Bistro-Atmosphäre, Events und kreative Außenformate. Vielen ist er zudem als charismatischer Fernsehkoch bekannt – etwa aus dem ARD-Buffet oder eigenen SWR-Sendungen.

NUSSBAUM.de: Das Konzept Ihrer neuen Sendung klingt spannend: Sie kochen in fremden Küchen mit den Zutaten, die Sie vor Ort finden. Was hat Sie an diesem Format gereizt, und was war für Sie die größte Herausforderung bei den Dreharbeiten?

Anders: Das Format reizt mich durch pure Spontaneität und Kreativität: Kochen mit vorhandenen Zutaten in fremden Küchen ist mein Adrenalin. Es ist total spannend für mich persönlich, mir ein Bild zu machen, wer dann zum Schluss das Essen isst, das ich gekocht habe – und das ist immer wieder aufregend, ob man wirklich richtig liegt, weil man es bis zum Schluss nicht weiß. Die größte Herausforderung sind fremde Haushalte – sich zurechtzufinden ohne eigene Utensilien fühlt sich wie ein Abenteuer an. Diese Dreharbeiten fordern meine volle Leidenschaft und Flexibilität und meine Liebe zu Menschen und meine pure Neugierde.

NUSSBAUM.de: In der Sendung treffen Sie nicht nur auf fremde Küchen, sondern auch auf völlig unbekannte Menschen. Wie gelingt es Ihnen, sich in so kurzer Zeit ein Bild von den Bewohner:innen zu machen - sowohl kulinarisch als auch menschlich?

Anders: Menschenkenntnis hilft mir, mir schnell ein Bild zu machen: Mich haben natürlich meine Eltern, das Elternhaus, mein Opa und meine Großeltern geprägt – immer offen auf Menschen zuzugehen und viele kleine Dinge wahrzunehmen. Ich kann mich auch sehr sehr viel an kleinen Dingen in meinem Leben erfreuen. Ich liebe Menschen und bin unglaublich neugierig, wer sich hinter Kühlschrank, Einrichtung und Wohnung versteckt. Beim Kochen überprüfe ich Eindrücke, denke übers Leben nach und passe an – oft mit einem Blick zurück. So entsteht in Stunden echtes, herzliches Verständnis, das uns alle näherbringt.

Mehrere Menschen in einem Wohnzimmer an einem Tisch
Dieter und Tanja Braun (re.) genießen mit Opa Erich das leckere Gericht, das Sören Anders für sie gekocht hat.Foto: SWR/Daniel Godde

NUSSBAUM.de: Die Prämisse der Sendung deutet darauf hin, dass auch mal etwas schiefgehen könnte. Gab es eine Situation während der Dreharbeiten, in der Sie sprichwörtlich ins Fettnäpfchen getreten sind? Und wie sind Sie damit umgegangen?

Anders: Bei den Dreharbeiten passieren mir immer wieder lustige Momente – ich bin authentisch, manchmal unbeholfen, und das macht es spannend! Schaut jede Sendung: Jede ist kulinarisch und menschlich einzigartig, mit echten Momenten, die mich als Koch zeigen, aber auch komplett von meiner menschlichen Seite. Da sieht man mich lachen, nachdenken, auch mal scheitern – und genau das verbindet uns alle. Es geht nicht um Perfektion, sondern um Ehrlichkeit und die Freude am gemeinsamen Kochen und Erzählen.

NUSSBAUM.de: Wenn Sie nur eine einzige Zutat aus Ihrer eigenen Küche mitnehmen dürften, um sie in einer fremden Küche zu verwenden, welche wäre das und warum?

Anders: Meine eine Zutat wäre Muskatnuss – Muskatnuss ist einfach für mich ja, Muskatnuss die macht alles so heimelig, es macht jedes Gericht so toll, kein Kartoffelpüree ohne Muskat. Frisch gerieben bringt sie Wärme und Badische Gemütlichkeit in Püree, Soßen oder Maultaschen – mein Insider-Tipp für pure Freude am Kochen.

TV-Tipp im SWR Fernsehen

Hausnummer Lecker

Sechs Folgen ab dem 13.04.2026

immer montags um 21 Uhr

und anschließend in der ARD Mediathek

Erscheinung
exklusiv online
von SWR
01.04.2026
Kategorien
Dies und das
Panorama