Die Kulisse war stimmungsvoll, das Wetter durchwachsen: am Freitagnachmittag wurden auf dem Schlossvorplatz unter tröpfelnden Wolken zwei neue Feuerwehrfahrzeuge eingeweiht. Eingebettet war die Weihe in die Woche des Ehrenamts.
Pfarrer Thomas Ehret sprach, flankiert von Ministranten, für die beiden Fahrzeuge sowie ihren Mannschaften den Segen. Zuvor hatten alle Redner der feierlichen Prozedur den künftigen Nutzern der beiden beeindruckenden Gefährte vor allem eines gewünscht: eine gute und gesunde Rückkehr von den Einsätzen.
Den Auftakt machte Feuerwehrkommandant Luca Arsic mit seiner Begrüßung. Er stellte die beiden ‚Neuen‘ kurz vor. Das Wechselladerfahrzeug, Baujahr 2025, ersetzt den Vorgänger von 1998; der LKW mit 26 Tonnen Gesamtgewicht dient dem Transport von Abrollbehältern für Sondereinsatzmittel, sieben sind aktuell im Einsatz. Der Dreiachser sei im überörtlichen Einsatzgebiet ein Unikat, unterstrich Arsic. Keine andere Wehr in der Alarmzone Süd verfüge über ein solches Fahrzeug. Die Kosten belaufen sich auf 330.000 Euro, vom Land kommen 61.000 Euro an Fördermitteln, vom Landkreis 30.500 Euro.
Das zweite Fahrzeug sorgte bei der Abteilung Bruchhausen für frohe Gesichter. Der Gerätewagen Gefahrgut ergänzt den Gefahrstoffzug Süd, auch er ist Baujahr 2025 und ersetzt ein altes Fahrzeug aus dem Jahr 1986. Das „Herzstück interkommunaler Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg“, das durch Personal der Wehren Ettlingen Bruchhausen, Malsch, Rheinstetten und Waldbronn besetzt wird, ist eine Investition in Höhe von 370.000 Euro inklusive Rollwagen für die Ausstattung und wird mit insgesamt über 82.000 Euro von Land und Landkreis gefördert.
Der Dank des Kommandanten galt allen Beteiligten, dem Gemeinderat für die Mittel, allen „Beschaffern und ‚Indienststellern‘“. Den Besatzungen wünschte er „seltenen Einsatz“ und allzeit gute Fahrt.
Oberbürgermeister Johannes Arnold verglich die Freiwillige Feuerwehr mit einem Gebäude, dessen Fundament das Ehrenamt bilde durch Schützen, Helfen, Retten und seinen wichtigen Beitrag für die Demokratie. Der Wohnbereich werde durch die Aktiven belegt, mit Fortbildung und Austausch, mit Zimmern für die Älteren sowie für den Feuerwehrnachwuchs. Das Dach schließlich bildeten die Geräte und die Feuerwehrhäuser; aktuell werde der neue Feuerwehrbedarfsplan für das künftige Wirken der Wehren erstellt. Der Dank des OBs galt Kreis und Land und allen Feuerwehrleuten. Ortsvorsteherin Selina Seutemann, Bruchhausen, schloss sich diesen Worten an. Eine gute Ausstattung sei im Ernstfall entscheidend, ergänzte sie. Die Grüße von Kreisbrandmeister Jürgen Bordt und Landrat Dr. Christoph Schnaudigel überbrachte stellvertretend Markus Fluhr; er merkte an, dass die Investition in die beiden Fahrzeuge und somit in das Gesamtkonzept für die Region sinnvoll sei, das Ehrenamt brauche die gute Ausstattung. Der Gefahrgutgerätewagen werde im Landkreis gute Dienste tun.
Nach dem Segen und mit Blick auf den St. Florianstag am 4. Mai stimmten alle ein Lied zu Ehren des Feuerwehrheiligen an.