Die Spitalschule feierte am 15. Mai ihr 50-jähriges Bestehen mit einem stimmungsvollen Schulfest. Rund 300 Schülerinnen und Schüler mit ihren Eltern sowie zahlreiche Gäste aus Schule, Verwaltung und Stadtpolitik kamen zusammen, um das Jubiläum gemeinsam zu begehen. Darunter auch Oberbürgermeister Tobias Degode, die Leiterin des Amts für Jugend, Familie und Soziales Anke Wagner, die Leiterin der Abteilung Schule Nicola Groß sowie Johannes Feifel von der Schulentwicklung.
Dabei schien auch das Wetter ein gutes Omen für die Feier setzen zu wollen: Pünktlich zur Eröffnung um 14 Uhr hörte der Regen auf und machte Platz für einen harmonischen und fröhlichen Nachmittag.
Ganz im Zeichen des Mittelalters präsentierte sich die Schule ihren Gästen. Viele Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte erschienen in passenden Kostümen, während auf dem Schulgelände zahlreiche Mittelalter-Stände aufgebaut waren. Dort konnten die Besucher unter anderem historische Waffen wie Schwerter bestaunen und in die Geschichte der Schule eintauchen.
Ansprache der Schulleitung: Bildung für alle
Ein besonderer Höhepunkt war die Ansprache von Schulleiterin Sabine Dehlwes, die insbesondere die Schülerinnen und Schüler mit einer motivierenden Botschaft erreichte. Sie spannte den Bogen von der mittelalterlichen Gründung der Spitalschule über den Neubau im Jahr 1976 bis hin zum Blick in die Zukunft im Jahr 2026 und darüber hinaus. Früher, so Sabine Dehlwes, hätten nur privilegierte Gruppen Zugang zu Bildung gehabt – Jungen, Reiche oder alteingesessene Familien. Heute hingegen stehe die Spitalschule allen offen: Jungen und Mädchen, Zugezogenen und Alteingesessenen, Kindern aus wohlhabenden Familien ebenso wie Kindern mit einfachen Startbedingungen.
Dabei betonte sie, dass heute im Schulhaus alle die gleichen Chancen hätten und mit Fleiß und Einsatz alles erreichen könnten, ob Tänzer oder Ärztin bis hin zum Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg als Kind türkischer Gastarbeiter.
Auch die Geschichte der Schule selbst stand im Mittelpunkt. Vor 50 Jahren sei mit dem Abriss der zu klein gewordenen mittelalterlichen Spitalschule und dem Neubau einer modernen Grundschule eine mutige Entscheidung getroffen worden. Heute stehe man erneut vor großen Herausforderungen, etwa mit Blick auf den geplanten Ausbau zur Ganztagesschule. Hierfür befinde sich derzeit eine Machbarkeitsstudie in Arbeit. Sabine Dehlwes verband dies mit dem Wunsch, dass der Gemeinderat auch künftig mutige und zukunftsweisende Entscheidungen treffen werde.
Aktuell besuchen im Schuljahr 2025/26 insgesamt 315 Schülerinnen und Schüler die Spitalschule. Darunter befinden sich 108 Kinder mit Migrationshintergrund, davon 66 ausländische Schülerinnen und Schüler. Prognosen gehen davon aus, dass die Schülerzahl bis zum Schuljahr 2031/32 auf etwa 415 anwachsen wird.
Mittelalterliche Tänze und ein Jubiläumsscheck
Für Begeisterung sorgte zudem eine Tanzgruppe von Schülerinnen und Schülern, die mittelalterliche Tänze zu passender Musik aufführte. Viel Applaus erhielt auch Oberbürgermeister Tobias Degode bei der Übergabe eines Jubiläumsschecks über 500 Euro. Augenzwinkernd verband er die Übergabe mit einer kleinen Rechenaufgabe an die Kinder: „10 Euro für jedes Schuljahr – wie viel Geld bekommt ihr?“ Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten und wurde prompt richtig gelöst.
Im Anschluss führte Sabine Dehlwes die Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung durch das Schulgebäude.
Besonders beeindruckend war an diesem Nachmittag die große Gemeinschaft und das spürbare Engagement aller Beteiligten. Viele Eltern aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern brachten sich mit Essensspenden und Unterstützung ein. Entsprechend international war das Buffet. Überall war zu spüren, dass die Schulgemeinschaft zusammenhält: Alle machten mit und trugen zu einem rundum gelungenen Jubiläumsfest bei.