
In einem Bühler Supermarkt finden sich bei regionalen Weinen, die ein Kenner des von der Sonne verwöhnten badischen Weins nun mal sucht, Graue Burgunder, Pinots und auch Rotweinsorten mit einem Affen, der sich um den Flaschenhals klammert.
Skandal? Befinden sich unter den badischen Sorten etwa Exportweine aus Südafrika und Mittelamerika, über dessen Qualität sich im Allgemeinen streiten, in Mittelbaden aber keineswegs streiten lässt? Oder wurde der Affe kurzerhand zum in Baden-Württemberg heimischen Tier erklärt? Dem Betrachter stellt sich die Frage: Wie kommt der
Der Wein stammt aus dem Affental, das sich etwas außerhalb der kleinen Stadt zwischen Baden-Baden und Achern erstreckt. Mehrere Weingüter produzieren im Affental heute Weine, die sie unter dem Siegel der Winzergenossenschaft Affental vertreiben. Wieder zurück in der Region, puh.
Der Name „Affental“ rührt von einer in der Region Bühl mündlich überlieferten kleinen Geschichte: Zisterziensermönche begannen vor Jahrhunderten an den Hängen des Affentals erste Weinreben anzubauen. Sie nannten das Tal wegen des hohen Ertrags (auch für den Messwein) als Dank an die Mutter Gottes „Ave-Maria-Tal“. Der Volksmund kürzte den Namen zu „Ave-Tal“ und die Zeit tat phonologisch und vor allem im alemannischen Dialekt ihr Übriges: Aus Ave wurde „Affe“. Und aus dem „Ave-Tal“ das „Affe-Tal“.
Inwieweit der Alkohol die phonologische Abschleifung des weichen „V“ zum harten „F“ mit begünstigte, ist historisch leider nicht nachvollziehbar. Eines ist jedoch sicher: Die Weine mit dem Affen erfreuen sich regional und überregional großer Beliebtheit. Wenn es etwas weniger sein soll: Seit einigen Jahrzehnten vertreibt die Genossenschaft kleinere Flaschen in Bocksbeutel-Form, die sofort dem Affental zuzuordnen sind.


