
Wer ein Stück der Badisch Bühn anschaut, hat auf jeden Fall zwei Sachen garantiert: Es wird lustig und das im Dialekt. Hochdeutsch kommt ebenso wenig auf die Bühne wie Ernsthaftes, Musiktheater oder sozialkritische Themen. Da bleibt sich das Ensemble um Geschäftsführer und Schauspieler Thomas Munz treu. „Im besten Fall“, sagt Thomas Munz, „sollen die Leute eineinhalb Stunden lachen können“.
Die Komödien, die die Theatermacher teils selbst schreiben und manchmal einkaufen, haben vieles, was das Publikum aus dem Alltag wiedererkennt. Die Dialoge klingen nach dem typischen Schwatz im Treppenhaus, nach Stammtisch im Wirtshaus und nach dem Ehepaar daheim auf dem Sofa. „Schenkelbatscher-Stücke“, nennt es Thomas Munz. Und ja: „Wir bedienen gerne Klischees.“
Zum Beispiel „Suschi oder Currywurscht?“: Kurt kloppt große Sprüche, doch in Wahrheit hat seine Frau Doris das Heft in der Hand. Kurt mag sein Leben so, wie es ist; Doris hätte gerne ein bisschen mehr Abwechslung – und die bekommt sie, eben auf die witzige Art.
Gespielt wird vor allem an den Wochenenden – freitags und samstags im Theatersaal der Badisch Bühn. Und der sieht ganz anders aus als Theater üblicherweise, denn anstelle plüschiger Sitzreihen gibt es lange Tischreihen, an denen auch während der Vorstellung bewirtet wird.
Etliche Darsteller sind wie Thomas Munz seit den Anfängen der Badisch Bühn mit dabei. Im normalen Leben sind sie Kaufleute, Sachbearbeiter, es gibt einen Ingenieur, Techniker, eine Standesbeamtin und inzwischen einige Rentner. Auch Schupi, der legendäre Gründer der Badisch Bühn, war eigentlich Apotheker. Ausgebildete Schauspieler sind nicht dabei – das würde auch nicht funktionieren, erklärt Thomas Munz, „Wir sind keine Schauspieler, wir sind auch keine Amateure, wir sind Volksschauspieler.“ Volksschauspieler seien auf der Bühne wie im echten Leben und: Sie könnten einfach nichts Ernstes spielen. Genau das komme beim Publikum gut an, sagt Munz.
Wer nicht im Stück mitspielt, übernimmt andere Aufgaben: Bühnenbild, Regie, Regieassistenz, Technik, Souffleuse – rund um die Aufführung hat das Ensemble genug Arbeit.
Während oben auf der Bühne im Theatersaal das aktuelle Stück aufgeführt wird, entsteht im Keller des Theaters übrigens schon das nächste. In den weitläufigen Räumlichkeiten unter dem Hotelanbau hat die Badisch Bühn eine zweite Bühne zur Verfügung, auf der das Bühnenbild der Neuproduktionen zusammengebaut und geprobt wird. Die Räume sind voll mit Bühnenbildern früherer Stücke, mit Requisiten vom Schrank über Öfen, Lampen bis zu Geschirr. Ab und zu wird „ausgemistet“ und der Teil der Requisiten verkauft, der nicht mehr gebraucht wird, denn die Optik der Bühne hat sich gewandelt, weg von der nostalgischen Einrichtung des Volkstheaters hin zu modernen Bühnenbildern – was auch beim Publikum besser ankommt.
Was geblieben ist, ist die Sprache. Badisch muss es sein, auch wenn immer weniger jüngere Leute den Dialekt sprechen. Die alten badischen Ausdrücke seien kaum noch bekannt, erzählt Thomas Munz. Und trotzdem: Das Publikum sei über die Jahre sogar jünger geworden. Viele sind als Kinder oder Jugendliche zu einer Aufführung mitgenommen worden und haben so Gefallen am Mundart-Theater gefunden. Und auch viele Studierende kommen ins Theater – sie nutzen gerne die Neubürger-Angebote der Stadt.
Die Stücke selbst kommen beim Publikum fast alle sehr gut an, so die Erfahrung der Badisch Bühn. Und: Den Leuten gefällt das erste Stück, das sie gesehen haben, meist am besten. Entsprechend hoch die Erwartungshaltung beim nächsten Besuch. Viele kommen wieder, denn sie haben die gute Erinnerung an einen Abend, bei dem sie herzhaft lachen konnten.


