
Freiwilliges Engagement bildet das stabile Fundament des Sports. Rund acht Millionen Menschen investieren laut DOSB ihre Zeit und Energie ehrenamtlich – und ihre beeindruckenden etwa 23 Millionen geleisteten Arbeitsstunden pro Monat machen deutlich, wie unverzichtbar dieses Engagement für das Funktionieren der Vereine ist. Sie sorgen dafür, dass Vereinsfeste stattfinden, Trainings regelmäßig angeboten werden und Sportvereine überhaupt handlungsfähig bleiben. Ehrenamtlich Tätige übernehmen die vielfältigen Aufgaben, die den Sportbetrieb erst möglich machen. Ohne dieses Engagement wären viele Angebote zur Kinder- und Jugendförderung, zur sozialen Integration und zur Gesundheitsprävention nicht realisierbar.
Die Anforderungen an Trainerinnen und Trainer, zum Beispiel in Sportvereinen, haben sich grundlegend gewandelt: Es genügt nicht mehr, nur das Einmaleins der Sportart zu vermitteln. Ein qualifizierter Ausbilder verfügt neben fachlichem Wissen zur Sportart auch über methodische, organisatorische und soziale Kompetenzen. Er wählt die Trainingsinhalte angemessen aus, kann sie vermitteln und organisatorisch gut umsetzen. Seine soziale Kompetenz – also die Fähigkeit, mit anderen konstruktiv, respektvoll und situationsgerecht umzugehen – ist ein wichtiger Baustein seines Erfolgs.
Dieser veränderten Ausgangslage stellt sich Nussbaum Medien zusammen mit Anpfiff fürs Leben. „Für Kinder zwischen fünf und zwölf ist es besser, keinen Trainer zu haben als einen schlechten“, sagte einst Arsène Wenger. Seit 2023 bildet die „NUSSBAUM Trainerschule - Pädagogik im Sport” ehrenamtlich Coaches aus dem Mannschaftssport pädagogisch weiter.
Zu den Ausbildern der jüngsten Runde der Trainerschule zählt Tobias Heising, der als 2. Vorsitzender dem BC Raubritter Schriesheim vorsteht und dort auch als Trainer tätig ist. Der Verein, der 1990 ins Leben gerufen wurde, zählt heute knapp 300 Mitglieder, davon rund 100 Kinder und Jugendliche, und nimmt regelmäßig am Ligabetrieb im Baseball teil. Heising hebt hervor, dass ein Kurs wie die NUSSBAUM Trainerschule bislang einmalig sei. „Im normalen Trainerschein kommt der pädagogische Anteil – also die Kommunikation mit Kindern und Eltern – nicht vor“, so seine Einschätzung, und er betont, dass er den Lehrgang auf jeden Fall noch einmal besuchen würde. Obwohl er in seinem Beruf Führungsaufgaben wahrnimmt, weiß Heising: „Kinder sind etwas ganz anderes als Erwachsene.“ Heising arbeitet in einem mittelständischen Betrieb und genau deshalb hat er diese neue, inhaltlich andersartige Form der Trainerausbildung seinen Trainerkollegen empfohlen.
Sein eigener Weg zum Trainer bei den Raubrittern folgt dem typischen Muster, das man besonders in Nischensportarten beobachtet: Zuerst hat er selbst gespielt, dann Verantwortung im Vorstand und schließlich die Trainertätigkeit übernommen. Weil Baseball in Deutschland eine Randsportart ist, gestaltet sich die Suche nach qualifizierten Trainern oft schwierig. „Ich habe inzwischen fast jede Mannschaft trainiert und deshalb auch den Trainerschein des Verbands gemacht“, berichtet Heising.
Den Lehrgang bei NUSSBAUM Medien beschreibt er als für ihn sehr hilfreich: Die etwa neunmonatige Ausbildung mit einer Mischung aus Online- und Präsenzphasen lieferte ihm durch sportartenübergreifende theoretische und praktische Beispiele sowie durch Rollenspiele viele neue Anregungen. Eine einfache, aber für ihn besonders wichtige Erkenntnis daraus fasst er so zusammen: „Alle Kinder immer spielen lassen“ – auch wenn das gelegentlich den Gewinn einer Meisterschaft kosten kann, sei für die Kinder der Unterschied zwischen Platz eins und Platz zwei letztlich unerheblich; wichtiger sei die Spiel- und Lernchance für jedes einzelne Kind.
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