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Kultur

Schmuckstück in Museumsform: Das Reuchlinhaus in Pforzheim

Pforzheim steht für Schmuckkunst und edles Goldhandwerk. Das hier beheimate Schmuckmuseum lässt die faszinierende Geschichte des Schmucks erleben.
Schmuckmuseum außen
Das Schmuckmuseum im Reuchlinhaus veranschaulicht den Besucherinnen und Besuchern die Geschichte des Schmucks und warum Pforzheim bis heute den Beinamen „Goldstadt“ trägt.Foto: war

Die Tradition der Schmuck-, Gold- und Uhrenstadt Pforzheim erleben … wer das möchte, der sollte bei einem Stadtbesuch unbedingt auch einen Ausflug ins Reuchlinhaus machen. Inmitten des Pforzheimer Stadtgartens liegt dieses von vielen als „architektonisches Juwel“ bezeichnete, berühmte und international bekannte Schmuckmuseum. Rund 2.000 Exponate zeigen dort Schmuckkunst und Geschichte des Schmucks aus fünf Jahrtausenden.

Verdienter Beinamen

1961 wurde das Schmuckmuseum nach Plänen des Architekten Manfred Lehmbruck erbaut und gehört seitdem prägend zur Goldstadt Pforzheim. Denn ungeachtet des wirtschaftlichen Strukturwandels ist die Stadt im Enzkreis bis auf den heutigen Tag ein Zentrum der deutschen Schmuck- und Uhrenindustrie und genießt als solches international den Ruf als „die Schmuckmetropole“.

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Viele Schmuckstücke (z.B. Kreuze und Ringe) hängen an einer Schaukastenwand
Das Schmuckmuseum beherbergt Exponate aus aller Welt.Foto: war

Hotspot der Schmuckindustrie

Auf die Frage, wie sich das Schmuckmuseum in dieses Gefüge einpasst, erklärt uns beim Besuch Isabel Schmidt-Mappes, die für die Öffentlichkeitsarbeit im Schmuckmuseum mitsamt dem Technischen Museum der Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie zuständig ist: „Nach wie vor kommen 70 Prozent der deutschen Schmuckproduktion aus Pforzheim. Für Schmuck-Designer und Gestalter ist die Stadt ein Eldorado. Sie wissen die Infrastruktur und die kurzen Wege zu schätzen.“

In Szene gesetzt

Auf die Frage, wie das Team das Museum als eines, das ja im Gegensatz zu anderen nicht nur historische, sondern durch die Lage auch topaktuelle Stücke beinhaltet, gestalte, hat Schmidt-Mappes auch eine passende Antwort parat: „In der Dauerausstellung ist die Präsentation chronologisch gestaltet. Bei einer Sonderausstellung kann das je nach Thema vielfältiger sein.“ So arbeitet das Team hier auch stark mit Installationen und interaktiven Elementen. Und so wirkt das Ganze auch viel stärker in Szene gesetzt.

Angebote für alle

Welche Angebote gibt es denn hier für Kinder, Studierende oder Seniorinnen und Senioren? Schmidt-Mappes weiß Rat: „Es gibt ein Team von Museumspädagogen und externen Kräften.“ Grundsätzlich bietet man im Schmuckmuseum so Formate für alle, vom Kitakind bis zum Abiturienten. Zum Beispiel das Format „Schmuckfieber“. Damit wird eine Möglichkeit geschaffen, zu einer Führung zu gehen und dann selbst Schmuck herzustellen.

Auf Schatzsuche mit „Schmucki“

Schulklassen können individuell eine Führung zu den Dauerausstellungen oder auch individuell buchen. Und dazu gibt es weitere Mitmachaktionen. Zum Beispiel „Schmucki“, die Perlsau, eine ganz besondere Handpuppe. Sie wird in Kooperation mit Raphael Mürle von zwei Puppenspielerinnen zum Leben erweckt. Passend dazu gibt es einen Museumsführer für Kinder mit dem Titel „Schatzsuche mit Schmucki, der Perlsau“ im Museumsshop.

Aktuelle Ausstellungen (2025) im Schmuckmuseum (YouTube)

Im Takt des Jahres

Auf die Frage, welche besonderen Veranstaltungen es das ganze Jahr über gibt, sagt Schmidt-Mappes: „Sonntags gibt es um 15 Uhr eine Führung, manchmal zu Sonderthemen wie ‚Tiere im Schmuck‘, Ethnografie, anderen Sammlungen, der Dauerausstellung oder der Kombination mit einer anderen Sonderausstellung.“

Im Dialog

Regelmäßig kommen auch Schüler und Studierende der Goldschmiedeschule und der Hochschule Pforzheim ins Museum, um sich dort von den Ausstellungen inspirieren zu lassen. Es gibt auch immer wieder gemeinsame Projekte, je nach Thema steuern die Studierenden im Dialog einen Teil zu den Ausstellungen bei. Das geschieht in regelmäßigen Abständen, dieses Jahr etwa zu „Stories of HipHop“ oder dem „Aufgetischt“.

Über den Tellerrand

Pforzheimer Studierende haben freien Eintritt, auswärtige einen ermäßigten. Einmal im Monat gibt es zusätzlich einen Familiensonntag. Er erstreckt sich auf alle Pforzheimer Museen und wechselt sich ab mit dem Schmuck- und dem Technischen Museum, die zusammengehören und unter einer Leitung stehen.

Ausblicke

Und was steht nun im Pforzheimer Schmuckmuseum als Nächstes an? Zum Beispiel die Ausstellung „Aufgetischt – eine kulinarische Weltreise“. Diese kann man sich bis zum 19. April 2026 ansehen.

Eine Lesung von Literaturpapst Denis Scheck wird es am Sonntag, 14. Dezember, geben.

Weiteres

Der genaue Veranstaltungskalender ist auf der Homepage einsehbar.

Das Museum ist dienstags bis sonntags und feiertags geöffnet, außer an Heiligabend und Silvester.

von war
12.11.2025
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