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Unterwegs in BW

Spaß im Schnee in BW: Von der ersten Flocke bis zum Rodeln

Es schneit! Doch wo in Baden-Württemberg lohnt sich der Schnee-Ausflug wirklich? Wo liegt genug für eine rasante Schlittenfahrt?
Eltern ziehen ihren Sohn auf dem Schlitten durch den Schnee
Weiße Landschaften, soweit das Auge reicht. Also: Schlitten einpacken und losgeht die wilde Rodelfahrt! Die geeignetsten Hänge in Baden-Württemberg gibt es hier.Foto: vgajic/E+/Getty Images

Draußen wird es weiß, drinnen bricht das Chaos aus: „Mama, Papa, es schneit!“ Die Aufregung ist grenzenlos, der Blick aus dem Fenster wird zum Event und die Frage kommt unweigerlich: „Können wir raus?“ Klar könnt ihr. Aber wo im Ländle liegt der Schnee wirklich? Und was braucht es für den perfekten Schneetag?

Der erste Blick aus dem Fenster: Wo liegt was?

Die Schneelage ist eine Wissenschaft für sich – und als Eltern lernt man schnell, realistische von romantischen Erwartungen zu unterscheiden. Die Wahrheit ist: Nicht jeder Schnee ist gleich. Was im Schwarzwald mild als „Schneematsch“ belächelt wird, kann für Stuttgarter Familien der perfekte Wintertag werden. Es kommt nur darauf an, wohin ihr fahrt – und mit welchen Erwartungen.

Die schneesicheren Zonen finden sich vor allem im Schwarzwald ab 600 Metern Höhe. Aber auch der schwäbische Landesteil hat so seine schneesicheren Ecken und ist der Geheimtipp für alle, die nicht so weit fahren wollen. Rund um Sonnenbühl oder auf der Alb liegt oft überraschend viel Schnee – und die Rodelhänge sind perfekt für Anfänger. Vorteil: Von Stuttgart aus ist man in einer Stunde dort.

Schneeschuhwandern am Feldberg
Der Feldberg im Schwarzwald ist ein beliebtes Ausflugsziel für viele Wintersportler – zurecht!Foto: Naturschutzzentrum Südschwarzwald

Rund um Schönwald, Schönbuch oder den Feldberg liegt oft schon Schnee, wenn’s im Tal noch matschig ist. Hier kann man mit einer gewissen Planungssicherheit rechnen – zumindest von Dezember bis Februar. Von Karlsruhe, Baden-Baden und weiter südlich Offenburg und Freiburg liegt der Schwarzwald quasi direkt vor der Haustür.

Und im Naturpark Stromberg-Heuchelberg zwischen Ludwigsburg und Heilbronn liegt zwar nicht oft Schnee, aber wenn, dann richtig. Die sanften Hügel sind ideal zum Rodeln, und die Landschaft ist so schön, dass sich auch ein Schneespaziergang lohnt.

Die Glückszonen – also im Sinne von Glück gehabt – sind alle anderen Regionen: Stuttgart, Mannheim und Umgebung. Hier ist Schnee ein echtes Ereignis, aber wenn er kommt, dann ordentlich. Die Kinder flippen aus und plötzlich wird jeder kleine Hügel zum Rodelparadies.

Eltern ziehen ihre Kinder durch den Schnee
Bereit für Rodelspaß mit der ganzen Familie?Foto: altrendo images/Stockbyte/Thinkstock

Die Schneekönige: Schwarzwald ab 800 m

Feldberg-Region: Hier liegt meist ab Dezember was Ordentliches

Schönwald, St. Georgen, Villingen: Schneesicher und perfekt mit Kindern erreichbar

Gut, wenn: Ihr planbar rodeln wollt und nicht auf Wetterglück setzen möchtet

Überraschungskandidat: Schwäbische Alb

Rund um Sonnenbühl, Heubach: Wenn's schneit, dann richtig

Münsingen, Bad Urach: Weniger touristisch, mehr Platz zum Toben

Gut, wenn: Ihr spontan seid und näher zur Alb als zum Schwarzwald wohnt

Die Wackelkandidaten: Alles unter 600 m

Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim: Kann klappen, muss aber nicht

Gut, wenn: Die Kinder auch mal mit 3 cm Schneematsch glücklich sind (Spoiler: sind sie meistens!)

Verschneite Winterlandschaft rund um Villingen-Schwenningen
Winter Wonderland rund um Villingen-Schwenningen.Foto: Wirtschaft und Tourismus Villingen-Schwenningen GmbH

Rodeln: Wo Anfänger strahlen und Adrenalinjunkies glücklich werden

Nicht jeder Hang ist für jeden geeignet. Mit kleinen Kindern braucht ihr sanfte Hügel, überschaubare Auslaufzonen und am besten keine Bäume in Sichtweite.

Für Rodeleinsteiger …

... sind die Wiesen rund um Baiersbronn perfekt: sanft geneigt, weit einsehbar, mit Parkplätzen in der Nähe. Auch der Katzenbuckel im Odenwald bietet entspanntes Rodeln ohne Drama. Hier könnt ihr in Ruhe schauen, ob eure Dreijährige wirklich schon bereit für den Schlitten ist – oder doch lieber noch eine Runde Schneemann baut.

Für die Mutigen …

... gibt es die Hänge am Feldberg, Kandel oder rund um Todtnau. Hier wird es steil, schnell und aufregend. Größere Kinder werden diese Hänge lieben – vorausgesetzt, Eltern haben starke Nerven und den Kids gute Bremstechnik beigebracht.

Video: Tipps zum sicheren Rodeln (YouTube)

Rodelhänge: Von sanft bis „Mama, das ist zu schnell!“

Anfänger-Hänge (perfekt für 3 bis 8 Jahre)

Mehliskopf bei Baden-Baden: Breite Hänge, übersichtlich, Parkplätze nah

Dobel im Schwarzwald: Dorflift-Gegend, flach auslaufend

Kaltenbronn: Viele kleine Hügel zum Üben

Für Stuttgarter Familien sind die besten Rodelplätze der Birkenkopf (bei 10+ cm Schnee), der Killesberg (sanfte Hänge, perfekt für Kleine) und – wenn ihr 30 Minuten fahren wollt – die Hänge rund um Herrenberg.

Familien-Klassiker (alle Altersgruppen)

Todtnauer Wasserfall-Gegend: Verschiedene Schwierigkeitsgrade nebeneinander

Schönbuch bei Böblingen: Wenn Schnee liegt, herrscht hier Volksfeststimmung

Rund um Baiersbronn: Naturrodelhänge mit Hütten-Einkehr

Katzenbuckel, Odenwald: 750 Meter Rodelspaß für die ganze Familie

Für Adrenalin-Junkies (ab 10 Jahren)

Feldberg-Nordseite: Steil, schnell, nur für Geübte

Königstuhl bei Heidelberg: Wenn's mal richtig schneit, legendärer Hang

Noch mehr Inspiration?

Die schönsten Rodelhänge im Schwarzwald gibt's hier

Familie fährt Schlitten
Auch beim Rodeln gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht.Foto: altrendo images/Stockbyte/Thinkstock

Equipment: Kaufen, leihen, improvisieren?

Die Schlitten-Frage spaltet Eltern in zwei Lager: die Optimisten, die jedes Jahr einen neuen Rodel kaufen („Dieses Jahr wird bestimmt ein Schneewinter!“), und die Pragmatiker, die erst shoppen gehen, wenn der Wetterbericht Schnee verspricht.

Ausleihen ...

 ... macht vor allem dann Sinn, wenn noch nicht ganz klar ist, ob die Kids überhaupt Spaß am Rodeln haben. Bei Anfahrt mit den Öffentlichen oder mit einem kleinen Auto ist das Ganze natürlich auch eine Platzfrage. Viele Sportgeschäfte in Wintersport-Orten bieten Schlitten zum Verleih an. Der Vorteil: Man muss nichts schleppen und kann verschiedene Modelle ausprobieren. Oder ihr fragt bei Freunden nach, die schon einen haben.

Kaufen ...

... lohnt sich, wenn ihr in schneesicheren Gebieten wohnt oder regelmäßig dorthin fahrt. Ein einfacher Holzschlitten für 30 bis 50 Euro reicht völlig. Plastikbobs sind günstiger, aber auf hartem Schnee schwieriger zu steuern, außerdem sind sie schneller kaputt und weniger nachhaltig.

Video: Alten Holzschlitten aufbereiten - so geht's (YouTube)

Schlitten kaufen lohnt sich, wenn:

  • Ihr jedes Jahr mehrmals fahrt
  • Budget für 50 bis 150 Euro da ist
  • Platz zur Lagerung vorhanden

Ausleihen/improvisieren, wenn:

  • Schnee eher Glückssache in der Region ist
  • Die Kinder noch stark wachsen

Geheimtipp: Große Müllsäcke + Schneeanzug = funktioniert überraschend gut!

Plan B: Wenn der Schnee zur Matschpampe wird

Kennt ihr das? Ihr habt die perfekte Schnee-Tour geplant, steht am Berg – und es regnet. Der Schnee verwandelt sich in eine graue, unappetitliche Masse, die Kinder gucken vorwurfsvoll.

Jetzt braucht es einen Plan B. Viele Sommerrodelbahnen im Schwarzwald laufen auch im Winter (außer bei Eis). Indoor-Skiing ist noch nicht in Baden-Württemberg angekommen – leider. Also macht man eben das Beste draus: Matschspielplatz statt Schneemann. Manchmal sind die ungeplanten Abenteuer sowieso die schönsten. Oder wie wäre es denn mit einer spontanen Rutschpartie auf dem Eis?

Die schönsten Schlittschuhbahnen in Baden-Württemberg haben wir hier aufgelistet

Eissportzentrum Herzogenried
Rauf aufs Eis! Mannheim eröffnet die Eislaufsaison.Foto: Eissportzentrum Herzogenried

Die Wahrheit über Winterkleidung

Seien wir ehrlich: Die Pinterest-perfekten Winteroutfits sind eine Illusion. Echte Schnee-Eltern wissen, dass es nicht um den Look geht, sondern um Funktionalität. Zwiebelprinzip ist der Freund – und Wechselklamotten im Auto die Rettung.

Ein Tipp aus der Praxis: Handschuhe am besten im Doppelpack kaufen. Der erste geht garantiert in den ersten zehn Minuten verloren. Und wasserdichte Handschuhe sind Gold wert – nasse, kalte Kinderhände bedeuten das Ende jedes Schneeausflugs – und im Ernstfall sogar noch eine Woche „Spaß“ mit erkältetem Kind zuhause.

Was wirklich wichtig ist:

  • Wasserdichte Handschuhe (zweites Paar einpacken!)
  • Helm – unterschätzt, aber kann böse Kopfstöße verhindern
  • Thermoskanne mit Kinderpunsch = Lebensretter
Junge mit Skibrille saust vergnügt den Berg mit dem Schlitten hinab.
Nur mit passender Kleidung macht das Spielen im Schnee auch langfristig Spaß.Foto: Halfpoint/iStock/Getty Images Plus

Die Übersicht - was ihr wissen müsst: Die wichtigsten Fragen

Ab wie viel Schnee macht Rodeln wirklich Spaß?

Etwa fünf Zentimeter sollten es schon sein, damit der Schlitten richtig gleitet und nicht an jedem Grashalm hängen bleibt. Für den Schneemann-Bau reichen schon drei Zentimeter – wenn der Schnee die richtige Konsistenz hat.

Wo parken, wenn alle dasselbe Ziel haben?

Plant früh am Tag zu fahren – um 9 Uhr sind die Parkplätze meist noch frei. Alternative Parkplätze vorab googeln lohnt sich. Und packt warme Sachen für den eventuell längeren Fußweg ein.

Was anziehen ohne die Daunen-Explosion?

Softshell-Jacken sind oft praktischer als dicke Winterjacken – eure Kinder können sich besser bewegen und schwitzen weniger. Wichtig: wasserdichte Schuhe und eine Mütze, die auch beim Toben auf dem Kopf bleibt.

Wann ist die beste Zeit für Schneeausflüge?

Vormittags ist der Schnee oft noch pulvriger, nachmittags wird er durch die Sonne schwerer, aber auch formbarer für Schneemänner. Nach 14 Uhr wird es meist zu matschig für entspanntes Rodeln.

Was gehört in die Schneetag-Notfallausrüstung?

Warmer Tee in der Thermoskanne, Wechselhandschuhe, ein kleiner Snack und – ganz wichtig – eine wasserdichte Sitzunterlage für die Pause. Nichts ist schlimmer als ein nasser Po bei minus fünf Grad.

Übrigens: Der perfekte Schneetag endet meist mit durchgefrorenen Eltern, überglücklichen Kindern und heißer Schokolade zu Hause. Manchmal sind es genau diese chaotischen, kalten, wunderbaren Tage, an die sich alle noch Jahre später erinnern.

► Hier geht es zum Rezept: Heiße Schokolade: Das gemütliche Winterritual in 5 Minuten

Zwei Tassen mit heißer Schokolade
Nach dem Spielen im Kalten tut eine Tasse heiße Schokolade doppelt so gut.Foto: Pinkybird/iStock/GettyImagesPlus

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von red
09.01.2026
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