Christine Lehner ist seit kurzem die neue Hospizleitung des kommenden Kraichgau Hospiz Sinsheim. Sie kommt aus dem Bereich Hospizarbeit und bringt jahrelange Erfahrung in der Leitungsfunktion mit. Im Oktober wird das Hospiz in Sinsheim seine Türen für die ersten Gäste öffnen. Lehner erklärt, wie der Alltag im Hospiz gestaltet wird – für die Gäste, ihre Angehörigen und das Team.
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Im Kraichgau Hospiz steht die Selbstbestimmung der Gäste an erster Stelle. Das bedeutet konkret: Es gibt keine vorgegebenen Aufstehzeiten oder Schlafenszeiten. Der Tagesablauf richtet sich nach den Wünschen und dem Wohlbefinden und den Bedürfnissen jedes einzelnen Gastes.
Das gilt zum Beispiel auch für die Mahlzeiten. Zum Frühstück bereitet die Küche das zu, was der Gast sich wünscht – Rührei, Spiegeleier, Lachs oder etwas ganz anderes. Die Essenszeiten sind flexibel. Es geht darum, dass der Mensch selbst entscheiden kann, wann und was er essen möchte.
Die Hospizumgebung bietet verschiedene Angebote, die das Wohlbefinden fördern. Therapeutische Massagen helfen nicht nur bei der Schmerzlinderung, sondern geben dem Körper die Chance, sich zu entspannen. Dies ist gerade für Menschen in der letzten Lebensphase von Bedeutung.
Daneben stehen weitere Angebote zur Verfügung: Musiktherapie, Klangschalentherapie und Kunsttherapie können helfen, innere Ruhe zu finden. Tiergestützte Therapie mit einem Hund wird von manchen Gästen als besonders wohltuend empfunden. Psychologen und Seelsorger sind regelmäßig im Haus und sprechen mit den Gästen über ihre Gedanken und Ängste.
Die medizinische Versorgung ist spezialisiert auf Palliativmedizin. Die Gäste – und auch ihre Angehörigen - wissen, dass sie jederzeit Zugriff auf beste Schmerzlinderung und umfassende medizinische Unterstützung haben – rund um die Uhr.
In den Nächten treten bei den Gästen oft Unruhe und Angst auf. Wenn die Stille im Haus herrscht, kreisen die Gedanken. Der Austausch mit einer vertrauensvollen Person wird für viele Gäste zu einem wesentlichen Bedürfnis. Unsere speziell geschulten und erfahrenen Pflegefachkräfte sind nachts präsent und immer für die Gäste da – als Ansprechperson, Zuhörende und vertraute Begleiter in dieser sensiblen Zeit. Gleichzeitig überwachen sie kontinuierlich Symptome wie Schmerzen, Atemwegsbelastung oder Unruhe und reagieren fachgerecht sowie zeitnah, um den Gästen jede Erleichterung zu bieten, die möglich ist.
Das Hospiz versteht sich auch als geschützter Raum für die ganze Familie. Die Angehörigen können sich darauf verlassen, dass die Sorge um belastende Symptome vollständig bei einem spezialisierten Team aufgehoben ist. Dies ermöglicht es ihnen, präsent zu sein, ohne dabei die Angst vor Schmerzen oder Komplikationen tragen zu müssen. Sie können so die Zeit bis zum Abschied nicht als Last, sondern als kostbare gemeinsame Zeit erleben.
Dies ermöglicht es ihnen, präsent zu sein, ohne dabei die physische und emotionale Belastung der Pflege zu tragen. Das Hospiz bietet den Angehörigen auch nach dem Versterben Unterstützung durch Trauerbegleitung.
Der Alltag im Hospiz beginnt für das Personal mit einer Übergabe zwischen Nacht- und Tagschicht. In diesem Austausch wird jeder Gast besprochen: sein Gesundheitszustand, sein Befinden, seine Wünsche für den kommenden Tag.
Das Team wird aus etwa 30 Mitarbeitern bestehen – etwa 20 bis 25 Pflegefachkräfte und etwa sechs Personen im Bereich Hauswirtschaft und Technik. Alle arbeiten nach dem Gedanken der Palliativversorgung: Selbstbestimmung, achtsame Begleitung und Würde stehen im Mittelpunkt ihres Handelns, nicht Heilung.
Daneben zählt das Hospiz auf etwa 30 ehrenamtliche Helfer. Sie betreuen Bereiche wie den Kontakt mit den Gästen, die Hauswirtschaft und Küche, die Unterstützung bei der Pflege, die Gartenpflege und Organisation. Lehner betont, dass Interessierte jeden Alters und ohne spezifische Vorkenntnisse willkommen sind. Es geht darum, sich Zeit für die Gäste zu nehmen und präsent zu sein.
Das Kraichgau Hospiz Josephine wird für Gäste und Angehörige ein Ort werden, an dem diese letzte Lebensphase mit Würde, Ruhe und Verständnis gestaltet wird. Christine Lehner freut sich auf die Eröffnung im Oktober und auf die erste Begegnung mit den Gästen, die das Haus künftig beherbergen wird.


