Über dem Südschwarzwald fliegen Drachen ... Nicht die Fabelwesen, sondern bunte, kreative und windschnittige Flugobjekte. Einmal im Jahr wird der Flugplatz Hütten/Hotzenwald östlich der Stadt Wehr auf der Gemarkung der Gemeinde Rickenbach zum Mekka für Drachenfans.
Der Sonderlandeplatz hat sich als beliebter Austragungsort für das Drachenfest etabliert und seinen festen Platz im Kalender der Teilnehmer aus nah und fern. Die Luftsportgemeinschaft Hotzenwald erwartet jedes Jahr zahlreiche Teilnehmer.
Beim Drachenfest ist den Zuschauern einiges geboten: Bei den letzten Malen waren bis zu 35 Meter lange stablose Drachen dabei, aber auch sehr kleine, die nicht einmal eine Handfläche komplett abdecken.
Die Veranstaltung läuft am Samstag ab 11 Uhr und am Sonntag von 10 bis 16 Uhr. Für das leibliche Wohl von Besuchern und Teilnehmern sorgen die Segelflieger. Am Samstag-Abend erwartet die Besucher eine besondere Atmosphäre: Es werden beleuchtete oder von unten angestrahlten, teils reflektierenden Drachen beim Nachtfliegen eine geheimnisvolle Stimmung erzeugen. Es geht noch weiter: Ein Feuerwerk ist an diesem Abend geplant. Der Eintritt ist frei, es wird lediglich ein Kostenbeitrag in Höhe von 5 Euro für das Parken erhoben.
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Volker Przybilla ist Gründer des Festes und von je her vom Drachenflug begeistert. Anfang der 2000er Jahre hat er eine Anfrage der Stadt Wehr mitbekommen: Ein Fest für Drachensteiger solle veranstaltet werden. Da ließ Volker Przybilla nicht lange auf sich warten und trommelte Drachenfreunde aus ganz Europa zusammen.
Der Verein Luftsportgemeinschaft Hotzenwald kümmerte sich um Infrastruktur, Versicherungen und sonstige Versorgung der Besucher. „Für mich ist ein Traum wahr geworden“, erinnert sich der Gründer des Festes.
Beim Fest geht zum einen darum, den Profis mit ihren kunstvollen Drachen beim Steigenlassen zuzusehen. Sie haben alle verschiedenen Farben und Formen und unterschiedliche Größen. Die meisten der Profis bauen ihre Drachen selbst. Für den Süden Deutschlands braucht es Material für Leichtwinddrachen.
In den Supermärkten gebe es oftmals nur Drachen zu kaufen, die nur im Küstenwind richtig funktionieren.
Diejenigen, die die Drachen nicht selbst bauen, kaufen sie oftmals bei spezialisierten Drachenbauern. Auch Volker Przybilla hat jüngst einen Drachen, 16 auf zwei Meter groß, gebaut. Drei Tage hat er dafür gebraucht.
Auf dem Gelände in Hütten gibt es beim Fest drei Felder: Eines für Vorführungen von Profis – hier dürfen die Gäste nur zuschauen. Ein weiteres Areal gibt es für Einleinerdrachen und ein anderes für Lenkdrachen. Diese müssen voneinander abgetrennt sein, weil sie sich sonst „in die Schnüre“ kommen. Vor allem den Kindern bereitet das Drachenfest immer große Freude – sie schauen zu und springen auf dem Gelände umher. „Hier kann jeder mitmachen“, betont Przybilla.
140 Helfer
Er erinnert sich daran, dass das allererste Drachenfest schon ein voller Erfolg gewesen ist, sodass am ersten Tag schon Essen und Trinken ausverkauft war. Für Nachschub wurde schnell gesorgt. Rund 140 Helfer sind heute rund um das Drachenfest aktiv.
Weil das Fest mit viel Arbeit verbunden ist, kann es nur alle zwei Jahre stattfinden. Przybilla ist sehr zuversichtlich, dass es mit dem besonderen Event noch eine ganze Zeit so weiter geht.


