Feuer war im 18. Jahrhundert eine ständige Bedrohung. Das Objekt des Monats Juli bei „Museum Frei Haus“ erinnert an diese Zeit, in der das Löschen eines Brandes noch echte Handarbeit war: Ein Ledereimer aus dem Jahr 1768, versehen mit den Initialen CT für Kurfürst Carl Theodor (1742–1799).
Der robuste Eimer ist ein eindrucksvolles Zeugnis bürgerlicher Pflicht und Fürsorge in einer Zeit, in der Schwetzingen nicht nur Residenz, sondern auch wachsendes Gemeinwesen war. Bereits 1742 wurde die erste offizielle Feuerlöschordnung für Schwetzingen erlassen. Sie regelte genau, wer im Brandfall mit welchem Gerät zu erscheinen hatte – ob mit Wasser, Haken, Leiter oder Spritzenwagen. Jeder Bürger war verpflichtet, einen eigenen Löscheimer aus Leder bereitzuhalten – griffbereit im Hausflur oder Stall, mit Harz abgedichtet und markiert mit Initialen und Jahreszahl.
Auch im Schwetzinger Schloss war man vorbereitet: Spritzenwagen und Löschgerät gehörten zur festen Ausstattung, mehrere lederne Eimer wie der ausgestellte wurden dort eingesetzt.
Heute ist der historische Ledereimer ein seltenes Stück aus der Sammlung des Museums – und ein Symbol für Gemeinschaftssinn und Verantwortung. Mit einem Augenzwinkern passt er auch zur aktuellen Jahreszeit: Damals diente er der Brandbekämpfung – heute könnte ein kräftiger Wasserschwall bei über 30 Grad eher zur Erfrischung beitragen.
Zu sehen ist das Objekt des Monats Juli übrigens in der Stadtbibliothek Schwetzingen. Die Kooperation von „Museum Frei Haus“ und Bibliothek bringt Geschichte sichtbar in den Alltag – zentral, kostenfrei und für alle zugänglich. Das Objekt ist im Rahmen der monatlich wechselnden Reihe „Objekt des Monats“ zu entdecken. Der Eintritt ist frei.