
Zur bevorstehenden Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg hat NUSSBAUM.de einen Fragenkatalog an fünf Kandidat:innen des Wahlkreises Ettlingen verschickt. Wir wollten wissen, wie sie zu viel diskutierten Themen stehen und welche Lösungsansätze sie verfolgen.
Lorenzo Saladino ist Landtagskandidat für die CDU im Wahlkreis Ettlingen. Der 44-Jährige wohnt in Ettlingen und ist seit mehreren Jahren bei der CDU, setzt sich im Gemeindetag und im Kreistag ein. Er führt, unterstützt von seiner Familie, ein eigenes Bestattungsunternehmen.
NUSSBAUM.de: Die Energie- und Lebensmittelpreise belasten viele Haushalte stark, auch im Landkreis Karlsruhe wird für dieses Jahr ein starker Anstieg der Heizkosten prognostiziert. Welche Instrumente halten Sie für wirksam, um Bürgerinnen und Bürger konkret zu entlasten?
Lorenzo Saladino: Die steigenden Preise belasten die Menschen stark. Wir müssen die Menschen entlasten, indem wir die Steuern auf Energie senken, besonders für diejenigen, die es am meisten brauchen, wie Familien und Rentner. Außerdem sollten wir mehr Anreize für die Nutzung erneuerbarer Energien schaffen. Aber nicht mit einer Grünen Verbotspolitik, wie das bisher ideologisch betrieben wurde.
NUSSBAUM.de: Immer mehr Notfallpraxen schließen, und auch die medizinische Versorgung auf dem Land ist oft lückenhaft. Welche Strategien würden Sie verfolgen, um eine flächendeckende und verlässliche Versorgung sicherzustellen?
Saladino: Um die medizinische Versorgung auf dem Land zu verbessern, müssen wir dafür sorgen, dass Ärzte und Pflegekräfte auch in ländlichen Regionen arbeiten. Das geht durch bessere Bezahlung und mehr Unterstützung bei der Praxisgründung. Es ist bedauerlich, dass Sozialminister Manne Lucha (Grüne) zugelassen hat, dass 18 Notfallpraxen von der KV BW geschlossen wurden.
NUSSBAUM.de: Viele Schulen in Baden-Württemberg stehen vor großen Herausforderungen – vom Lehrkräftemangel über Unterrichtsausfall bis hin zu maroden Schulgebäuden und der Umsetzung von Digitalisierung. Wo sehen Sie aktuell den dringendsten Handlungsbedarf im Bildungsbereich, und welche konkreten Maßnahmen würden Sie in der kommenden Legislaturperiode priorisieren?
Saladino: Der größte Handlungsbedarf im Bildungsbereich liegt beim Lehrkräftemangel. Wir müssen mehr Lehrkräfte ausbilden und die Arbeitsbedingungen an den Schulen verbessern, damit junge Menschen gerne diesen Beruf ergreifen. Es ist auch wichtig, die Schulen besser mit digitalen Geräten auszustatten. Wir dürfen die traditionellen Stärken der Bildung nicht vergessen. In der vierten Klasse muss das Ziel wieder sein, dass alle Kinder lesen, schreiben und rechnen können. Außerdem brauchen wir wieder Schüler, die sich anstrengen und nicht aufgeben – Jugendliche, die auch mit Niederlagen umgehen können, aber trotzdem den Willen haben, zu gewinnen. Unsere Kinder müssen besser auf das "echte Leben" vorbereitet werden, nämlich mit Kampfgeist. Eine verbindliche Grundschulempfehlung muss auch wieder eingeführt werden.
NUSSBAUM.de: Laut Pestel-Institut gibt es in Deutschland, vor allem in Baden-Württemberg, einen massiven Mangel an bezahlbarem Wohnraum, der sich in den nächsten Jahren verschärfen soll. Mit welchen Maßnahmen möchten Sie den Bau von neuen Wohnungen unterstützen, sodass langfristig auch die Mietpreise nicht durch die Decke gehen?
Saladino: Der Bau neuer Wohnungen muss schneller und einfacher werden. Dafür wollen wir die Bürokratie abbauen und den Bau von Wohnungen durch steuerliche Anreize und Förderprogramme unterstützen. Die Grunderwerbsteuer wollen wir senken. Wichtig ist, dass wir nicht nur teure Wohnungen bauen, sondern auch solche, die für junge Familien, ältere Menschen und sozial schwächere Haushalte bezahlbar sind. Langfristig wollen wir den Wohnungsmarkt stabilisieren, um Mieter und Käufer zu entlasten.
NUSSBAUM.de: Die Energiewende wird oft als teuer und kompliziert wahrgenommen. Welche Schritte würden Sie ergreifen, um Klimaschutz sozial gerecht, wirtschaftlich tragfähig und technisch machbar umzusetzen?
Saladino: Der Klimaschutz darf nicht zu Lasten der Menschen gehen. Wir müssen den Wandel zu erneuerbaren Energien fördern, aber auf eine Weise, die für die Bürger finanziell tragbar ist. Wir setzen auf Innovation und Technik, um die Energiewende effizient zu gestalten. Wichtig ist, dass wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft erhalten und Arbeitsplätze schaffen bzw. sichern.
NUSSBAUM.de: Viele Kommunen fühlen sich bei Migration und Integration überfordert. Wie schätzen Sie die Situation ein, und welche Ansätze halten Sie für besonders geeignet, um Städte und Gemeinden zu unterstützen?
Saladino: Migration und Integration müssen organisiert und geplant werden. Städte und Gemeinden brauchen mehr Unterstützung, um Integrationsangebote und Sprachkurse anzubieten. Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen, die zu uns kommen, gut in die Gesellschaft integriert werden, aber auch, dass die soziale Sicherheit nicht überlastet werden. Eines muss trotzdem gesagt werden dürfen: Die Regeln bestimmen wir, als Gastgeber!
NUSSBAUM.de: Die polizeiliche Kriminalitätsstatistik (PKS) für Baden-Württemberg, die im März 2025 für das Jahr 2024 veröffentlicht wurde, zeichnet ein differenziertes Bild: Während die Gesamtzahl der Straftaten leicht gesunken ist, gibt es einen besorgniserregenden Anstieg bei bestimmten Gewalt- und Kriminalitätsformen. Welche Maßnahmen halten Sie für notwendig, um Sicherheit im öffentlichen Raum zu erhöhen, ohne Freiheitsrechte einzuschränken?
Saladino: Um die Sicherheit im öffentlichen Raum zu erhöhen, brauchen wir eine starke Polizei und mehr Präventionsarbeit. Wir müssen dafür sorgen, dass Straftäter schnell und effektiv bestraft werden. Gleichzeitig müssen wir die Rechte der Bürger wahren, indem wir die Polizeiarbeit im Einklang mit dem Grundgesetz durchführen. Videoüberwachung in besonders gefährdeten Bereichen und mehr Präventionsprojekte sind ebenfalls nötig.
NUSSBAUM.de: Die Situation in der Pflege wird als dramatisch beschrieben. Welchen landespolitischen Hebel sehen Sie realistisch, um Pflegekräfte dazuzugewinnen und Einrichtungen zu stabilisieren – jenseits von Appellen an den Bund?
Saladino: Die Pflege muss dringend besser unterstützt werden. Das geht durch bessere Arbeitsbedingungen und eine faire Bezahlung für Pflegekräfte. Außerdem sollten wir die Ausbildung und die Weiterbildung in der Pflege fördern, damit mehr Menschen in diesem Bereich arbeiten wollen. Die Pflegeeinrichtungen brauchen mehr finanzielle Unterstützung und sollten auch effizienter arbeiten können. Die Politik soll nicht nur z.B. in Pandemiezeiten Versprechungen machen, sondern endlich liefern!!
NUSSBAUM.de: Der öffentliche Nahverkehr ist in vielen Regionen unzuverlässig, auf dem Land oft unzureichend. Welche konkreten Schritte halten Sie für notwendig, um Mobilität für Stadt und Land sicherzustellen?
Saladino: Wir müssen den Nahverkehr verbessern, vor allem in ländlichen Regionen. Das geht durch den Ausbau des Bus- und Bahnnetzes sowie durch flexiblere Angebote, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren. Es ist wichtig, den öffentlichen Verkehr so zu gestalten, dass er für alle gut erreichbar ist und zuverlässig funktioniert. Es darf nicht mehr vorkommen, dass Kinder morgens an der Bushaltestelle stehen und der Bus nicht kommt. Die verlässliche Beförderung unserer Schüler muss gewährleistet sein.
NUSSBAUM.de: Baden-Württemberg gilt als starker Wirtschaftsstandort, kämpft aber gleichzeitig mit Fachkräftemangel. Wie bewerten Sie die aktuelle Lage, und welche Maßnahmen halten Sie für besonders wirksam, um Fachkräfte zu gewinnen und Unternehmen zu stärken?
Saladino: Der Fachkräftemangel ist ein großes Problem, und wir müssen mehr tun, um qualifizierte Arbeitskräfte zu gewinnen. Dazu gehört, dass wir die duale Ausbildung stärker fördern und die Fachkräfte, die wir haben, besser aus- und weiterbilden. Auch die Ansiedlung von Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen, muss durch steuerliche Anreize und Bürokratieabbau gefördert werden. Wir brauchen künftig nicht nur Master sondern auch gute Handwerksmeister!
Der Kandidat beantwortete die Fragen schriftlich per Mail.
► Wahlkreis 31 Ettlingen: Ein Überblick zur Landtagswahl 2026