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Wohnortnahe Präventionsarbeit

Landratsamt Karlsruhe bildet Seniorensicherheitsberater aus

Um ältere Menschen vor Betrügern zu schützen hat der Landkreis Karlsruhe Seniorensicherheitsberater ausgebildet, die Präventionsarbeit vor Ort machen.
eine Whatsapp-Nachricht
Verbrecher versuchen beim Tochter-/Sohn-Trick, übers Mobilfon Kontakt zu ihren Opfern aufzunehmen und sie auf die Plattform WhatsApp zu locken. Dort bitten sie dann sehr schnell um Geld, das das Kind angeblich braucht, weil die Waschmaschine kaputt, der Geldbeutel verloren oder eine Kaution ans Gericht zu zahlen ist.Foto: rist

Der Enkel-Trick, der Tochter-/Sohn-Trick, der Scammer-, also Liebesbetrüger-, Trick, der Polizisten-Trick, das sind die häufige Betrugsmaschen, mit denen vor allem ältere Menschen um ihre Ersparnisse gebracht werden. Damit sie sich besser schützen können, hat das Landratsamt Karlsruhe nun ehrenamtliche Seniorensicherheitsberater ausgebildet.

Sie leben in verschiedenen Gemeinden und es soll ein Netzwerk entstehen, das regelmäßig über aktuelle Gefährdungslagen und Kriminalitätsentwicklungen informiert und wohnortnahe Präventionsarbeit ermöglicht.

Welche Betrugsmaschen es gibt

Einer von drei Seniorensicherheitsberatern der Gemeinde Pfinztal ist Rainer Schätzle. Er hat im Herbst 2025 an einer zweitätigen Schulung teilgenommen und dabei gelernt, wie Betrüger speziell gegen Ältere vorgehen. Da wäre am Telefon bspw. der Enkel-Trick: „Hallo Oma, hier ist dein Enkel. Ich bin in einer dummen Situation und brauche sofort eine Kaution, um nicht ins Gefängnis zu müssen.“ Oder per SMS aufs Mobiltelefon der Sohn-/Tochter-Trick: „Hallo Mama/Papa, dies ist meine neue Handynummer. Bitte melde dich, am besten über WhatsApp.“

Dann gibt es den Scammer-Trick, per E-Mail: „Meine über alles Geliebte, auf dem Weg zu dir wurden mir am Flughafen alle Wertsachen gestohlen. Bitte hilf mir, ich habe große Sehnsucht, dich endlich kennenzulernen. Bitte überweise mir 5.000 Euro für das Ticket.“ Oder der Polizisten-Trick an der Wohnungstür: „Guten Tag, ich bin von der Kriminalpolizei. Hier in der Gegend gab es Einbrüche. Ich bin beauftragt, zu kontrollieren, ob Ihre Wertgegenstände noch da sind. Zeigen Sie sie mir bitte.“

ein Mann hält ein Handy an sein Ohr
Rainer Schätzle ist in Pfinztal ehrenamtlich als Seniorensicherheitsberater tätig.Foto: rist

Jüngere sollten für Ältere da sein

Rainer Schätzle kennt auch Betroffene. „Für Ältere ist es schwierig, mit der neuen Welt schrittzuhalten“, sagt er. „Die Betrüger sind bandenmäßig organisiert und es kann jeden treffen.“ Auch deshalb solle sich, wer betrogen wurde, nicht schämen, sondern sich Unterstützung holen. Das könne bei der Polizei oder bei einem Seniorensicherheitsberater sein.

„Die Polizei kann aufklären und dadurch für mehr Sicherheit sorgen“, so Rainer Schätzle weiter. Das sei ihm besonders wichtig. Er habe sich unter anderen für dieses Ehrenamt entschieden, weil es ihn persönlich bedrücke, wenn die ältere Generation, die so hart gearbeitet habe, nun um Geld betrogen werde. Es sei die Aufgabe der Jüngeren, für die Älteren da zu sein.

Diese Art von Betrug würde auch die Gesellschaft zersetzen. „Vielleicht ist es für einen Betroffenen leichter, zu einem Seniorensicherheitsberater zu gehen als zur Polizei“, sagt er. Er könne dann den nötigen Kontakt herstellen.

Ein Anruf kann helfen

Um sich zu schützen und Schaden zu vermeiden, sei es auf jeden Fall wichtig, dass die Menschen aufmerksam durchs Leben gehen und nicht jedem vertrauen. Das sei oft nicht einfach, da die Betrüger unerwartet auftauchen und ihre Opfer organisiert überrollen. Sie würden schreckliche Angst oder auch vermeintlich übergroße Freude verbreiten.

„Wichtig ist in jedem Fall“, so Rainer Schätzle, „sich zu vergewissern, ob das, was da erzählt wird, stimmen kann.“ Oft helfe ein Anruf beim eigenen Kind oder bei der Polizei. Dabei dürften allerdings nicht die Nummern, die die möglichen Betrüger genannt haben, angerufen werden, sondern eigene, altbekannte.

Seniorensicherheitsberatung für Betroffene

Geschäftsstelle Kreisseniorenrat: Kontakt per E-Mail

Ausbildung zum Seniorensicherheitsberater

Amt für Ordnung und Recht im Landratsamt Karlsruhe

Verena Firnkes und Georg Spranz

Kontakt per E-Mail

Erscheinung
exklusiv online
von red/Quelle: rist
05.03.2026
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