
Die Wacker-Brüder Harald und Martin sind in Karlsruhe-Mühlburg aufgewachsen. NUSSBAUM.de gaben sie ein Interview zu ihrem Büchlein.
Harald, 1957 geboren, arbeitete in seinem Beruf als Maschinenbautechniker und lief über Jahrzehnte Marathon, Ultraläufe, Triathlon bis hin zur „Hawaii-Distanz“ mit 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometern Radfahren und 42 Kilometern Laufen. In den 1980er Jahren begann er, sich mit Fotografie und der Bildgestaltung im eigenen Fotolabor zu beschäftigen.
Martin, 1968 geboren, trat bereits zur Schulzeit schauspielerisch in Aktion. Er steht bis heute auf der Bühne des Sandkorn-Theaters, arbeitet unter anderem journalistisch, als Moderator, als Geschäftsführer der Karlsruhe Marketing und Event GmbH und seit 26 Jahren als Stadionsprecher beim KSC. Gemeinsam suchten sie zwei Wochen in den USA nach Spuren ihres Urgroßvaters Clemens Schleif.
NUSSBAUM.de: Wie entstand das Archiv der Familie Wacker?
Harald Wacker: Unter uns drei Brüdern, wir haben noch unseren mittleren Bruder Klaus, waren Martin und ich schon immer die Jäger und Sammler. Besonders nach dem Tod unseres Vaters haben wir angefangen, die familiären Schätze und Informationen zu archivieren und zusammenzutragen. Das Archiv beinhaltet inzwischen alle Dokumente, Fotos und Erinnerungsstücke bis zur Familie des Urgroßvaters. Ich finde es spannend und faszinierend, die Lebenswege der eigenen Familie zu verfolgen und aufzuzeichnen. Es ist ein Eintauchen in bisher verborgene Welten und Zeiten.
NUSSBAUM.de: Was hat Sie angetrieben und Ihnen beim Durchhalten geholfen?
H. Wacker: Durch meinen Sport habe ich Ausdauer gelernt. Die Belohnung besteht immer darin, das Ziel zu erreichen. Ich sehe schon einen Zusammenhang zwischen dem Sport und der Suche nach dem Urgroßvater.
Martin Wacker: Neugierde und die pure Abenteuerlust. Wir sind beide an Geschichte interessiert, wenn die eigene Familiengeschichte dann plötzlich historische Dekaden ganz nahe und persönlich beschreiben kann, ist es eine unglaubliche Faszination.
NUSSBAUM.de: Wie haben Sie Zeit für die Recherchen und die Reise gefunden?
H. Wacker: Ich habe vor allem nachts online recherchiert. Nach drei Monaten landete ich den ersehnten Treffer und fand den Namen unseres Urgroßvaters auf einer handgeschriebenen, amerikanischen Census-Roll von 1885. Geblieben war trotz aller Gründlichkeit das Gefühl, etwas übersehen zu haben.
M. Wacker: Für die Reise brauchte es tatsächlich eine lange Vorplanung und eine frühe Terminierung im engen Terminkalender. Ich habe ja auch schon viel als Journalist und Autor gearbeitet, das Schreiben und Recherchieren bringt mir eher Freude und Entspannung als Stress. Dafür sind auf die späteren Abendstunden draufgegangen, aber die Lektüre war einfach zu spannend und die Möglichkeiten, die sich im Internet für solche Recherchen bieten, sind einfach großartig. Wir wollen uns auf weitere Spurensuche über das Leben des Urgroßvaters in den USA machen, das wird sicherlich auch einige Zeit in Anspruch nehmen.
NUSSBAUM.de: Was war für Sie das ganz Besondere an der Reise mit Ihrem Bruder?
Harald Wacker und Martin Wacker: Das Highlight war bereits, als Brüder zu reisen. Es war das erste Mal, dass wir im Erwachsenenalter gemeinsam auf Urlaubsreise waren. Es waren 14 Tage voller Überraschungen und immer in gemeinsamer Harmonie.
Überraschend war die Erkenntnis, dass wir nicht nur unserem Urgroßvater persönlich näherkamen, sondern auch seiner Bedeutung und seinem Einfluss in Amerika. Auf seinen Rinderweiden zu stehen, das war sicherlich auch ein Höhepunkt. Zudem stellten wir fest, dass vielleicht so manche Abenteuerlust und weitere Eigenschaften, die wir haben, von ihm stammen könnten.
