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Serie: Vereine in meiner Stadt

NABU Schwetzingen und Umgebung: Artenschutz groß geschrieben

In dieser Reihe werden örtliche Vereine aus Schwetzingen mit engagierten Mitgliedern näher vorgestellt. Diese Woche: Der NABU.
Frank Nürnberg und Christine Neumann-Schwab vom NABU Schwetzingen und Umgebung.Foto: GK

Vom NABU – dem Naturschutzbund Deutschland – hat wohl fast jeder schon einmal gehört. Gegründet wurde der Verband bereits 1899 und ist mit insgesamt etwa 960.000 Mitgliedern (darunter rund 70.000 besonders aktive Engagierte) die älteste und größte Naturschutzorganisation des Landes. Durch diese breite Basis entfaltet der NABU große Wirkung in Bereichen wie Arten-, Klima- und Biotopschutz.

Obwohl der NABU einer der wichtigsten Umweltakteure ist, passiert vieles hinter den Kulissen wie politische Stellungnahmen, Expertisen, Einsprüche zu Bauprojekten. Wenn Biotope gepflegt, Amphibienzäune betreut oder Projekte zum Artenschutz umgesetzt werden, wird das häufig nicht dem NABU zugeschrieben.

Stark verankert

Auch auf lokaler Ebene ist der Verband stark verankert: Allein die NABU-Gruppe Schwetzingen zählt etwa 750 Mitglieder und zeigt damit, wie wichtig die Ortsgruppen für die praktische Naturschutzarbeit sind. Die Projekte werden ausschließlich ehrenamtlich durchgeführt und kommen direkt vor Ort zum Tragen. Als zentrale Aufgabe hat sich der NABU vor allem den Artenschutz auf die Fahnen geschrieben. Schutz- und Wiederherstellungsprojekte für bedrohte Pflanzen und Tiere, Maßnahmen zur Förderung von Lebensräumen sowie Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit stehen im Mittelpunkt der Aktivitäten und prägen das Selbstverständnis der Schwetzinger NABU-Gruppe.

Artensterben

„Nach dem Saurier-Sterben stehen wir vor dem nächsten Artenaussterben von viel größerer Reichweite und das ohne Meteorit“, sagt der ehemalige Physiker und Hochschullehrer Frank Nürnberg einer der neben Cindy Baumann und Jürgen Hauschild drei Vorstandssprecher des NABU Schwetzingen. Vor etwa 66 Millionen Jahren starben die Dinosaurier durch eine Kombination aus einem gewaltigen Einschlag eines 10 bis 15 Kilometer großen Meteoriten und massiven Umweltveränderungen aus. Doch das heutige Artensterben erreicht ein historisch viel dramatischeres Ausmaß. Die globale Tierpopulation ist seit 1970 um rund 73 Prozent zurückgegangen und Pflanzen sterben heute hundert Male schneller aus, als natürlich zu erwarten wäre. „Wir kämpfen im Kleinen gegen eine ungeheuer dramatische Entwicklung“, sagt Frank Nürnberg.

Seit über 20 Jahren aktiv

Christine Neumann‑Schwab, die früher ebenfalls als Vorstandssprecherin tätig war, ist seit über 20 Jahren beim NABU Schwetzingen aktiv. In dieser Zeit hat sie umfangreiche naturschutzfachliche Kenntnisse gesammelt, eine Kindergruppe gegründet und geleitet und möchte dieses Wissen weitergeben. Ihr Antrieb sind die Liebe zur Natur und der Wunsch, die Erfahrungen aus mehr als zwei Jahrzehnten Engagement zu teilen. Heute bietet sie Beratungen zum naturnahen Gärtnern an und engagiert sich zusätzlich im Fledermausschutz. Der NABU ist zudem an einem Schutzprojekt für Erdkröten beteiligt, die Anfang Februar aus dem Ketscher Wald zum Schlossgartenweiher zum Laichen ziehen. Christine Neumann‑Schwab gehört zu der etwa 60 Personen starken Amphibienretter-Gruppe, die Schutzzäune aufstellt und später wieder abbaut. Bei dieser Aktion werden seit drei Jahren etwa 2.500 Erdkröten sicher in ihr Laichgewässer überführt.

Engagement

Wer sich beim NABU engagieren möchte, kann sich an die örtliche Ortsgruppe wenden. Dort wird die Person in die Aktivenliste aufgenommen und bei laufenden Projekten, die zu ihren Fähigkeiten und Interessen passen, um Mithilfe gebeten. In der Regel erhält man Informationen zu anstehenden Aktionen, eine kurze Einweisung sowie Hinweise zum zeitlichen Umfang und zu den möglichen Aufgaben.

Erscheinung
Schwetzinger Woche
Ausgabe 15/2026
von Redaktion NUSSBAUMGisbert Kühner
08.04.2026
Orte
Schwetzingen
Kategorien
Panorama
Tiere, Natur & Umwelt