Die Ortsgruppe Badische Heimat e.V. Schwetzingen lädt für den 12. Juni zu einer Weinexkursion in die Orte Fußgönnheim und Ellerstadt ein. Auf den ersten Blick mag eine Weinreise ungewöhnlich erscheinen für einen Verein, der bereits seit seiner Gründung am 1. Januar 1909 in seiner Satzung festgeschrieben hat, das überlieferte heimische Kulturgut zu bewahren, zu pflegen, wissenschaftlich zu erforschen und an seiner sinnvollen Neuinterpretation mitzuwirken.
Dennoch steht diese Exkursion nicht im Widerspruch zu den Vereinszielen: Bei der Besichtigung des Schlossinnenhofs, der Barockkirche mit ihrer Kapelle und des Schlossgartens in Fußgönnheim treten historische Bezüge zutage, die unter anderem über die Kurfürsten eine Verbindung nach Schwetzingen herstellen. Darüber hinaus sieht das Programm eine Führung durch das Deutsche Kartoffelmuseum sowie eine Weinverkostung in Ellerstadt vor. So verbindet die Fahrt kulturhistorische Einblicke mit regionaler Genusskultur und bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, Geschichte, Architektur und typische Produkte der Region kennenzulernen.
Exkursionen sind lediglich eine von mehreren Möglichkeiten, mit denen die Ortsgruppe ihrer satzungsgemäßen Aufgabe nachkommt. Der zwölfköpfige Vorstand kommt im zweimonatigen Rhythmus zusammen, um den Ablauf und die Qualität der angebotenen Vorträge zu prüfen und zu reflektieren. Dabei werden auch Rückmeldungen und Ideen aus den Reihen der knapp 200 Mitglieder gesammelt und ausgewertet. Auf Basis dieser Anregungen berät das Gremium mögliche neue Formate und Themen für künftige Veranstaltungen, um das Angebot kontinuierlich weiterzuentwickeln.
„Bei unseren Mitgliedern fehlt die Altersgruppe der mittleren Generation,“ sagt Gundula Sprenger: Die Mehrheit der Mitglieder ist älter als 50 Jahre. Sprenger, die ehemalige Leiterin der Volkshochschule Bezirk Schwetzingen, hat im Februar die Nachfolge von Dr. Volker Kronemeyer übernommen. Sie macht damit ein strukturelles Problem deutlich: Es mangelt an Mitgliedern im „Mittelbau“, was langfristig die Erneuerung und die Nachwuchsgewinnung erschwert. Für die Zukunft sieht sie die Herausforderung, stärker jüngere Menschen anzusprechen und die Altersstruktur ausgewogener zu gestalten. Sie hält die Einbindung der Schulen für einen sinnvollen Ansatz, um für Heimat- und Regionalgeschichte zu begeistern.
Gundula Sprenger beschäftigt sich zurzeit persönlich intensiv mit dem Thema „Heimat“ - bei rund 20 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner von Schwetzingen mit Migrationshintergrund ist diese Frage aktuell von erheblicher Bedeutung. Gundula Sprenger plant eine Vortragsreihe mit dem Schwerpunkt „Heimat“, in der das vielschichtige Thema regional verankert und in seinen verschiedenen Facetten – von Tradition über Identität bis zu aktuellen Debatten – vorgestellt werden soll. Die vierteljährliche Herausgabe der Zeitschrift „Badische Heimat“, deren Ziel es ist, die Öffentlichkeit im Sinne der Vereinsziele zu informieren und für regionale Fragen zu sensibilisieren, ist eine weitere zentrale Aufgabe. Jede Ausgabe widmet sich dabei einem bestimmten Schwerpunktthema und beleuchtet dieses aus historischen, kulturellen und gesellschaftlichen Perspektiven. Bereits beschlossen ist, dass die nächste Ausgabe dem 200. Todestag des Schriftstellers Johann Peter Hebel gewidmet wird. Die Stadt Schwetzingen mit vielen örtlichen Institutionen bietet dazu im September ein umfangreiches Programm an.
Der aktuelle Vorstand der Ortsgruppe Schwetzingen der „Badischen Heimat“ ist solide und zukunftsfähig aufgestellt. Die Vorstandsmitglieder sind seit vielen Jahren in die Vereinsarbeit eingebunden und bringen dadurch wertvolle Erfahrung, Kontinuität und lokale Vernetzung mit. Gerade nach dem Eintritt ins Rentenalter betrachten sie ihr Engagement als Möglichkeit, der Gemeinschaft etwas zurückzugeben und zugleich eine sinnstiftende Beschäftigung neben der früheren Berufstätigkeit zu finden. Dieses beständige Engagement trägt dazu bei, laufende Projekte und Veranstaltungen zu sichern, regionale Traditionen zu pflegen und den intergenerationalen Austausch zu fördern. Durch ihre Kenntnisse der Vereinsstrukturen und ihre persönlichen Kontakte gewährleisten sie Stabilität und verantwortungsvolle Weiterarbeit der Ortsgruppe, sodass sie auch künftig ihre Aufgaben zuverlässig wahrnehmen kann. (gk)
