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Serie: Vereine in meiner Stadt

Der Kleingärtnerverein Schwetzingen e.V. im Porträt

In dieser Reihe werden das lokale Ehrenamt Schwetzingen mit engagierten Mitgliedern näher vorgestellt. Diese Woche: Der Kleingärtnerverein.
Der Kleingärtnerverein Schwetzingen e.V. im Porträt: Jutta Sturm und Toni Wohlgemuth mit Vereinshund Motte im Garten von Wohlgemuth.Foto: Rita Weis

Leben in grüner Oase und mit Gemeinschaftssinn

Es ist eine schöne Idylle der Ruhe, und doch wird dort gearbeitet: Im Gelände des Kleingärtnervereins in der Friedrichfelder Landstraße, hinter den ehemaligen Tompkins Barracks.

„Die Natur genießen, den Vögeln zuhören, Erholung und Nachbarschaftspflege“, sagte Rolf Trautmann. Er und seine Frau sind Pächter einer der 139 Gärten der Anlage. Sein Garten hat wie alle anderen Parzellen eine Fläche von 350 qm, und er pflegt und hegt ihn mit Hingabe. Gerade hat er fünfzig Tomatenpflanzen in die Erde gesetzt. „Davon kriegen auch die Nachbarn ein paar ab“, sagte er fröhlich, und dafür bekommt er vielleicht Gurken oder Zucchini. Zuerst gebe es Tomatensalat und für die spätere Jahreszeit bereite er Tomatensoße vor.

Gemeinschaft

Der Gemeinschaftsgedanke spielt im Verein eine große Rolle. „Tauschgeschäfte und Nachbarschaftshilfe gehören einfach dazu“, sagt die Vereinsvorsitzende Jutta Sturm. Viele Mitglieder bewirtschaften ihre Parzellen seit Jahrzehnten, zugleich beobachtet der Verein einen Generationswechsel: Immer mehr junge Familien pachten einen Garten. „Die Kinder lernen hier, dass Obst und Gemüse nicht im Supermarkt entstehen, sondern gepflegt werden müssen“, so Sturm.

Artenvielfalt

Dafür gibt es Richtlinien, die durch die Kooperation mit der Stadt Schwetzingen in den Statuten von „Natur im Garten“ festgelegt sind. Hierzu gehören Verzicht auf chemische Mittel, Biodiversität in der Bepflanzung, Verzicht auf Torf, der durch die Moore hergestellt wird, Verzicht auf Kunststoffe, wobei allenfalls recyceltes Material erlaubt ist. Drei Hobbygärtner wurde für ihre konsequente Einhaltung der Regeln wurde vom „Landesverband der Gartenfreunde Baden-Württemberg“ ausgezeichnet, darunter Rolf Trautmann und Gert Fleißig sowie die Vorsitzende Jutta Sturm. „Kleingärtnerische Nutzung“ ist das Schlagwort: Neben Blumen und Stauten müssen Obst und Gemüse angebaut werden, das schreibt das Bundeskleingartengesetz vor. Nur dann wird der Verein als gemeinnützig vom Finanzamt anerkannt. „Der Garten ist kein Freizeitgelände mit Rasen, Grill, Hollywood-Schaukel und Swimming-Pool,“ erklärt Sturm, sondern diene dem Leben mit der Natur und der Selbstversorgung.

Neuer Anstrich

Die Anlage wird gemeinschaftlich gepflegt. Jeder Pächter leistet jährlich zwölf Arbeitsstunden für den Erhalt des Geländes. So wurden zuletzt die Fassaden des Vereinshauses neu gestrichen. Für Kinder gibt es einen Spielplatz mit Sonnensegel, zudem unterstützt die Stadt den Verein etwa bei Reparaturen der Wasserleitungen. „Wir sind kein reicher Verein, aber wir haben einen guten Kontakt zur Stadt“, sagt Sturm. Besonders wichtig sei die gegenseitige Hilfe, damit auch ältere Mitglieder ihre Gärten weiterhin bewirtschaften können. Eine alte Tradition hat Imker Karsten Richter wiederbelebt: Seine Bienenvölker finden auf dem Gelände reichlich Nahrung. Den daraus gewonnenen Honig verkauft er als „Schwetzinger Frühtracht“ mit dem Zusatz „Kleingartenanlage“.

Geschichte

Auch Veranstaltungen gehören zum Vereinsleben. Neben Vorträgen über Kräuter, Permakultur und naturnahes Gärtnern sollen künftig erstmals Seminare der Gartenbauakademie Heidelberg stattfinden. Der Kleingärtnerverein Schwetzingen feierte im letzten Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum. Schon 1958 entstand neben dem Bellamar der Kleingärtnerverein. Als die Stadt das heutige Hebel-Gymnasium baute, wies sie dem Verein 1974 ein neues Grundstück an der Friedrichsfelder Landstraße 26 zu, und im Jahr 1975 wurden die ersten Pachtverträge geschlossen. Heute betreut neben der Anlage in der Friedrichsfelder Landstraße weitere Gärten am Belamar sowie hinter der früheren Schimper-Realschule. Insgesamt engagieren sich derzeit 187 aktive Pächter im Verein.

Zeit genießen

„Wir haben eine supertolle Nachbarschaft“, freute sich Schatzmeister Toni Wohlgemuth. Er gab zu, dass er früher wenig für Kleingärtnervereine übrig gehabt habe – heute genießt er die Zeit zwischen Blumenbeeten und Gemüseernte umso mehr. (rw)

So sah das Gelände aus, als der Verein einzog (ca. 1975).Foto: Kleingärtnerverein
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von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM
27.05.2026
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