
Dienstag, 14 Uhr: „Mama, morgen ist Fasching!" Kennt ihr das? Während andere Eltern seit Wochen nähen und kleben, steht ihr da mit leeren Händen und dem Gefühl, schon wieder zu spät dran zu sein. Entspannt euch. Die besten Kinderkostüme entstehen nicht in Pinterest-Perfektion, sondern in der Küche, mit dem, was eh daheim zur Verfügung steht – und mit Kindern, die endlich mithelfen dürfen, statt nur zuzuschauen.
Manchmal muss ein Kostüm in einer halben Stunde stehen. Geht das? Absolut – und das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Dunkler Anzug oder schwarze Hose plus Shirt, dazu ein alter Kissenbezug als Cape (einfach Löcher für die Arme schneiden). Das Superhelden-Logo malt ihr mit Textilstift auf ein weißes T-Shirt oder klebt es aus Isolierband auf. Maske? Braucht kein echter Superheld.
Gestreifte Strumpfhose, dunkler Rock, weißes Hemd (gern zu groß), rotes Tuch um den Kopf. Augenklappe aus schwarzem Karton, Piratenschwert aus gerollter Zeitung und Alufolie. Fertig in 20 Minuten, und euer Kind fühlt sich wie der Kapitän der Sieben Weltmeere.
Gut für euch, wenn: Ihr wenig Zeit, aber viel Improvisationstalent habt und eure Kinder gern selbstständig sind.
Der beste Kostümfundus steht im Schlafzimmer. Oft reicht ein einfacher Blick in den eigenen Kleiderschrank. Kein Scherz – mit dem richtigen Blick wird aus Mamas Schal ein Cowgirl-Accessoire. Eine schwarze Hose, ein dunkler Pulli, dazu einen Haarreif mit Papp-Ohren und mit Kajal gemalte Schnurrhaare – schon ist eine Katze geboren. Kinder haben dafür meist ein gutes Gespür und entdecken Möglichkeiten, die Erwachsene vielleicht übersehen.
Schwarzes Anzugs-Sakko (notfalls von Papa geliehen, wenn der nicht riesig ist), schwarze Hose, Sonnenbrille, eventuell eine Spielzeugpistole, falls zur Hand. Wichtig: die Sonnenbrille blitzblank putzen und ein „Top Secret"-Schild an die Tasche kleben.
Trenchcoat (geht auch mit einem alten Mantel von Mama, Ärmel umschlagen), Lupe (aus dem Spielzeugkoffer), Notizblock und Bleistift. Das Besondere: Euer Kind darf den ganzen Tag „Fälle lösen" – wer hat die Stulle geklaut, wo ist der zweite Hausschuh?
Cargo-Hose, Weste (gern von Papa), Fernglas umhängen, kleine Sammeldosen in die Taschen, Lupe griffbereit. Den ganzen Tag dürfen sie „Expeditionen" durch Haus und Garten machen und „neue Arten" entdecken.
Kariertes Hemd, Jeans, Stoffgürtel, Cowboyhut oder einfach ein Halstuch. Stern aus Alufolie als Sheriff-Abzeichen ans Hemd – fertig ist der Wild-West-Held.
Gut für euch, wenn: Ihr nachhaltig denkt und eure Kinder gern in Rollen schlüpfen, die sie den ganzen Tag weiterspielen können.
Das Schönste an selbstgemachten Kostümen? Eure Kinder sind stolz darauf, weil sie wirklich mitgewirkt haben. Und nebenbei lernen sie, dass die besten Sachen nicht gekauft, sondern gemacht werden.
2 Kartons, ein großer für den Körper, ein kleinerer für den Kopf (vom letzten Online-Einkauf), Alufolie, bunte Knöpfe (Tipp: Zahnpasta- oder andere Tubendeckel), Schläuche aus dem Baumarkt. Das Kind darf selbst entscheiden, wo die „Bedienelemente" hinkommen, wie der Roboter „sprechen" soll und welche Superkraft er hat. Wichtig: Arm- und Beinfreiheit nicht vergessen!
Tutu aus Tüll (gibt's günstig im Bastelshop), buntes T-Shirt, dazu Flügel aus durchsichtigem Stoff oder Backpapier. Das Besondere: Das Kind bemalt die Flügel selbst mit wasserlöslichen Stiften – jede Fee ist einzigartig.
Gut für euch, wenn: Eure Kinder gern basteln, ihr Zeit miteinander verbringen wollt und euch kreative Unordnung nicht aus der Ruhe bringt.
Tragekomfort geht vor Optik. Das schönste Kostüm nützt nichts, wenn euer Kind nach einer Stunde quengelt, weil der Gürtel kneift oder die Flügel schwer sind. Lasst eure Kids das Kostüm vorher probelaufen – am besten eine Stunde lang durch die Wohnung toben.
Wettercheck nicht vergessen. Ist der Faschingsumzug draußen und es ist kalt, muss eine Jacke über das Kostüm passen. Plant das von Anfang an mit ein, statt am Tag selbst improvisieren zu müssen.
Reserve-Plan in der Tasche haben. Manchmal geht was kaputt, manchmal gefällt's dem Kind plötzlich doch nicht. Ein einfaches Backup (Clownsnase, Schminkstifte, buntes Tuch) rettet den Tag.
Ein Tag vorher reicht völlig. Ehrlich. Die meisten Eltern stressen sich wochenlang, dabei entstehen die entspanntesten Kostüme einen Tag vor Fasching. Da ist der Druck weg („Muss perfekt sein!") und der Spaß da („Hauptsache, es funktioniert!").
Maximal 45 Minuten am Stück. Kinder haben kürzere Aufmerksamkeitsspannen als wir denken, und ihr wollt ja Spaß haben, nicht Stress. Lieber zweimal 30 Minuten über zwei Tage verteilt als einmal zwei Stunden im Dauerstress.
Eine kleine Sammlung für spontane Kostüm-Reparaturen: Sicherheitsnadeln, Klebeband, Textilkleber, schwarzer Eyeliner (geht als Schnurrbart, Piratenbärt oder Kriegsbemalung), rotes Tuch (wird zu allem – von der Piraten-Kopfbedeckung bis zum Superhelden-Cape).
Kleiner Geheimtipp: Die entspanntesten Faschingseltern sind die, die mit ihren Kindern zusammen über schiefgelaufene Kostüm-Experimente lachen können. Wenn der selbstgebastelte Roboterarm nach zehn Minuten abfällt, wird daraus halt ein verletzter Kampfroboter. Manchmal sind die besten Geschichten die, bei denen nicht alles nach Plan läuft.


