In den 1950er- und 1960er-Jahren gehörten Kinobesuche ganz selbstverständlich zum gesellschaftlichen Leben in Kressbronn a. B.
Das Gasthauses Engel betrieb zu dieser Zeit ein eigenes „Lichtspieltheater“. Nahezu täglich wurden hier Kinofilme gezeigt. Heute erinnert nur noch ein verblasster Schriftzug an der Stirnseite des Gebäudes an diese Zeit. Da das Gebäude des ehemaligen Kinos in absehbarer Zeit abgerissen wird, lädt die Gemeinde Kressbronn a. B. dazu ein, noch einmal in die Welt des analogen Kinos einzutauchen: Mit ausgewählten Filmklassikern der 1950er-Jahre wird an zwei Tagen die Erinnerung an Kressbronns Kinogeschichte für kurze Zeit wieder lebendig.
„Das doppelte Lottchen“ (1950, 105 Min., FSK 0), nach dem weltbekannten Roman von Erich Kästner, zählt bis heute zu den bekanntesten deutschen Kinderfilmen. Er erzählt die berührende Geschichte von getrennt aufgewachsenen Zwillingen und beginnt im Gebirge. In Seebühl. „Kennen Sie eigentlich Seebühl? Das Gebirgsdorf Seebühl?“ Mit diesen Worten eröffnet Erich Kästner selbst die Geschichte. Der Schriftsteller fungiert im Film als Erzähler und verleiht der Verfilmung seines weltbekannten Romans eine ganz besondere Atmosphäre. Viele Passagen wurden dabei nahezu wortgetreu aus dem Buch übernommen. Im Mittelpunkt stehen die zehnjährigen Mädchen Luise Palfy aus Wien und Lotte Körner aus München, die sich in einem Ferienheim begegnen. Zunächst können sich die beiden nicht leiden – bis sie feststellen, dass sie Zwillinge sind und nach der Scheidung ihrer Eltern getrennt aufgewachsen sind. Um ihre Familie wieder zusammenzuführen, schmieden sie einen ebenso mutigen wie ungewöhnlichen Plan: Sie tauschen ihre Rollen. Die daraus entstehenden Verwicklungen sorgen für Spannung, Humor und berührende Momente, bevor die Familie am Ende wieder zueinanderfindet.
Der Film wird mit Originalfilmrollen auf einem klassischen Kinoprojektor gezeigt. Wir bitten um Beachtung und Verständnis, dass aufgrund der besonderen baulichen Situation der Raum nur provisorisch mit Stühlen oder Bänken ausgestattet ist und nicht den Komfort eines modernen Kinosaals bietet. Wer mag, bringt sich ein Sitzkissen mit.
Bildquelle: MFA+FilmDistribution


