
In der Reihe Kultur in der Mühle
Eine Frau wartet 20 Jahre auf ihren Ehegatten. Immerhin, er hatte angekündigt, dass er geht und versprochen, dass er zurückkommt.
Nur wann …. Das hat er leider nicht gesagt.
Seit einigen Jahren widmet sich Petra Gack besonderen Frauenfiguren, die eher im Hintergrund wirken. So stieß sie auf die Frau von Odysseus: Penelope. (übersetzt: Ente.)
Was hat sie eigentlich gemacht? Stumm auf ihren Gatten gewartet, bis er von seiner Reise zurückkommt? Einfach nur am Webstuhl weinend rumgehangen und lieblos die Zeit verbracht?
War sie wirklich treu? Oder war vielleicht doch ein neuer Mann in Sicht? Nicht nur Penelope stellt sich diese Fragen, sondern auch Telemach, der gemeinsame Sohn, der seinen Vater nicht kennt. Er war noch ein Säugling als sein Vater ging. Penelope war alleinerziehend und musste ihrem Sohn Fragen beantworten. Es waren schwierige Fragen. Woher soll sie wissen, warum der Vater von Telemach ging. War der Sohn nicht wichtig? Sind Abenteuer wichtiger als Kinder?
Ist Telemach für den Vater weniger wert als ein Abenteuer auf hoher See? Diese und andere Fragen stellt Telemach seiner Mutter. Was soll sie antworten? Penelope versucht ihrem Sohn klarzumachen, dass das Schicksal eben so ist, wie es ist. Niemand kann sich sein Leben einfach aussuchen. Das Leben will von innen heraus gestaltet werden.
Das ist die Botschaft, die Penelope ihrem Sohn mitgeben will. Das zeigt sie ihm mittels Kraft, Überlebenswillen und Durchhaltevermögen. Sie bleibt dran an der Hoffnung, dass es ein gutes Ende geben wird. Das sagt ihre Intuition. Das vermittelt sie auch ihrem Sohn. Sie spricht gut über ihren Mann, den Vater von Telemach.
Nur… dass er so lange wegbleibt, damit hat auch Penelope nicht gerechnet. Das ist das Spannungsfeld, das Petra Gack mit ihrem Stück zeigen und vermitteln möchte. Zweifeln, Dranbleiben, Hoffen, Weitermachen!


