Nussbaum-Logo
Dies und Das

Podiumsdiskussion: Meinungsfreiheit und Wissenschaftsfreiheit – über ein spannungsreiches Verhältnis

Do. 02.07.2026 | 18:00—19:30 Uhr
Viele Hände mit ausgestrecktem Zeigefinger um einen orangenen Kreis mit Schrift "Colloquium Fundamentale, Sommersemester 2026"Foto: FORUM

Die Podiumsdiskussion beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen Meinungsäußerungsfreiheit und unseren Möglichkeiten zu Erkenntnisfortschritt in gesellschaftlichen Auseinandersetzungen.

Veranstaltungdetails

Öffentliche Podiumsdiskussion

Es diskutieren:

  • Prof. Dr. Thomas Gutmann, Rechtswissenschaftliche Fakultät an der Universität Münster
  • Prof. Dr. Carsten Reinemann, Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU)
  • Prof. Dr. Diana Rieger, Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU)
  • Prof. Dr. Michael Schefczyk, Department für Philosophie am Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Moderation:

Prof. Dr. Senja Post,

Professorin für Wissenschaftskommunikation und wissenschaftliche Leiterin des Studium Generale. Forum Wissenschaft und Gesellschaft (FORUM), KIT

Die Digitalisierung der öffentlichen Kommunikation und das Aufkommen sozialer Medien haben eine paradoxe Entwicklung begünstigt: Zum einen haben sie die Meinungsäußerungsfreiheit erhöht, weil es allen Personen heute möglich ist, sich öffentlich sichtbar in digitalen Debatten zu engagieren, Nachrichten zu kommentieren, eigene Inhalte zu erstellen und über ihre Netzwerke zu verbreiten. Dies bietet Chancen, dass vernachlässigte Perspektiven sichtbar oder dass öffentlich verbreitete Irrtümer korrigiert werden.

Andererseits gibt es Hinweise, dass lautstark engagierte Nutzerinnen und Nutzer mit extremen Ansichten, emotionalen und reißerischen Kommunikationsweisen digitale Debattenräume dominieren und Personen mit moderaten, differenzierten oder korrigierenden Aussagen aus dem Diskurs verdrängen. Die erhöhte Meinungsäußerungsfreiheit der einen könnte so zu einer Einschränkung der Redebereitschaft der anderen führen und negative Auswirkungen auf unsere Möglichkeiten zu einem rationalen, vielfältigen und wissensbasierten Argumenteaustausch haben.

In dieser Podiumsdiskussion beschäftigen wir uns mit dem Zusammenhang zwischen Meinungsäußerungsfreiheit und unseren Möglichkeiten zu Erkenntnisfortschritt in gesellschaftlichen Auseinandersetzungen. Dazu klären wir zunächst den Unterschied und die Gemeinsamkeiten zwischen Meinungsfreiheit und Wissenschaftsfreiheit und erörtern dann, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit einen offenen, rationalen und wissensbasierten Austausch in demokratischen Gesellschaften fördern können.

Veranstaltung im Rahmen der Reihe Colloquium Fundamentale. Diese widmet sich im Sommersemester 2026 den Chancen und Risiken von Moralisierungen in öffentlichen Auseinandersetzungen und findet im Rahmen des BMFTR-geförderten Projektes MoWiKo (Moralisierungen in der Wissenschaftskommunikation – Ursachen, Formen und Wirkungen) statt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie moralische Bewertungen öffentliche Debatten, die Redefreiheit und die Wissenschaftsfreiheit beeinflussen und unter welchen Bedingungen sie zu produktiver Kritik an Missständen oder zu einer problematischen Verengung des Diskurses werden.

Termine

0
Ausgewählter Termin
von Karlsruhe / Studium Generale. Forum Wissenschaft uns Gesellschaft (FORUM) / CC BY-SA
19.05.2026
Diese Veranstaltung wird präsentiert mit freundlicher Unterstützung der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg.
Kategorien
Dies und Das
Panorama