
Der ehemalige Landtagsvizepräsident Daniel Born aus Schwetzingen beendet im Frühjahr nächsten Jahres seine politische Laufbahn.
„Ich habe vor über zwei Monaten meine Nominierung zurückgegeben. Wer mich kennt, weiß, dass mein Wort gilt“, erklärt der 50-jährige SPD Politiker, der den Wahlkreis seit 2016 im Landtag vertritt und bringt auf den Punkt: „Als Hockenheimer Abgeordneter kann ich zwischen einem Boxenstopp und einem Rennende unterscheiden. Seit Juli ist mein Rennen zu Ende. Und es war ein aufregendes und rasantes Rennen.“
Anlass für Spekulationen, ob Born doch erneut antreten würde, war eine Resolution von Parteimitgliedern und Ortsvereinen, die ihren Parteifreund aufriefen, auch bei der nächsten Wahl wieder zu kandidieren. Daniel Born zeigt sich von dieser Aktion sehr beeindruckt: „Das war Solidarität und Wertschätzung pur. Die Unterzeichner haben bewiesen, dass unsere Werte stärker sind als jede Krise. Darum wollte ich auch mit allen persönlich sprechen, bevor ich mich öffentlich äußere. Aber Fakt ist: Das SPD-Landespräsidium hatte mich aufgefordert, meine Kandidatur zu beenden. Und es ist ein Landtagswahlkampf – das Präsidium hat hier das letzte Wort und an diesem Wort hat sich nichts verändert.“
Born war nach dem sogenannten Hakenkreuz-Eklat als stellvertretender Parlamentspräsident zurückgetreten und hatte die SPD-Fraktion verlassen. In den Stunden danach forderte ihn die Landesspitze seiner Partei – der er selbst bis zu dem Zeitpunkt angehörte – auf, als Kandidat und von seinen Parteiämtern zurückzutreten sowie den Landtag zu verlassen. Den ersten beiden Forderungen kam er umgehend nach, während er das Landtagsmandat aber behielt.
Born hierzu: „Ich bin 100 % Teamplayer. Wenn das Präsidium keine Kandidatur von mir will und mich nicht mehr in Parteiämtern sieht, hat das für mich Relevanz und ich habe sofort die Konsequenzen gezogen. Auch wenn ich selbst die Beschlüsse falsch finde. Das Mandat wurde mir aber von den Bürgern erteilt und ihnen bin ich bis zum Wahltag verpflichtet.“
In einer ersten Stellungnahme äußerten sich die diesjährige Zweitkandidatin Sandra Reiff und ihr Vorgänger Simon Abraham, mit dem Born als rotes Tandem zwei Wahlkämpfe bestritten hatte. „Wir waren schon stolz, dass Daniel in Stuttgart als Spitzentalent gegolten hat – aber wichtiger war für uns hier vor Ort, wie er als Vollblutpolitiker, Wahlkämpfer und Integrationsfigur überzeugte. Das waren zehn richtig gute Jahre und das bleibt“, so die beiden Sozialdemokraten.
Auch die Neulußheimer SPD-Vorsitzende Jutta Menssen, eine der Initiatorinnen des Aufrufs zur erneuten Born-Kandidatur, äußerte sich: „Daniel ist ein großartiger Abgeordneter und wird auch in den verbleibenden Wochen im Landtag beweisen, wie bürgernah und engagiert er für den Wahlkreis ist.“
Für Born selbst stehe nun im Mittelpunkt, dass die SPD im Wahlkreis geschlossen und mit Siegeswillen in den anstehenden Wahlkampf gehe. „Die Ortsvereine, Gemeinderäte und ich haben in den vergangenen zehn Jahren bereits vorhandenes Vertrauen ausgebaut und neues gewonnen. Das ist ein dickes Pfund und damit kann jeder arbeiten.“ analysiert der 50-jährige Politiker.
Seit über einem halben Jahrhundert stellen die Sozialdemokarten im Wahlkreis einen Abgeordneten. Zunächst war von 1972 bis 2000 der Plankstädter Karl-Peter Wettstein, dann von 2000 bis 2016 die Altlußheimerin Rosa Grünstein und seit 2016 der Schwetzinger Daniel Born im baden-württembergischen Parlament. Alle drei gehörten im Laufe ihrer Karriere auch dem Landtagspräsidium an.
Daniel Born spricht in diesem Zusammenhang von einer einmaligen sozialdemokratischen Erfolgsgeschichte: „Mein Einsatz für eine gebührenfreie Kita, bezahlbares Wohnen und eine starke Demokratie wäre ohne das rote Band, welches wir über Jahrzehnte im Wahlkreis geknüpft haben, nicht denkbar. Wir sind die Gestern-Heute-Morgen-Partei für die Menschen in der Kurpfalz und das gilt für immer. Und was für Sozis auch gilt: Das Leben kommt von vorn.“ (pm)